Waermedaemmung in alter Holzvilla

23.06.2010



Hallo,
wir haben eine alte Holzvilla gekauft ( Baujahr 1914 in Neuseeland Auckland). In Neuseeland war und ist Wand-Isolierung leider nie ein Thema - sie fangen nun an langsam Materialein anzubieten. Als einfachste Variante wird uns die Schaumisolierung angeboten. Nur ein paar Loecher in den Waenden - und ca. 30 Tage trocknen und gut Lueften. Ich frage mich aber was passiert mit dem Formaldehyd im Schaum - gesund kann das nicht sein.
Die andere Variante sind Matten (Glasfaser oder Mineral) - dafuer muessten aber die kompletten Innenwaende ausgetauscht werden - viel Arbeit - viel Schmutz und gute Kosten.
Hat jemand Tips und Meinungen?
Vielen Dank
Astrid



In Neuseeland



denke ich an Schafwolle als natürlichen Dämmstoff.
Schaumstoffe und Mineralwolle dürften sich auch in Neuseeland schlecht mit Holz vertragen.
MfG
dasMaurer



Hallo Astrid,



wir habe gerade ein Bauvorhaben in Neuseeland in Stewart Island abgewickelt. D.h.der Kunde hat bei uns die Waren gekauft, sie per Seefracht exportiert und wir haben einen Monteur geschickt. Gerne kann ich Dir den Kontakt zu unserem sehr umtriebigen Kunden herstellen.
Das Angebot an Baustoffen ist sehr begrenzt in Neuseeland, auch im Umgang mit alter Bausubstanz gibt es wenig fundiertes Wissen.

Grüße Gerd



Neuseeland



Hi,

Schafwolle schimmelt in dem Klima bloß. Oder leben Sie auf der Nordinsel ?
Ich rate Ihnen zu Holzweichfaserplatten von Gutex.
Wenn Sie sich auf eine Stärke beschränken, können Sie gut kombinieren. Das Material läßt sich mit Wellschliffmesser schneiden, im großen Stil mit band- oder Kreissäge.
Es passt m.E. am besten zu Holz.

Dem rat meines Vorschreibers, einen Seecontainer zu bestellen, FOB und Ladung versichern, kann ich nur unterstützen. Der rest ist auch für ungelernte selber machbar.

Grüße vom Niederrhein



Bei den Amis



wo die Bauweise ähnlich ist, ist Zellulose-Einblasdämmung recht üblich, aber durch die fehlende Dampfbremse (in feucht-warmem Klima soll die außen sein) nicht ganz unproblematisch.

Mit Schaum würde ich aufpassen, ein neuseeländischer Heimwerker hat mal normalen PU-Schaum verwendet (keinen nicht-nachdrückenden), worauf ihm das Haus auseinandergefallen ist *g*

Die Folien-Isolierung ist wäremtechnisch ein blöder Witz und soll schon einige Todesfälle verursacht haben, wenn beim Befestigen durch Elektroleitungen getackert wurde.



Wärmedämmung neuseeland



Hallo,

die Folienisolierung (multi-foil-insulation oder auch multi-layer-insulation) ist, richtig angewendet, nicht zu toppen.
Aber genau da liegt der Haken, der sie baupraktisch nicht anwendbar macht; jedenfalls dann nicht, wenn Feuchte von außen auszusperren ist.
Deshalb meine Empfehlung von HWL.

Grüße vom Niederrhein



Warum



sollte Schafswolle als regional verfügbarer Dämmstoff mehr schimmeln als Weichholzfaser??





ja, weil Weichholzfaser noch schimmelwidrig nachgearbeitet werden kann: Mit kalkputz, mit kalkglätte, mit Rollputz oder auch simpel mit kalkfarbe. Machen Sie das mal mit Wolle !

Und die Insekten erst einmal, Wolle, hmmmm......


grüße
dietmar beckmann



Das sehen



die Verfechter von WOlldämmung anders... wenn ich mich recht erinnere wird hauptsächlich mit der Wirkung des Lanolins argumentiert, das in Wollkleidung nicht mehr vorhanden ist, in der Dämmung schon. Ich habe mich aber nie wirklich näher damit beschäftigt. Könnte mich aber auf Wunsch mal erkundigen, ich habe Verwandte die mit dem Zeug handeln (alle Arten Naturdämmstoffe, aber Wolle war sogar namensgebend für die Firma).



Wenn



die Wolle ohne Luftschichten eingebaut wird sehe ich keinen Unterschied!

Grüße



Schafswolldämmung



auf unserer Baustelle in Stewart Island.

Und da ist es richtig kalt.

Grüße



man nehme Seegras



Vielleicht kommt es gratis angeschwemmt..oder Kokos..von Außen einbauen.



Und wenn Sie Englisch können:



Never change a winning team.

