Neuer Fußbodenaufbau über alten Dielenboden

10.11.2020 jenar

Neuer Fußbodenaufbau über alten Dielenboden

Hallo,

Bei der Kernsanierung einer Wohnung in einem alten Rotziegelbauernhaus, befindet sich in einer Erdgeschoßwohnung ein alter Dielenboden. Der Aufbau ist auf den Bildern skizziert.

Der alte Dielenboden ist schon ziemlich unansehnlich aber noch sehr stabil. Der Boden ist trocken, aber ein etwas unschöner Geruch wird verströmt. Der kommt vermutlich aus dem Dielenboden selber und der darunter liegenden Schicht Schlacke mit einer Art Granulat aus Torf oder ähnlichem. Der Geruch ist nicht sehr penetrant, aber bemerkbar. Das Ziel ist einen neuen Dielenboden oben auf zu setzen. Gleichzeitig eine Schicht Isolierung dazwischen.

Meine Idee um nach unten hin abzusperren, wäre eine doppelte Dampfsperre einzuziehen und die unter den noch aufzubringenden Putz, an der Wand hoch zuschlagen. Meine Vorstellung ist das dadurch gut nach unten abgesperrt wird.

Meinungen dazu?

Vielen Dank und Beste Grüße schonmal



Fußbodenaufbau gegen Erdreich



der Aufbau funktioniert so nicht. Als erstes sollte mal definiert werden, was das für ein Geruch ist, ich vermute nämlich, der kommt von einer feuchten Unterkonstruktion des jetzigen Bodens. Habt Ihr den mal geöffnet. Das "Einsperren" der alten Dielen zwischen 2 dampfsperren wird zur Verrottung führen.
Vorab empfehle ich die Lektüre der PDF Dateien von Georg Böttcher zum Fußbodenaufbau gegen Erdreich oben unter dem Menüpunkt Lesestoff oder /und die Eingabe des Suchbegriffes unter der Lupe ganz rechts. Nach den Werbebeiträgen beginnt da die Sammlung der Forenbeiträge zum Thema.
Gibt es tatsächlich, wie auf der Skizze dargestellt kein Fundament?



Die Skizze



Die Skizze ist nicht originalgetreu. Das Fundament ist nicht dargestellt aber vorhanden.

Danke für den Hinweis zum PDF. Sehr Interessant, sehr umpfangreich und fundiert. Ich wünschte ich hätte einen Bruchteil an Erfahrung.

Den Fußboden haben wir nicht geöffnet. Er ist aber absolut trocken, also so Richtung Staub trocken. Es war ein alter Schachbrettparkettboden drauf. Ohne Zwischenschicht. In die alten drunterliegenden Dielen wurden damals Löcher gebohrt, ich vermute um nach unten eine Lüftungmöglichkeit zu schaffen.

Der alte Dielenboden soll nicht zwischen die 2 Dampfsperren eingesperrt werden, sondern die kommen oben drauf wie in der Skizze. Eigentlich kann es auch nur eine Sperre sein, wenn damit der Geruch abgesperrt werden kann. Und wie gesagt, ist der nicht penetrant, aber wahrnehmbar.

Alternativ gibt es vielleicht auch eine andere Folie, die Sinn ergibt? Wäre natürlich ein imenser Aufwand den Fußbodenaufbau so wie in dem PDF beschrieben neu aufzubauen. Zumal der Wohnraum seit 40 Jahren so genutzt wurde. Aber manchmal gibt es auch keine vernünftige Alternative. Schwierig.



So stellt man...



...,mit maximaler Mühe Kompost her.



Fußbodentrockenheit



die jetzt sichtbaren Dielen mögen trocken wirken, wie die Unterkonstruktion aussieht weißt Du nicht. Der Geruch würde mich stutzig machen und nur an den Symptomen zu doktern halte ich für gefährlich. Ich würde zumindest an einer Stelle am Rand versuchen eine Diele zu heben , um einen Blick drunter werfen zu können.
Auch mit nur einer Folie würdest Du die im Erdboden vorhandene Feuchte ( und wenn es nur die Ausgleichsfeuchte ist) einsperren und die steigt dann zwangsläufig an und das Holz fängt zu rotten an. Das Argument, das es so schon 40 Jahre funktioniert hat, zieht nicht, weil Du durch Deinen Eingriff das möglicherweise tolerante Systems des Fußbodenaufbaus veränderst und dieser kleine Eingriff das Gleichgewicht beenden könnte.
Ein gutes Beispiel dafür sind die vielen Schimmelerfahrungen nach dem Fenstertausch. Eine scheinbar kleine Aktion, die jedoch plötzlich zu Schimmelprobleme führt, weil die jetzt hochgedämmten Fenster nicht mehr der kälteste Punkt im System sind und als " Sollkondensationsfläche" nicht mehr zur Verfügung stehen und die Außenwand nun diese Funktion übernimmt.



