Neuer Dielenboden im OG

08.03.2021 Alexa

Neuer Dielenboden im OG

Hallo Experten,
wir haben im OG unser Bad erneuert und nun muss ein neuer Dielenboden rein.
Idee - wir haben im ganzen Haus lange durchgehende Dielen liegen. Das Bild möchte ich aufrechterhalten. (Bild oben links)

Problem: Durch die Gestelle von WC und Waschbecken befinden sich jetzt leider genau auf den Balken die Träger. Somit müsste ich irgendwie unterfüttern. (Bild unten links)

Variante 1: Ich erhöhe die alten Balken um die 2 cm indem ich eine Diele drauf Schraube und schraube dann direkt von oben massive Dielen drauf. Verschraubung sichtbar. Uns wurden angeboten Lärchedielen mit einer Dicke von 2,6 cm ohne Nut und Feder.

Alternativ 2 cm dicke Dielen mit Nut und Feder.

Variante 2: Ich lege OSB und verschraube diesen. Und schraube auf die OSB Platte die Dielen entweder sichtbar ohne Nut und Feder drauf oder verdeckt verschraubt und nehme die Dielen mit Nut und Feder.

Welche Variante ist die Bessere? Lieben Gruß, Alexandra



Höhe



Hallo Alexandra,

das ist ein wenig unglücklich.
Ich kann mir vorstellen, dass Ihr durch das Unterfüttern dann an der Türschwelle zu hoch kommt. Außerdem muss auch wieder ein Hohlraum verfüllt werden.
Geht es nur um die beiden Metallschienen?
Wie hoch sind diese denn? Vielleicht kann man an der Unterseite der betreffenden Dielen etwas ausfräsen.
Auf jeden Fall würde ich mich für Nut-und-Feder Bretter entscheiden.

Viele Grüße,

Mark



Höhe



Hallo Mark,von der Höhe kommt es hin, wenn wir genau auf die Schienen mit den Dielen anfangen. Wir haben ein wenig Spiel im Türbereich. Da müssen wir dann die Schwelle ein wenig einfräsen. Die Dielen ein wenig einfräsen wäre auch noch eine parallele Option.

Kann ich denn mit Nut und Feder und unsichtbarer Verschraubung einfach auf die Balken bohren? Mir wurde erklärt, dass der Abstand der Auflage maximal 40 cm bei der Aufbauweise auseinander liegen sollte. Unsere Balken liegen aber 60 auseinander. Oder kann man Nut und Feder auch von oben sichtbar verschrauben / nageln?

Sonnige Grüße,
Alexandra



Verschraubung



Zum Verschrauben der Dielen auf den Balken verwende ich gerne "Spax Floor" Schrauben (z.B. 3,5 x 55), auch für stärkere Dielen. Diese werden ohne Vorbohren schräg durch die Feder verschraubt. Die folgende Diele verdeckt dann den Schraubenkopf.
Bei einem größeren Balkenabstand würden sich auch stärkere Dielen anbieten, 25 - 30 mm.
Dann klappt es eventuell auch, die zwei Schienen zu überdecken.

Gruß Mark



Wo ist die Abdichtung?



Hallo,
wie wurde unter/hinter den Sanitärobjekten Mauerwerk und Boden geschützt gegen Undichtigkeiten?
Wo stehen Dusche und Badewanne drauf? Wie wird verhindert, das Kleckerwasser durch verstopften Ablauf in die Ritze zwschen Dielen und Fliesen gelangt?

Silikonfugen sind Wartungsfugen, wie unten geschrieben wurde, richtig. Wichtiger noch ist, Siliconfugen egal ob heile, abgerissen oder vergammelt - eine Silikonfuge ist keine Abdichtung!

Gruß
Detlef



Dielenboden im Bad



Hallo Alexa,
nachdem was du schreibst und wie du es schreibst gehe ich davon aus dass du weißt welches Risiko du eingehst, wenn du im Bad auf einer (alten) Holzbalkendecke einen Fußboden ohne Abdichtung baust.
Trotzdem möchte ich es nochmal ausdrücklich erwähnen: Irgendwo eine unsichtbare undichte Stelle, in die permanent und immer wieder Wasser eindringt, kann die Decke nachhaltig ruinieren!
Langfristig gesehen ist das sehr riskant. Behalte bitte in Zukunft alle Silikonfugen im Auge, denn die sind die einzige Abdichtung!!! Aber sie sind auch "Wartungsfugen", die von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen..... was in 99,9% der Fälle zu spät passiert.

