Neuer Pitchpine-Dielenboden - Mängel




Nach einem Wasserschaden mussten leider die alten Pitchpine-Dielen in einem Zimmer entfernt werden und eine Fachfirma baute einen neuen Dielenboden ein. Da der erste neu verlegte Boden fürchterlich quietschte, wurde er gleich wieder entfernt. Beim Ausbau wurden fast sämtliche Dielen beschädigt und mussten nachbestellt werden (nach unangenehmen Diskussionen ...). Leider weist der beim zweiten Anlauf (in Windeseile) verlegte neue Boden - inzwischen geschliffen und lackiert - in unseren Augen Mängel auf:

- Mehrere dunklere Dielen wurden an einer Zimmerseite zusammengelegt, so dass es fast wie eine andere Holzsorte aussieht.
- Der Boden ist in zumindest zwei Bereichen leicht gewölbt, d.h. nicht ganz im Wasser.
- Sorge bereiten uns Risse (ca. 25cm) an den Längsseiten dreier Dielen, beginnend an der Wand, die sich direkt nach der Fertigstellung des Bodens zeigten.
- Die Fugenkannten sind an vielen Stellen nicht eben, d.h. es sind mini Absätze ("Überzähne"?) vorhanden, die man beim Laufen ohne Schuhe spürt.
- An vielen Stellen sind deutliche Fugen entstanden in denen Lackreste hängen. Als Nachbesserung wurde eine Masse (Acryl?) in einige der breitesten Fugen geschmiert. Diese löst sich aber schon wieder in Fetzen ab.
- In den Schwellenbereich der Schiebetür zum Nachbarzimmer wurde eine große Delle geschliffen. Die notdürftige Ausbesserung mit Wachs ist nicht zu übersehen ...

Es gibt noch weitere kleinere Schönheitsfehler ...

Sind die beschriebenen Punkte Reklamationsgründe? Und können wir wegen der übermäßigen Dauer der Arbeiten durch den zweimaligen Bodenaufbau einen Nutzungsausfall geltend machen? Hat jemand gute Ratschläge?

Inzwischen sind die Zimmer wieder eingerichtet ...



Dielen-Schäden



Alles von derselben Firma ausgeführt?
Meisterbetrieb? Wobei der Meisterzwang bei Parkett aufgehoben wurde.

Wenn es ein Versicherungsschaden war habt ihr das Anrecht auf Wiederherstellung des Zustandes vor dem Schaden, ggf Neuwertversicherung.

Wenn der Unterboden zu uneben war, um fachgerecht neue Dielen verschrauben zu können kann mMn der Mehraufwand euch in Rechnung gestellt werden.
Auf jeden Fall kann nicht auf ungeeignetem Untergrund verlegt werden.

Ansonsten ist es die Frage, welchen Auftrag der Handwerker hatte- ob neue Dielen auf alter Unterkonstruktion oder eine komplette Neuverlegung inkl Unterboden.

Fugen, Risse, Acryl, sichtbare Dellen etc sind immer ein Mangel.
Fehler in der Oberfläche ebenfalls, soweit sie aus üblicher Augenhöhe und Beleuchtung feststellbar sind.

Wenn Dielen lackiert werden sind vorher Grundierungen notwendig, die Seitenverleimung mit Blockabrißfugen vermeiden.

Die Holzqualität muß der des alten Bodens entsprechen- meistens war die früher wesentlich besser als die neuer Pitchpine-Dielen.

Andreas Teich



Wenn...



...Ihr das wieder eingeräumt habt, sieht das sehr nach einer Abnahme aus. Wurden die Mängel schriftlich gerügt?

Was bedeutet "leicht gewölbt"?
Sind die Risse durchgehend oder nur oberflächlich?
Wie breit sind die Fugen, wie breit die Dielen? Davon unabhängig, ein nicht haltendes Geschmiere ist immer ein Mangel. Die Delle wegen mangelhaftem Schliff auch.

Grüße

Thomas



Neuer Pitchpine-Dielenboden - Mängel



Danke schon mal an beide Kommentatoren!!! Der Reihe nach:

Im OG wurde alles von einer Schreinerei ausgeführt, wobei m.W. keiner der wechselnden Mitarbeiter Meister war und offensichtlich unterschiedlich viel Erfahrung vorhanden war. Aufgrund des Umfangs des Schadens hatten wir eine übergeordnete Firma (Bereich Trockenbau), die die Handwerker für die anderen Gewerke zusammengestellt hat. Bis auf die Bodenarbeiten (in zwei Etagen) ist auch alles glatt gelaufen.

Die Versicherung übernimmt den Schaden. Aber für mangelhafte Handwerksleistung will sie nicht gerade stehen. Die Rechnungen gehen erst an uns ... Vereinbart war Wiederherstellung "wie Bestand".

