Fachwerkhaus von 1820 kaufen




Guten Tag, liebe Fachwerkfreunde!

Ich stehe vor der gewaltigen Entscheidung, ein Fachwerkhaus zu kaufen.
Es steht in einem wunderbaren alten Ort in Nordbayern und ist von außen wie innen (Lärchenholzböden) in gutem Zustand. Nach Aussage der Maklerin und dem Besitzer wurde das Haus 1981 renoviert, wobei (teils?) mit Ytong-Steinen ausgefacht wurde. Die Nord- und Ostseite wurde damals mit einer Außenisolation überdeckt.

Nun bin ich kein Kenner in Sachen Fachwerk und Restauration. So möchte ich hier einfach einmal zwei Fragen ins Forum werfen in der Hoffnung, dass Ihr mir ein paar Tips zukommen lässt. Das wäre sehr, sehr hilfreich!

• Die Balken, innen wie außen, sind mit einer schwarzbraunen Farbe bestrichen. Diese wirkt sehr dick und teils seidenglänzend. Um was für Farben kann es sich handeln?

• Teils sind die Balken im Innenraum recht uneben. Zudem finden sich zahlreiche Bohrlöcher von Wolzwürmern; wobei diese nicht frisch wirken?!

• Das Haus liegt, gebaut auf einem Sandsteinsockel, unweit eines Baches. Der Hauskeller wurde zugeschüttet; der Kellerabgang ist nicht mehr nachvollziehbar. Wasserspuren konnte ich nicht ausmachen.

Nun, trotz der ansonsten durchweg überzeugenden Erscheinung stehe ich nun vor diesen Fragen. Wie würdet Ihr in einem solchen Fall reagieren? Welche Wege könnte ich beschreiten? Wie steht es in Sachen Holzwurm?

Grüße Euch herzlich,
Tim



Sie bräuchten...



...einen versierten Gutachter vor Ort. Sowas kann das Forum nicht leisten.

Grüße

Thomas



Gute Frage von hier aus



Hi Tim,

mein Tipp ist sicher nicht sehr orginell, aber denoch:
Such Dir einen Restaurator oder Zimmermann direkt in der Nähe und mach einen Vor-Ort-Termin mit ihm aus. Vom Bürostuhl aus läßt sich nicht beurteilen, ob die Fraßspuren im Holz frisch sind und sich der Holzwurm (gibt ja da unterschiedliche Schädlinge, die immer ganz allgemein als Holzwurm bezeichnet werden)nach wie vor gütlich hält.
Nachdem du schreibst, daß das Haus von 1820 ist, dürfte es keineswegs verwundern, daß die Hölzer uneben sind. Damals wurden die Balken noch mit der Hand, sprich dem Beil behauen - da wird nicht alles immer schnureben, zumal man oft auch mal eine Baumkante stehengelassen hat, um den Querschnitt nicht noch weiter schwächen zu müssen.
Du schreibst, daß das Haus in Nordbayern liegt. Schick mir doch mal den Standort und dann kann ich Dir vielleicht ein paar vernünftige Zimmereien in der Nähe nennen.

Gruß Andreas





Hallo Andreas und Thomas!

Danke für Eure Informationen.
Ich dachte auch schon, dass dies eine zu theoretische Sache ist.
Man müsste es natürlich anschauen. So schön das Haus ist, habe ich natürlich auch Furcht, hier einen steten Kostenerzeuger mir ans Bein zu hängen.

Ganz knapp und unverbindlich gesagt,… wie wohnt es sich in so einem Haus im Winter? Hier ist ja (außer Ytong) keine vernünftige Isolierung. Müsste man sich völlig umstellen in seinen Lebensgewohnheiten? Ich hoffe nicht!?

Das Haus liegt übrigens in Walldürn. Nordbayern stimmt nicht ganz; es ist noch Baden Württemberg.

Grüße Euch, Tim



Um was für eine Außenisolation...



...handelt es sich denn?
Wenn vor fast 30 Jahren ein Wärmedämmverbundsystem aus Styropor oder Mineralwolle aufgebracht wurde, wäre ich sehr vorsichtig, ob nicht schon Schäden am Fachwerk entstanden sind.
Allerdings, mit der richtigen Strahlungsheizungsform und vielleicht noch einem Grundofen bekommt man es warm und behaglich, mit niedrigen Heizkosten!



Fachwerkhaus von 1820 kaufen



Hallo Tim,

eine Kaufberatung durch einen Sachverständigen ist zu empfehlen. In dieser Kaufberatung sollten möglichst alle zu erwartenden Kosten eine Rolle spielen sowie mögliche Sanierungen aufgezeigt werden.
Da ich selbst als Sachverständiger bin und auch gerichtlich tätig bin, kann ich die zwischen den Zeilen geäußerte Unsicherheit nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Bauing. F. Teichmann
Sachverständiger





Hallo und danke für die vielen Zuschriften.

Ist Euch ein in diesen Sachen kundiger Mensch in der Odenwald-Gegend bekannt? Dessen Rat und Einschätzung einzuholen mag sicher sinnvoll sein.

Und habt Ihr eine grobe Vorstellung davon, was so eine Einschätzung kosten wird???

Eine Überlegung von mir war auch, eine hier am Ort tätige Zimmerei zu fragen, die auch selbst Fachwerk und Dachstühle sanieren.

Danke und beste Grüße,
Tim