Nordseite (Sichtfachwerk) mit Holz verkleiden - ohne Dämmung

24.02.2018



Hallo,

die Nordseite unseres Fachwerkhauses soll einen Wetterschutz bekommen, ohne Dämmung, da wir innen auf Lehm mit Holzweichfaserplatten gedämmt haben.
Mein Plan:
Verparrung, dann Nut und Federbretter (Fichte oder Lärche mit Leinöl geölt) drauf und gut.

Kann ich das ohne Feuchtigkeitsprobleme dahinter machen?

Viele Grüße von Angela



Winddichtungsbahn...



...würde ich trotzdem empfehlen und dann mittels einer funktionalen Kreuzlattung die Holzverschalung anbringen.
Warum Leinöl?
Wenn sie eine Lärchenverschalung oder eine Weißtanne oder Seekiefer wählen, können sie darauf verzichten.
Grau werden diese Verschalungen auch mit Leinölanstrich!



Folie oder Baupappe?



Sie haben recht, dass Öl kann ich mir auch sparen...

Habe so meine Bedenken, wegen der Diffusionsoffenheit... habe Sorge, dass dann eventuelle Feuchtigkeit die Balkenlag angreift?!



Gute Unterspannbahn



Und diese gut verkleben und verlegen.
Wir können ja auch gern mal quasseln!



Fassaden-Holzverschalung



Wenn du eine geschlossene, waagerechte Stülpschalung auf senkrechter Unterkonstruktion verschraubst muß keine Winddichtung verwendet werden.

Bei Rhombusbrettern mit offenen Fugen kann eine uv-beständige Fassadenbahn sinnvoll sein-
abhängig von der Fugenbreite, Schlagregenbelastung und Wetterexposition.

Lärche ist beständiger als Fichte und kann unbehandelt bleiben oder zB mit Schwedenrot gestrichen oder auch künstlich vorvergraut werden.
Wenn man sich ohnehin die Mühe macht würde ich allerdings auch zusätzlich mindestens 6 cm Dämmug vorsehen-
besonders bei Nordfassaden.
Dies reduziert auch mögliche Feuchteanreicherung bei der Innendämmung.

Kosten für ungehobelte Lärche-Brettern ab Sägewerk ab ca 10,-€/qm bei 24 mm Stärke- sehr abhängig von der Qualität.
Rhombusbretter ab ca 25,-€/qm.

Andreas Teich



Klingt gut



Danke für die Info, so habe ich es mir auch vorgestellt, so wenig Folie und Kleberzeug wie möglich...
Haben wir innen auch so gemacht. Und bei Bedarf kann ich so ja auch einfacher mal einen Blick drunter werfen wenn ich will. Das ergrauen stört mich nicht, es geht um Halbarkeit, ein Haus darf mit seinen Bewohnern altern;-)

Hast du einen Richtwert der Kosten pro QM in etwa? Wir machen das meiste eh selber...



Ohne einer Unterdeckbahn...



....würde wir nie eine Ausführung empfehelen!
Warum, werden sie sich jetzt fragen

Lassen sie sich die Varante von Herrn Teich schriftlich geben und bestätigen und somit haben sie dann auch jemanden, den sie nach Ablauf der normalen Gewährleistungsfrist auch haftbar machen können, wenn es zu Bauschäden oder auch zur Nichteinhaltung von entsprechenden Energieeinsparverordnungen und den daraus entstehenden Baumängeln kommen kann.

Aus unserer derzeitigen Sicht, ist eine gut aufgebrachte Unterspannbahn und diese dazu noch gut winddicht verklebt, eine sinnvolle Lösung.



Warum



Hallo,

ich möchte mich einfach langsam Informieren was es für Optionen gibt. In der Tat frage ich mich, warum ohne Plane Baumängel entstehen können? Für mich ist Feuchtigkeit hinter einer Plane vom Sinn her schlimmer, als eine hinterlüftete Holzverschalung?!

Viele Grüße



Material



Hallo Angela,

Schauen sie sich einfach mal die Unterschiede zwischen Unterspannbahn und Folie bei einem Baumarkt/Baustoffhandel an. Die USB von der hier gesprochen wird ist diffusionsoffen. Es ist leichter möglich Anschlüsse an Bauteile abzudichten.

Da sie sich innen für eine diffusionoffene Isolierung entschieden haben, sollte die nach außen in jedem Fall nicht dichter sein, da haben sie schon Recht.



USB



...ok, habe mich mal kundig gemacht, diese Bahnen nimmt man ja auch bei Dächern heute...

Auch wenn die Bahn diffusionsoffen ist, ist mir der genaue Vorteil noch nicht klar, nur Holz und dawischen Luft ist auch diffusionsoffen??



Fassadenverkleidung



Wenn die Fassade jetzt schon als Außenfassade funktioniert und als solche errichtet wurde und diese mit einer geschlossenen, hinterlüfteten Holzverschalung versehen und so vollständig vor regen geschützt wird wüßte ich keinen Grund warum auf die Fassade eine Folie, Winddichtung, Unterspannbahn oä aufgebracht werden sollte.

Zumindest wird das Diffusionsvermögen von einer diffusionsoffenen Bahnen kaum eingeschränkt- aber was soll sie bewirken oder verbessern?

Bei einer sicher sinnvollen, zusätzlichen Fassadendämmung ist die Situation eine andere, wobei statt Folie auch eine Holzfaserplatte verwendet werden könnte.

Bei unserer Fassadendämmung mit offener Rhombusschalung habe ich 60 mm Holzfaserplatten aufgeschraubt.

