Neues Parkett auf Holzdielen im Altbau, nun muffiger Geruch




Altbau von ca. 1900, Berliner Zimmer, vor 6 Jahren neues Parkett (Eiche, handverlegt von Fachbetrieb) auf altem Dielenboden verlegt (Estrich zum Ausgleich gegossen und Platten). Seit ca. 8 Monaten müffelt es in dem Zimmer immer mehr. Kann es am Boden liegen? Feuchtigkeit, die nicht entweichen kann? Rundum Fußleisen, eine sehr lange Außenwand. Mache mir Sorgen, der muffelige Gerucht nimmt zu.
Habe zunächst hier im Internet recherchiert.
Dasselbe haben wir im Bad und in der Küche gemacht, neuer Boden (Aufbau, Estrich) auf Dielen, zum Schluss Fliesen. Ist ja in fast jeder Wohnung so im Altbau.
Ich frage mich inzwischen jedoch, ob das gut ist.
Die Holzbalkendecken können doch so gar nicht "atmen"? Bin Laie, aber bekomme langsam ein mulmiges Gefühl.
Die Fachfirma sagte, das sei gar kein Problem, die alten Dielen könnten drin bleiben und das würde meist so gemacht.
Das Ganze war sehr sehr teuer und wurde unserer Meinung nach gut verlegt. Aber haben wir die Holzbalkendecke damit komplett abgekapselt?



OG oder EG



Du schreibst Wohnung und Balkendecken.
Ich vermute OG und bewohnte Wohnung darunter?
Oder EG über Boden oder Unterkellert?

Muffig deutet ja auf Feuchtigkeit oder sogar Fäulniss hin.
Das sollte bei normal bewohnter Wohnung darunter eigentlich nicht sein.
Da es 6Jahre her ist, tippe ich auf ein Problem, welches erst kürzlich entstanden ist.
Möglicher Weise aber auch über die Jahre aufschaukelnde Feuchte.
Wurde unten oder bei Euch kürzlich was verändert?

Wasserleitungen Heizungsleitungen laufen dort nicht?
Fallrohr außen dicht? Sonstige Änderungen an Fassade?

gruß
micha



OG



1. Etage.

Ja, Wohnung darunter im EG bewohnt. Allerdings wurde dort jahrzehnte nicht renoviert, vollgestopfte Wohnung, ältere Leute, einzige Mieter im Haus, die trotz Sanierung/Renovierung des Hauses 2003 dringeblieben sind.

Bei uns wurde kürzlich nichts verändert. Unten weiß ich nicht.

Allerdings folgendes: Die Nachbarn über uns hatten gerade einen Wasserschaden durch falsch eingebaute Wasserzähler, möglicherweise über Wochen/Monate tropfendes Wasser, unbemerkt. Das allerdings im VORDEREN Bereich der Wohnung, Bad/Küche. Unsere Küche grenzt zwar an unser Berliner Zimmer an, aber nicht die betroffene Wand.

Trocknung gerade abgeschlossen nach 24Std Dauerbetrieb der Geräte. Die Fachfirma hielt es für unmöglich, dass es da Zusammenhänge gibt...

Der Geruch hinten ist ja auch schon länger. Mindestens 4-6 Wochen VOR dem Wasserschaden jedoch wurde aus dem unguten Raumklima/Raumgefühl/leichtem Muff stärkerer Geruch (als ob ich es schon gerochen habe, bevor man die Wasserflecken im Bad an der Decke sah und das Wasser aus dem Schacht floss. ABER: Warum sollte ich das da hinten riechen (gegenüberliegende Seite der Wohnung (Wohnzimmer, Kinderzimmer geruchsfrei)

Sorry, kompliziert.

Was evtl. noch zu erwähnen wäre: Vor genau 1,5 Jahren in dem Zimmer der Nachbarn über uns genau über unserem Berliner Zimmer: Kleiner (?) Wasseraustritt aus defekter Heizung. Bei uns jedoch nicht sichtbar an Decke oder Wand. Daher haben wir das schon vergessen.
Die Nachbarn sahen eines Tages eine kleine Pfütze unter ihrem Bücherregal hervorkommen. Ich weiß leider nicht mehr, wo der Heizkörper bei ihnen steht, ist aber eine andere Stelle als bei uns (Heizungsnische unter dem Fenster zum Balkon; sie haben dort eine Tür zum Balkon, daher dort kein Heizkörper).

