Was ist das beste Füllmaterial für ein Natursteinfundament?

07.05.2005



Hallo liebe Fachwerkfreunde,
meine Frage wurde schon oft diskutiert aber für mein Haus konnte ich noch nicht die passende Antwort finden.
Was ist die optimalste Trockenlegung für ein Naturstein/
Bruchsteinfundament?
Kurz zu meinen Haus:-erbaut 1867,unterkellert(Gewölbe)
,Hanglage(2 Seiten befinden sich ca 2m im Erdreich).
Ich habe das Haus ca 1m tief freigelegt und lasse nun das Fundament erst einmal abtrocknen.
Wie gehe ich nun am Besten weiter vor?
Ich habe gedacht ich verputze mit Trass-Kalk und fülle dann mit Kies wieder zu.??
Ist es ratsam Noppenbahn mit an das Haus zu verlegen?
Ich bedanke mich schon mal im Vorraus und
verbleibe mit freundlichen Grüßen aus Thueringen.
Stefan



Noppenbahn



ist machbar. Wir haben gleich den alten ausgebauten Fußbodenbelag genommen, haben allerdings 40 cm Schieferfundament anbetoniert und Teeranstrich. Auf den Teeranstrich sollte man dann keine Noppenbahn bringen, weil dieser bei Setzungen den Anstrich zerstört / zerkratzt. Drainage nicht vergessen, je nach anstehendem Erdreich noch Flies drüber, dann mit Wasserdurchlässigem Material auffüllen. Unsere Vorbesitzer hatten sich mit Feldsteinen beholfen, die wir gleich wieder mit verwendet haben. Aber bitte nicht gleich auf´s Plastrohr drauf, sonst bekommt das Löcher. Auf das Rohr selber haben wir erst 20 cm solche weißen runden Steine vom Baustoffhandel drauf getan. Wenn ihr Fragen zur Drainage habt, dann gern noch mal nachfragen, ist meine Spezialstrecke. Das Optimum wäre, wenn Ihr noch eine Horizontalsperre einziehen könntet (Dachpappe). Das wird aber wahrscheinlich schwierig werden. Kann ich aber aus der Ferne nicht beurteilen. Bei uns ging es nicht, ist aber trotzem alles sehr schön trocken seit ca. 4 Jahren.
Petra



Noppenbahn



Irgentwie hab ich den dreh hier noch nicht raus.
Danke für die Antwort,ich habe da aucch schon dran gedacht.
Habe es dann aber wieder verworfen da ich nicht bis zur Fundamentsohle aufgraben möchte.(Angst vor instabilität)
Ich habe mir indes gedacht ich verlege die Noppenbahn nicht am Haus ,sondern direkt am Erdreich entlang und bringe meine Füllmaterial (Kies?????????)direkt an das Haus .
Damit meine aufsteigende Fundamentfeuchtigkeit über das Füllmaterial nach "oben gelagt" und abtrocknen kann.
Davon schon mal was gehört?????

Ein Bild stell ich noch ein.
MFG Stefan





Hallo Stefan,
Du erwägst, die Noppenbahn von der Grundmauer weg zu verlegen. Das kann nach hinten losgehen, denn der Kies zwischen Mauer und Bahn wirkt als Wasserspeicher und das Wasser wird (Wassersäule) vermutlich mehr als vorher in die Mauer eindringen. Da das Wasser bei Hanglage sicher seitlich und von unten drückt, würde ich nach dem Mauerauswerfen (kein Sanierputz, richtig abtrocknen lassen, kein Teeranstrich, bringt nur etwas bei Vollunterkellerung u. Ziegelbau) und Anbringen einer Drainagebahn unmittelbar an die Mauer so tief als möglich ein Drainagerohr hineinlegen (Spül-Rohr nicht vergessen, Vlies ist haltbarer als Kokos).

Wichtig ist, dass das Drainrohr möglichst genauso tief oder eben unter dem Niveau des Kellerfußbodens liegt und das der Fußboden des Gewölbes nicht gesperrt wird. Ich hab auch ein altes Haus mit Grundmauern im Dreck und Teilunterkellerung Tonnengewölbe aus Bruchstein. Auf den vorhandenen gestampften Lehmboden im Keller hab ich eine Lage Vlies gelegt, 10 cm Split geschüttet und Gehwegplatten verlegt (man kann auch Backsteine nehmen, sieht besser aus). Man schafft so einen Puffer, dass evtl. Feuchtigkeit (zu spüren bei niedrigem Luftdruck o. starken Regengüssen) nicht gleich in der Natursteinwand hochkriecht, sondern sich erstmal in der Splitschicht sammelt und wieder ablaufen kann. Zum Hochwasser 2002 stand das hochgedrückte Wasser 1/2 Meter im Keller - klar wie ein Bergsee. Trotzdem war der Keller nach einer Woche wieder gut abgetrocknet. Tipp: Ein Rohrinnenlüfter zieht einige Male am Tag 1/2 Std. bei kühlem Wetter durch das geöffnete Kellerfenster u. bei warmem Wetter aus dem Treppenhaus frische Luft an - angenehme Luftfeuchte, keine gewellten Etiketten mehr auf den Weinflaschen und ganzjährig 10 Grad Celsius.

Grüße
Torsten



Danke für Deine Antwort



Hallo Torsten,

vielen Dank für Deine Ausführung.
Ich bin zur Zeit dem Lehm-Putz-Fieber´verfallen und
habe somit wenig Zeit mich um andere Sachen zu kümmern.
Ich werde es wohl so machen wie Du mir erläutert hast.
Ich denke es ist die einfachste und preiswerteste sowie effektievste Sanierungsmöglichkeit.
Wo bekommt man übrigens so einen Lüfter her??
Ist der sehr teuer???
Mit Lehmigen Grüßen
Stefan