Dann muß es wohl gemacht werden.


Dann muß es wohl gemacht werden.

Hallo pope, vielen Dank für deine Ausführungen. Sehr verständlich und nachvollziehbar. Dann befürchte ich, wenn man dem Geruch zu Leibe rücken möchte, das man keine andere Wahl hat als das richtig anzugehen. Bei einem gleichen Aufbau wie dem alten bisherigen (also ohne Sperre nach unten nur neue Dielen auf alte Dielen) wird es auch mit neuem Dielenboden so bleiben. Der Einzelofen in der Wohnung zieht aus allen Ritzen die Luft. Auch von unten aus den Zwischenräumen der Dielen. Das ist in dem von dir empfohlenen PDF von Herrn Böttcher zum Fußbodenaufbau schön beschrieben.

Ich habe versucht mal der Beschreibung zu folgen die unter der Teilüberschrift "Eine Bauanleitung für Fußböden über Erdreich" auf Seite 15 zu finden ist und eine Skizze angefertigt.

Da bei mir neue Dielen das Ziel sind hätte ich folgende Fragen:

1. Kann auf den Estrich (laut Herrn Böttchers PDF über der Sauberkeitsschicht liegend) in diesem Aufbau verzichtet werden? Dafür die Sauberkeitsschicht dicker machen. Auch eine Armierung könnte in die Sauberkeitsschicht eingearbeitet werden. Weil wenn es nach unten hin bereits dicht ist, welche Funktion erfüllt der Estrich?

2. Wenn der Erdboden zu tief ist (vermutlich ist er nämlich zur Außenwand abschüssig mit ca 10cm Unterschied), kann unten drunter Kies aufgefüllt werden oder was wäre hier das beste Mittel der Wahl um 10-20cm höher zu kommen und ein gleiches Niveau zu generieren?

3. Armierung. Es wird nicht beschreiben, ob eine Armierung in der Sauberkeitsschicht notwendig ist. Sollte das nicht unbedingt gemacht werden?

Vielen Dank und Liebe Grüße



Bodenaufbau



die Sauberkeitsschicht hat den zweck, den Untergrund zu nivellieren und für den Folgeaufbau vorzubereiten. Wenn das Erdreich fest genug, z.b. sehr lehmig ist und ausreichend gut verdichtet braucht es die Sauberkeitsschicht nicht. Ob sie nötig ist, müßte vor Ort entschieden werden.
ich würde folgendermaßen aufbauen:
1. Planum oder Sauberkeitsschicht ( bei Planum des Unterbodens dann ein Geovlies zur Entkopplung)
2. Höhenausgleich mit Glasschaumschotter ( dient gleichtzeitig als Vordämmung)
3. Schrenzlage aus einer Folie
4. Estrich 6 cm
5. Feuchtsperre Bitumenschweiß, Katja Sprint etc. bis OK Dielung an der Wand hochziehen
6.4cm druckfeste Holzfaserplatte ( evtl . auch nur 2 cm)
7. 4 cm druckfeste Holzfaserplatte versetzt und zwischen den Platten jeweils 40x60 ( 38x58) Latten im Rastermaß der Platten längs als Dielenauflage
8. Dielung in die Latten verschraubt, die Dielung läge dann vollflächig auf den HFP auf.

So hast du einen super gedämmten, stabilen und dauerhaften Fußboden.
Bezüglich des Geruchs: Die Geruchsempfindlichkeit ist unterschiedlich. Das Gästezimmer ist bei uns der ehemalige Heuboden. Dort riecht es nach fast 25 Jahren immer noch danach.Das stört aber nicht. Holz nimmt gern den Geruch der Umgebung an. Wie gesagt, vielleicht ist der Neuaufbau auch vermeidbar und die alte Dielung ist aufarbeitungsfähig, wenn der Konstruktionsaufbau überprüft wurde.



Vielen Dank



Das ist eine wunderbare und hilfreiche Anleitung! Ich werde mir den Fußboden nun mal genauer anschauen und mit deiner Anleitung das mal in einen sauberen Aufbau umsetzen. Vermutlich wird noch die eine oder andere Frage aufkommen. Aber jetzt schonmal 1000 Dank dir pope!



Punktlast Glasgranulat



Eine Frage hätte ich schon. Flächenlast für das Glasgranulat ist ausreichend hoch. Wie ist den das beim verarbeiten, wenn es betreten werden müsste, also Punktlast. Hält es das aus, oder zerbröselt es da unterm Stiefel?



Info Schaumglasschotter



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