Detailprobleme bei Innendämmung von Heizkörpernischen

02.09.2010



Hallo,

ich kann zwar kein Fachwerkhaus mein Eigen nennen, sondern besitze nur ein gemauertes EFH von 1965, welches ich seit einiger Zeit renoviere. Trotzdem lese ich hier gerne mit und konnte mir schon einige interessante Anregungen zu Lösungsfindungen holen.

Zur Zeit steht in einigen Räumen ein Heizkörpertausch an, es werden die DIN-Radiatoren gegen flache Profilblech-Heizkörper getauscht. Der Grund für den Tausch ist meine Frau. Ihre Freundin ist als Kleinkind mit der Stirn gegen eine solche Heizkörperrippe gestürzt und hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste und eine Narbe, die bis heute blieb. So soll es, meiner Frau nach, unserer Tochter nicht ergehen, deshalb der Austausch der noch völlig intakten Teile.

Dabei stellt sich mir eine Situation dar, wo ich nicht weiterkomme und mich deshalb ans Forum wende.
Die Heizkörper befinden sich in Nischen und sollen es aufgrund der bestehenden Leitungen auch bleiben. Allerdings würde ich gerne die Innendämmung der Nischen verbessern. Eine leichte Innendämmung wurde durch die Baumeister von 1965 sogar auch schon durchgeführt, so dass der U-Wert der Nische dem der restlichen Wand entspricht.
Wandaufbau von außen nach innen in der Nische bisher:
0,5 cm mineral. Reibeputz auf Armierungsgewebe,
2 cm Kalkzementputz,
17,5 cm Hochlochziegel (rot),
3 cm Holzwolleplatte (Sauerkrautplatte zementgebunden),
0,5cm Kalkzementputz,
diffunsionssperrender Anstrich mit Lack (früher Ölfarbe genannt).

Restliches Mauerwerk ist 30cm Hochlochziegel.
Da die neuen Heizkörper weniger Bautiefe haben, könnte ich die Gelegenheit nutzen noch 3 cm mit EPS nachzudämmen und auch eine reflektierende Schicht einzubringen, damit die Wärmestrahlung in Wandrichtung effektiver genutzt werden kann. Außerdem wäre diese Aluschicht meine Dampfsperre. Mein Hauptproblem ist, das ich für die Befestigung der Heizkörper Bohrkonsolen (geschlitzte Rohrhülse mit Gewindedübel) verwenden muss und damit meine neue als auch die alte Innendämmung und Dampfsperre durchstoße. Somit ermögliche ich Konvektion der feucht-warmen Heizungsluft ins kalte Mauerwerk (durch zusätzl. Innendämmung noch kälter). An dieser Stelle mache ich mir halt Sorgen, denn durchfeuchtetes Mauerwerk dämmt nicht, somit wäre alles kontraproduktiv gewesen, außerdem möchte ich keinen Schimmel in diesen Bohrlöchern bzw. Hohlräumen der Hochlochziegel. Wahrscheinlich hilft an dieser Stelle auch kein sorptionsfähiger Dämmstoff (ohne Dampfsperren/-bremsen), denn das Grundproblem des Konvektionseintrags in tiefere Schichten bleibt, da die Bohrkonsolen nicht dicht sind.
Oder mache ich mir da zu viele Gedanken und alles ist unkritisch, da im unmittelbarer Umgebung des Heizkörpers auch trotz Innendämmung so viel Wärme im Mauerwerk ist, dass solche Fehler unkritisch im Bezug auf Tauwasser sind? Wir haben Betondecken im Haus, es sind also auch keine Balkenköpfe gefährdet.
Wie hängt man eigentlich ein Bild oder ein Regal an eine innengedämmte Wand? Gleiches Problem. Gibt es dafür funktionierende Lösungen?
Ach ja, auf Füße würde ich die Heizkörper ungern stellen, denn dann ärgern wir uns die nächsten 30 Jahre beim Staubsaugen und beim Verlegen von Bodenbelägen.

Vielleicht hat ja jemand den entscheidenden Tipp, ich habe schon in Richtung Ausspritzen der Fugen in den Bohrkonsolen mit PU-Schaum gedacht, aber wirklich fachgerecht klingt das auch nicht.
Danke vorab.



Heizkörpernischen ganz dicht machen?



Was spricht dagegen, die Heizkörpernischen ganz dicht zu machen?

Die Heizkörper sind inzwischen ja ganz schon flach und eine geschlossene Nische ist auch unabhängig von der Dämmung vorteilhaft.



Unsere Heizkörpernischen...



...orientieren sich an unseren Fensterbreiten. Wir haben recht große Fenster, so dass außer dem Verlegen der Heizungsrohre, auch noch recht viel Mauerer- und Verputzarbeit anfallen würde und somit Schmutz im Wohnbereich. Kommt so im Moment nicht in Frage.
Innendämmarbeit beschränkt sich halt auf zuschneiden und kleben.



Detailprobleme bei Innendämmung von Heizkörpernischen



Ich hatte die Nische in unserer Küche, wo ein Heizkörper ganz weg kam, mit Multipor Dämmsteinen (d.h. diffusionsoffen
) zugemauert, in Rücksprache mit der Energieberaterin/Architektin. Aber noch keine Wintererfahrung damit und perspektivisch soll auch noch
von außen gedämmt werden.





Wo gehobelt wird, fallen Späne. Sie müssen da durch.
Das heißt: alle Alteisen raus aus der Wand, Nischen flächenbündig zumauern mit einem Steinmaterial niedriger Wärmeleitung, da gibt es Bims, Yton, Multipor etc...., was mehr oder weniger egal ist.

Alles andere sehe ich als vergebliche Mühe an.
Wenn Sie ein wenig planen möchten, können Sie sogar Installationssteine integrieren.

Grüße vom Niederrhein



Taupunkt



Auch ich renoviere ein Haus aus dem Jahre 1965. Dabei bin ich auch auf das Problem nmit den Heizkörpernischen gestoßen. Bei der dämmung der nischen muss auf den Taupunkt geachtet werden. Bei mir ist es z.B. nicht möglich die Nischen mit Dämmmaterial und einem Leichtbaustein zu verschließen. Bei der durchrechnung mit einer Trockenbauvariante war der Zustand noch kritischer. Nach mehereren Alternativen die ich berechnet habe , werde ich nun eine 0,01m dicke Styrodurplatte in die Leibung kleben.
Kann mir eigentlich mal jemand sagen was eine Reflektorfolie bei einem modernen Flachheizkörper (die keine Kioppen haben) bewikt?





Hallo,

sie sollen nicht soviel rechnen. Es gibt ämlich auch noch spezifische Materialeigenschaften, die nicht in den Tabellen enthalten sind.
Die Folien verhindern, daß
a) ein schneller konvektiver Wärmetransport an die Scheiben stattfindet (Lufthausch)
b) Wärmestrahlung auf die Scheiben übertragen wird.

Grüße vom Niederrhein