Gilt sogar in New Zealand.

Und wenn Sie nachrechnen (lassen), wird sich der Dämmaufwand nie durch Energieeinsparung amortisieren.

Lieber richtig heizen: Ohne Nachtabsenkung. Das spart. Und die Wand in bewährter Ruh lassen. Das spart auch.

Konrad Fischer
Bausparer



Sie kennen



die dortige Holzständerbauweise?

Offensichtlich nicht. Ohne zusätzliche Dämmung zieht es dort wie in einem Vogelhaus, von winddicht kann keine Rede sein. Wenn man nicht gerade riesigen Aufwand betreibt, amortisiert sich Dämmung hier recht schnell.

Üblicher Holzständer-Altbau der neuen Welt: Ständerwerk 2x4 Zoll (luxuriös 2x6), außen mit diagonalen Brettern zur Versteifung beplankt, darüber Sichtschalung. Innen Spalierlattung und Putz (aus mir unerfindlichen Gründen ohne jeden Putzträger, man vertraut nur auf den zwischen die Latten gedrückten Putz).



Gut beschrieben!



Und hat doch erstaunlich lange gehalten. Und warum auch nicht weiterhin? Weil wir modernen Schlaumeier alles besser wissen. Bloß nicht, alte Hütten mit wenig Aufwand wieder so auf Vordermann bringen, daß sie wieder im Sinne der bestimmt nicht doofen Alten funktionieren.

Aber bitteschön - stopft doch kondensatfangende Schimmelsubstrate aus irgendwelchen Leichtbaudämmstoffen rein, wieviel der U-Wert fordert. Und sicherheitshalber doppelt so viel. Wo sich das doch angeblich schnell rechnet.

Viel Spaß!

Konrad Fischer
Traditionalist



Viel



Dämmung hilft nicht unbedingt viel!

Dämmung pauschal unter Gernralverdacht zu stellen wirkt lächerlich!

Es kommt zum einen auf die Wahl der Materials an, hier sind die Naturdämmstoffe deutlich besser aufgestellt, und zum andern auf dei Art des Einbaus.

Grüße



Bei Dämmung



kommt es m.E. auf die Feuchte an. Und da sind Leichtbau-Naturbaustoffe ohne angemessene Kapillartrocknungsfähigkeit (Fasern, Schüttungen, ...) und mit hoher innerer kondensatanlagerungsfähiger Oberfläche genauso beschimmelungsriskant wie synthetische Dämmstoffe. Und werden genau deswegen ja auch vergiftet.

Und Kondensat fällt halt winters zwangsläufig an, auch wenn man es erst mal nicht sieht. Dazu langt sogar die im pluderigen Dämmstoff natürlicherweise enthaltene Luftfeuchte.

Konrad Fischer
Wanddurchblicker



Nur nicht bei der Dämmung



kommt es auf die Feuchtigkeit an, auch bei anderen Baustoffen spielt die Feuchtigkjeit eine entscheidenen Rolle. Holz schimmelt wenn es zu lange zu feucht ist, Mauerwerk ändert seine Wärmedäämung im feuchten ZUstand schon mal um bis zu 400%...

Wie eine Weichholzfaserplatte vergiftet wird müssen Sie mir aber mal erklären.

Kondensat fällt an, übringens auch ohne Dämmung, nur transpotiert z. B. eine Weichholzfaser diesen wieder ab.

Grüße



Wie lange dauert das Trocknen



einer Weichholzfaserplatte, und wie hoch ist ihre "praktische Ausgleichsfeuchte" gegenüber Bauholz?

Und ich habe verrottete Weichholzfaser schon aus Gefachedämmungen rausgebaut. Und gerochen, wie das riecht. Das hat mir schon gelangt. Auf meiner Webseite gibt es irgendwo ein Bild davon. Auch hier im Forum haben wir schon beschimmelte WHPlatten vorgeführt bekommen, war einige Zeit her.

Holz massiv ist da im Feuchtefall wesentlich schadenstoleranter. So meine unmaßgebliche Meinung. Denn der Kapillartransport von Weichholzfaser ist erbärmlich. Die innere Oberfläche zur Kondensataufnahme aber respektabel.

Gruß

Konrad Fischer
Waldbauer



Wer die Weichholzfaserplatte ins Gefache baut



brauch auf den Bauschaden nicht lange zu warten!

Hier gehören Kalk und Lehmbaustoffe rein und sonst nix!

Aber Walbauer war mir neu.

Grüße



Es war ein berühmter Zimmermeister



und Holzhausbauer. Und die Konstruktion kam von einem "Systemanbieter". Ja, so kann es gehen.

Gruß
Konrad Fischer
Jagdschillingsabtreter



Ich glaube



ich kenne diesen Systemanbieter..

Jedes Material hat Grenzen..




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