Wie gehen wir am besten vor? Wer kann herausfinden, woher der Geruch kommt?
Ich fürchte er geht nicht weg vom Streichen in Küche Bad und Flur... Da er seltsamerweise immer in den Berliner Zimmer ist, wenn die Tür zu ist, dürfte es dahinten doch nicht vom vorderen Bereich hereinziehen?!



Über Jahre hochziehende Feuchtigkeit?



Vergessen: Unser Keller ist extrem feucht und muss dringend trockengelegt werden, vor einem Jahr wurden bereits Messungen gemacht. Leider mahlen die Mühlen der Hausversammlung und der Beiräte langsam... Wir haben auf der letzte ET-Versammlung im Oktober beschlossen, dass die HV einen Sachverständigen beauftragt, der das Ganze leiten soll.
Kann Feuchtigkeit über lange Zeit auch von unten hochziehen? Wir haben 3,50 Deckenhöhe. Und unter uns noch die EG-Wohnung.
Allerdings ist das Berliner Zimmer ja von der Lage über den betroffenen Kellern (Seitenflügel)
An das Berliner Zimmer grenzt noch ein Raum an, der letzte, das Schlafzimmer. Da müffelt es nicht... es liegt auch über den betroffenen Kellern.

Dort haben wir aber auf die alten Dielen unverkklebt einen Tretford-Boden aus 100% Ziegenhaar liegen.

Danke für Tips.



Geruchsbelästigung



Geruchsbelästigungen sind fast immer mit Feuchtigkeitsschäden verbunden.

Wenn Estrich auf Dielenboden verlegt wurde wird dort vermutlich zuerst eine PE-Folie verlegt worden sein.

Gerüche können dann im Grunde nur bei Fugen, Schwellen oder Durchdringungen entweichen und kaum durch die Fläche.

Gibt es Hohlräume in den Wänden, Kabel- oder Belüftungsschächte?

Schimmelspürhunde können Schimmel entdecken bevor er sichtbar wird- zumindest geht das sehr schnell und man weiß, wo Bauteilöffnungen sinnvoll sind.

Ein Raumluftlabor kann auch Belastungen identifizieren aber kaum die Quelle lokalisieren- sehr erfahrungsabhängig..

Bei Decken mit Hohlräumen, wie es bei Holzbalkendecken üblich ist können sich Gerüche weit verteilen und Feuchtigkeit kann auch über größere Strecken wandern, auch über Folien entlang durchgebogener Deckenbalken.

Beim Keller würde ich zuerst gut Lüften und am besten eine automatische Lüftungsanlage mit Feuchtevergleich innen/außen installieren.

Wenn ihr einen Sachverständigen beauftragt keinen nehmen, der selber Sanierungsmaßnahmen durchführt-
wenns nichts kostet kann man sich natürlich deren Meinung anhören, am besten in Anwesenheit eines neutralen Sachverständigen.

Andreas Teich





aus dem Keller kann man ausschließen.
Die anderen Schäden scheinen auch nicht in direktem Zusammenhang zu stehen, wobei Wasser manchmal die lustigsten Wege gehen kann (um nicht zu sagen , Wasser ist ne sau ;) )

Tauwasser (auch durch höhere Feuchtigkeit durch die entfernten Schäden) ist natürlich generell möglich.

Von wo kommt meist der Wind? wenn Feuchtwarme Raumluft in der Balkendecke vom Problemraum an der kalten Außenwand beim Durchströmen kondensiert und durch den Belag nicht wieder abtrocknen kann...

natürlich alles "kann" und "möglich" , um Gewissheit zu bekommen, muss sich das wohl mal jemand anschauen .
Bauteilöffnung ist vielleicht auch nötig.
Gibt es Spürhunde , die nicht den üblichen Schimmel, sondern Fäulnis finden?

Kann es auch möglich sein, daß einfach ein Nager unter dem Boden verendet ist? Stinkt auch erbärmlich, hört aber irgendwann auf.

Sorry, ich hoffe jemand kann hier noch weitere logische Schlüsse ziehen.