Andreas Teich





.... mir ist der Sinn auch nicht klar mit der Folie?! Da wir nicht dämmen wollen... es geht rein um den Wetterschutz und die Optik, da an einigen Stellen Fachwerk durch Witterung leicht angeriffen ist, möchte ich einfach einen Regenschutz davor haben.



Wir reden nicht von Folien!!!!



https://de.proclima.com/systeme/winddichtung/solitex-fronta-wa

Es geht um Winddichtighkeit!
Wenn sie eine Vorhangfassade erstellen, muss diese auch eine entsprechende Hinterlüftung haben bzw. gewährleistet sein.
Wenn sie jetzt keine winddichte Ebene schaffen, wirkt diese Wandfläche. wie ein Schlot oder Kamin.
Sämtliche Fugen der Fassade, wirken dann wie einen sogenannten Sogeffekt.
Es wird ihnen Warmluft regelrecht herausgesaugt, wenn entsprechende Fugensituationen vorhanden sind.
Und die sind in einem Fachwerk immer vorhanden.



Holzverkleidung



Die Holzverschalung muß nur einen Hohlraum aufweisen- Komplett oder nur unten oder oben offene Belüftungen sind nicht notwendig.

Wenn von Folien gesprochen wird sind ja nicht immer Dampfsperren gemeint.

An einer Nordfassade gibts sicher keine erhebliche Thermik-
die Wärmedämmung wird sicher besser sein als ohne jede Verkleidung-
trotzdem würde ich immer eine zusätzliche Dämmung vorsehen.

Andreas Teich



Danke



Nun habe ich einen besseren Überblick, mit Folie ist ja USB gemeint, genau.

Wenn Dämmung, denke ich über Stopfhanf nach. Auch hier kenne ich Verfahren ohne USB (haben Freunde so gemacht und sind sehr zufrieden). ALLes eine echte Wissenschaft und ich will nicht aktiv werden, bevor ich genau weiss was Sinn macht...



Stopfhanf



kann ich mir gerade als Fassadendämmung hinter einer belüfteten Vorhangfassade nicht so richtig vorstellen, Stopfhanf braucht ja mindestens 2 Flanken, in die er reingestopft werden kann. Und entgegen den letzten Ausführungen von Herrn Teich würde ich ( vor allem eingedenk der Tatsache, dass Nut und Feder-Bretter verwendet werden sollen) nicht ohne eine obere und untere Lüftungsöffnung verlegen.



Hanf



Bin auf dieses Datenblatt gestossen und habe gerade mit einem Baubiologen und dem Sägewerk telefoniert, beide finden diese Lösung am Besten, dann natürlich keine Nut und Feder Bretter...

http://www.hanffaser.de/Infoblatt/Bsp_HDW_Fassade.pdf



Wieder was gelernt



das war mir bisher nicht so präsent. Mir wäre es trotzdem nicht geheuer: a.) wegen der fehlenden Winddichtigkeit bei Fachwerkkonstruktionen und b.) der Schlagregenbelastung und damit Durchfeuchtung der Schalung, gerade an der Nordseite, die wenig besonnt wird. Im Text wird ja auch von einer Bestandsfassade mit Verputz ausgegangen.
Zitat aus dem Datenblatt:
"Fassadendämmung mit HDW und Lärchenschalung
Einfache Lösungen
Obwohl eine doppelte Lärchenschalung nicht winddicht ist und auch keinen 100%-igen
Schutz vor Schlagregen darstellt, erwies es sich in der Praxis als wenig problematisch,
den Hanf direkt an den alten Putz und ohne eine zusätzliche Winddichtung und ohne
zusätzliche Hinterlüftungsebene direkt an die doppelte Lärchenschalung zu dämmen."





... es handelt sich doch "nur" um einen Wetterschutz.

Die Wand selbst ist dicht und innen gedämmt. Schlagregenbekleidung mit Lärchenholz ist da durchaus machbar. Darunter: senkrechte, tragfähige Lattung und unbedingt hinterlüftet. Oben und unten offen und mit Insektenschutzgittern versehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Sorry .....



....aber was ich da auf dem Datenblatt von der HanfFaser Uckermark als Fassaden-Stopfverfüllung sehe, läßt mich schon an deren Hochwertigkeit ihres Systeme sehr stark zweifeln!
Für ein Wohnhaus würde ich sicherlich bei unserer Kundschaft, wenn ich mit dieser Lösung aufwarte, schnellst möglich des Grundstückes verwiesen.
Liederlicher kann man eigentlich keine Fassaden damit erstellen, geschweige denn, funktional!
Da gibt es wesentlich bessere und auch präzisere Systemmaterialien und Anwendungskomponenten.

Stopfhanfmaterialien sind gut geeignet gegen Spaltöffnungen zum verschließen, Bauteilfugen-Ausfüllungen etc.
Alles andere dann entweder geblasen, oder mit Platten- oder Bahnenware.



Gedämmte Fassadenverkleidung



Wenn doch gedämmt werden sollte, was je nach Ausführung der Innendämmung sinnvoll sein kann,
würde ich zB Stegträger an die Fassade schrauben,
darauf 40 oder 60 mm doicke Holzfaserplatten mit Nut und Feder.
Die Hohlräume mit Zellulose ausblasen
Anschließend die Holzfaserplatten verputzen.

Alternativ dünnere Unterdachplatten verwenden,
Sparschalung mit Unterspannbahn, Zellulosedämmung,
darauf Konterlattung und Holzverkleidung

Stopfhanf ist sehr arbeitsaufwendig und kaum gleichmäßig einzubringen.

Andreas Teich