Neuer Massivholzboden auf Dippelbaumdecke




Liebe Community!

Wir sind in einen Altbau gezogen und möchten in einem Zimmer einen neuen Fußboden legen. Momentan besteht der Boden aus einem Dielenboden, der auf Polsterholzer genagelt ist. Unter dem Dielenboden ist eine Schüttung aus Lehm, Ziegelbruch, kleinen Steinchen und Moos (siehe Bild). Der Raum unter diesem Zimmer ist nicht beheizt.

Wir möchten einen neuen Massivholzboden legen. Dazu möchte ich den alten Dielenboden entfernen, würde aber die bestehende Schüttung gerne drinnen belassen und auf diese Polsterhölzer legen. Auf die alte Schüttung und zwischen die neuen Polsterhölzer würde ich 5 cm einer Hanf-Leichtlehm-Schüttung einbringen. Auf die neuen Polsterhölzer möchte ich einen 25mm starken Massivholzboden schrauben.

Wir scheuen den Aufwand die alte Schüttung zu entfernen und denken, dass man sich ja auch damals etwas dabei gedacht haben muss (Feuerschutz, Gewichtseintrag, Trittschall, Feuchteregulierung?)

Die Hanf-Leichtlehm-Schüttung möchten wir als Lastabtragend einbringen, da ich sonst befürchte dass die neuen Polsterhölzer in der alten Schüttung etwas versinken könnten und der neue Boden an manchen Stellen zu federn beginnt.

Ich bin mir auch nicht sicher bezüglich Diffusionsbremse. Ich denke nach oben hin soll eine Decke immer durchlässiger werden, nachdem mir aber schon jemand geraten hat unter dem neuen Boden eine Dampfbremse zu machen, bin ich mir auch hier nicht sicher.

Ist es klug die vorhandene Schüttung drinnen zu belassen und auf diese eine Hanf-Leichtlehm-Schüttung einzubringen?

Ist es außerdem vernünftig einen neuen Massivholzboden ohne Dampfbremse zu verlegen?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Liebe Grüße
Christian Ammer



Viel



kann ich dazu leider nicht sagen, aber ein paar mir bekannte oder zumindest von Handwerkern mitgeteilte Fakten:
1) Der Hauptzweck der Schüttung dürfte Gewichtseintrag gewesen sein.
2) Offiziell müsste die Schüttung entfernt werden, warum weiß ich nicht - wahrscheinlich weil niemand garantieren kann, was da an Schwermetallen und sonstigem Klumpert drin ist.
3) Bei so einer Konstruktion einen neuen Boden zu Verlegen gehört zu den ekelhafteren Arbeiten. Unsere Heimwerker-Vorgehensweise war, die alte Schüttung mit einer Maurerkelle, Holzkeilen usw. möglichst fest unter die Polsterhölzer zu stopfen, zwischen den Polsterhölzern aufzufüllen und immer wieder nachzustochern. Selbst dann kommt es immer wieder noch vor, dass der Boden federt und knirscht. Weiters schiebt man bei einer nicht gebundenen Schüttung ständig mit jeder Diele Schüttung durch die Gegend, die dann leicht zwischen den Brettern landet und dort stört. Ich habe mir geschworen, beim nächsten Projekt nur mehr aufliegende (mit Korkzwischenlage) und verschraubte Polsterhölzer zu verwenden. Wie man das allerdings bei Dippelbäumen professionell macht ist mir unklar, das ist bei einer Tramdecke irgendwie leichter.



Deckenaufbau



Warum nicht einfach alte Dielen raus (wenn das denn sein muß) und neue Dielung rein?
Wärmedämmung unten an die Decke. Da gehört sie hin, auf die kalte Seite.
Wenn es denn unbedingt oben sein muß und Sie mit dem Höhenzuwachs (Tür passt nicht mehr, Fensterbrüstungen werden niedrieger, Heizungsanschlüsse können nicht mehr passen) dann auf die alte Dielung trittfeste Holzfaserplatte als Dämmung. Lattung zur Fixierung der neuen Dielen darin einbetten, neue Dielung. Solche Systeme gibt es auch schon fertig.
Ihre Idee ist weder zulässig (Belastung der Einschübe) noch mit befriedigendem Ergebnis umsetzbar. Dazu der Preis und der Arbeitsaufwand.



Es



gibt bei einer Dippelbaumdecke keine Einschübe. Sie besteht aus auf drei Seiten behauenen ganzen Bäumen, die um Schwingungen zu verringern miteinander verdübelt werden. Eingebaut werden sie mit der runden Seite nach oben. Die gesamte Decke besteht also aus mindestens 10 cm Massivholz Balken an Balken.

Üblicherweise wird auf diese Deckenkonstruktion dann großzügig Schüttung aufgebracht, wobei die Schüttung auch unter den Lagerhölzern für den Fertigboden ist und somit die Last auf die Dippelbäume abträgt. Ich nehme an, dass zwischen Oberkante Dippelbaum und Unterkante Lagerholz (meistens 5x8er-Kantholz) mindestens 4-5 cm Platz sind. Man könnte also sehr wohl einen Teil der vorhandenen Schüttung entfernen und durch stärker wärmedämmendes Material ersetzen.

Die gängige Hauruck-Methode ist übrigens das Entfernen der Schüttung und vollflächige Betonieren nebst schwimmendem Fertigfußboden (Dreischichtparkett oder Laminat). Bei stark schwingenden Dippelbaumdecken (zu große Spannweite) kann so eine Betonschicht, hier dann mit dem Holz vernadelt, durchaus eine konstruktive Funktion haben, meistens stellt sie aber nur eine Unterlage für einen billigen modernen Fußboden her.



Deckenaufbau



Dann vergesst den Passus mit zulässig.



Hauptgrund die alten Dielen zu entfernen



Vielen Dank für Eure Antworten!

Das System mit Holzfaserplatte und Lattung gefällt mir gut.

Was ich in meiner ursprünglichen Frage vielleicht vergessen hatte zu erwähnen ist, dass der jetzige Dielenboden an manchen Stellen etwas federt und ich fürchte dass ich mit einem neuen Boden auf alten Dielen dieses Federn nicht weg bekomme. Und im Raum riecht es alt, ich will nicht sagen muffig, das wäre übertrieben, aber es gibt einen Geruch.

Das sind also zwei Dinge, die wir gerne beheben möchten. Die Dämmung ist gar nicht so das Hauptaugenmerk. Naja und wenn wir die Schüttung rausnehmen (was sehr staubig ist und wir außerdem die Nebenräume bewohnen) sollen, was gibt man heutzutage als Gewicht wieder hinein?

Liebe Grüße
Christian



Ja



staubig wird das und vor allem ist es eine lästige Schlepperei. Wenn in der Schüttung auch der in Wien übliche sehr grobe Ziegelbruch (ich hatte da schon halbe Ziegel) ist auch das Schaufeln sehr lästig.

Die übliche moderne Masseschüttung ist Liapor Fit, mit 300 kg/m3 ganz passabel. Schalltechnisch ist der Boden unter meinem derzeitigen Wohnschlafzimmer damit eher besser als vorher mit dem gemischten Bauschutt.

Der Geruch allerdings dürfte sich schon geben wenn man nur ausmalt (eventuell vorher alte Farbschichten abschert) und den derzeitigen Boden schleift. Auf die Art ist in einer mir bekannten Wohnung sogar der beißende Gestank von 30 Jahren nicht Putzen rausgegangen.