Der Boden in diesem Kinderzimmer sowie die Decke darunter mussten, bis auf Balken, komplett neu aufgebaut werden (von oben nach unten: Giffa-Flor-Platten, Mineralwolle, leicht abgehängte Decke mit Silentboards). Die Schreinerei musste eine Holzlattung und eine Ausgleichsschüttung (Mehabit) aufbringen. Die Dielen berühren die Schüttung, soweit wir das mitbekommen haben, aber nicht oder kaum. Dann wurden die Dielen entsprechend der Höhe der angrenzenden Räume eingebaut und unsichtbar verschraubt. Die Dielen geben an vielen Stellen leicht nach. Bei der ersten Ausführung war das stärker. Deshalb wurden die Dielenanfänge im Zimmertürbereich jeweils mit zwei Schrauben sichtbar festgeschraubt, was etwas mehr Stabilität in diesem Bereich brachte.

Angeblich wurde im OG grundiert. Auf jeden Fall wurde die erste Lackschicht (1K Wasserlack) sofort danach aufgebracht.

Die neuen Pitchpine-Dielen sind heller, womit wir gerechnet haben (aber auch heller als der im benachbarten Kinderzimmer abgeschliffene alte Pitchpine-Boden). Das neue Holz scheint viel weicher und empfindlicher zu sein, bekommt viel schneller Schrammen und Dellen. Zu schade, dass der alte Pitchpine-Boden (Schimmelbefall) dran glauben musste.

Mit "gewölbt" meine ich, dass Dielenabschnitte nicht ganz gerade verlegt wurden, nicht ganz im Wasser sind. Hier stehende Stühle wackeln.

Die Arbeiten wurden erst im November abgeschlossen. Die ersten sichtbaren Mängel hatte ich vor Ort mündlich moniert. Danach waren wir verreist. Eine offizielle Abnahme hat bislang nicht stattgefunden und seitdem war auch noch kein Handwerker wieder hier. Über die Weihnachtsferien kamen unsere Kinder und anderer Besuch, weshalb wir die Räume wieder bezogen haben. (Immerhin mussten wir uns schon ein halbes Jahr räumlich stark einschränken.) Die nächsten Tage wird unser "Bauleiter" kommen, den wir hergebeten haben, um die Mängel festzuhalten und eine offizielle Abnahme zu machen.

Auch hatten wir beim Einräumen die Hoffnung, dass wir mit der Zeit über manchen Mangel hinwegsehen könnten. Aber leider haben sich einige der Mängel (Fugen, Risse, Absatzkanten) verstärkt, was uns bedenklich stimmt. Die Risse gehen durch. Wir hatten bei einigen der noch unverlegten Dielen schon feine Trockenrisse bemerkt und gebeten, diese nicht zu verwennden. Uns wurde aber gesagt, dass dies ein natürliches Holzmerkmal sei. Da Holz in größerem Umfang für den zweiten Bodenaufbau nachbestellt werden musste, sind wir davon ausgegangen, dass einwandfreie Dielen verwendet wurden. Allerdings standen wir bei der Verlegung nicht daneben ... Wir gucken jetzt natürlich ganz genau, weshalb wir auch schon die eine oder andere Diele mit Ansätzen von ganz feinen, oberflächlichen Rissen entdeckt haben. Das stört im Moment keineswegs, wird aber hoffentlich nicht mehr.

Ich spitze gerne die Ohren für Tipps und Ratschläge, wie wir mit den Mängeln umgehen sollten! Danke!



Gewölbt?



Wieviel ist das denn nun auf 1m? Vielleicht haben Sie ein Richtscheit und können das messen?

Grundsätzlich: Ein Trockenbauer ist kein Baukoordinator. Da kommt nix bei raus. Sie hatten einen Planer/Bauleiter bestellen sollen. War der Trockenbauer auch Generalunternehmer?

Haben Sie schon bezahlt?

Aus meiner Sicht brauen Sie einen auf Fußböden spezialisierten Sachverständigen.

Grüße

Thomas



Fußbodenbegutachtung



Sinnvollerweise alles von einem ö.b.u.v Sachverständigen für Parkett und Fußbodenaufbau begutachten lassen.
Der sollte ggf auch Kenntnisse im Schallschutz uä haben und die vorher vorhandene Konstruktion bewerten können.

Wenn die Bretter vorher auf den Balken verschraubt/vernagelt waren dürfte die Ebenheit des Bodens ja hinterher nicht schelchter geworden sein, falls nicht eventuell vorhandene Leisten oder Unterlagen zum Höhenausgleich entfernt wurden.

fragt nach der genauen Bezeichnung der Grundierung-
war die auch vom Lackhersteller?

Bei Pitchpine gibt es auch sehr unterschiedliche Sortierungen und Qualitäten.Ihr solltet zumindest eine gleichwertige bekommen.
Meine über 100 Jahre alter Pitchpine-Dielen sind dunkel-rötlich und die neuen eher gelblich. Vereinzelt hatte ich bei mehreren hundert qm auch sehr harzhaltige, dunkle Bretter, die eher der Qualität des alten Bodens entsprachen.

Andreas Teich

Andreas Teich