Aber um auf deine Frage einzugehen:
Ich sehe es auch wie Mike, es dürfte erst mal einfacher sein die 2cm hohen C-Schienen aus der Unterseite der Dielen auszufräsen als den kompletten Boden mit 2cm-Leisten aufzudoppeln.
Aaaber: Sofern die Oberflächen der Deckenbalken, die ja als Lager/Auflage der Dielen dienen sollen, sehr gerade sind.
Wenn nicht, wirst du Probleme haben die Dielen drauf zu schrauben, weil die dann über die Unebenheiten "kippeln". Wenn du dann noch N+F-Dielen verwendest (was ich absolut bevorzugen würde) und diese verdeckt (in der Nut) verschrauben willst, kann es passieren das der untere "Steg" der Nut beim festschrauben nach unten weg bricht/reißt, weil der hohl liegt.
Und/oder kann es passieren, dass du die Feder der nächste Diele nicht mehr in die Nut rein schieben kannst, weil diese nächste Diele auf einem Buckel des Balken zum liegen kommt.

Falls du Dielen ohne N+F verwenden willst, nagele sie mit Kammnägel auf die Balken, das sieht "authentischer" aus als die schnöden Torx-/Kreuzschlitzschraubenköpfe. Kammnägel zieht es auch nicht so einfach aus den Balken, die halten fast so gut wie Schrauben.
Und wenn du sie nicht komplett in die Dielen rein haust und anschließend nochmal kurz mit einem Bandschleifer drüber fährst, ist der Zink weg und die Köpfe rosten recht schnell. Die sehen dann nach kurzer Zeit alt aus... ;-)



Neuer Dielenboden im OG



Hallo Liebe Experten,

ganz herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen. Jetzt habe ich einige Ideen. Auf jeden Fall gibt es dickere Dielen.

Für Euch zur Rückmeldung: Wir haben in dem Haus seit rund 45 Jahren die Bäder mit Dielenboden. Diese sind immer geölt gewesen. Wir haben sie zusätzlich mit Hartwachs behandelt. Damit gibt es gar keine Probleme - auch nicht mit Spritzwasser. Wenn kleinere Mengen durch laufen, ist das mit dem Aufbau kein Thema. Da wir die Dielen ohne Nut und Feder haben, trocknet es einfach. Ein gefliester Boden im OG mit Küche drunter würde dem Haus weitaus mehr Probleme machen.

Im neuen Bad haben wir die Ecke mit der Dusche / Badewanne von den Dielen getrennt und den Unterbau entsprechend abgedichtet, da eine neue Wand eingezogen wurde, die entsprechend Halt brauchte. Ansonsten stand bis jetzt die Wanne einfach auf den Dielen. Im anderen Bad steht die Dusche einfach auf den Dielen. Ich stelle Euch gerne Bilder ein.

Lieben Gruß,
Alexandra



Dielen sollten immer,



und ganz besonders im Bad, Nut und Feder haben, und sie sollten geschraubt werden, vorzugsweise verdeckt. Auf einer alten Balkenlage würde ich (unabhängig vom Balkenabstand, immer 27/28er Dielen verwenden, falls sie nicht aus statischen Gründen stärker sein müssen.

Die glattkantigen Lärchebretter sind keine Dielen, und vermutlich als gehobelte Deckschalung für die Fassade gedacht. Als Bauholz gelten sie schon als getrocknet, wenn sie gleich bzw. unter 20% Holzfeuchte haben. Im Innenbereich sollten Dielen aber ca. 9% haben, und, wie gesagt, Nut/Federverbund. Das macht den Boden stabiler und dichter. Baut Ihr derartige zu Feuchte Bretters ein, bekommt Ihr später beträchtliche Fugen. Schrauben sind Nägeln in jedem Fall vorzuziehen. Nägel jeder Art können durch das Arbeiten des Holzes ein klein wenig gezogen werden, und dann knarrt es durch die Reibung des Brettes am Nagelschaft. Besonders wieder bei zu feucht eingebautem Holz.

Eine OSB - Platte sehe ich im Bad als Unterlage eher skeptisch, da sie auch kleine Mengen eingedrungenes Wasser lange unter der Diele hält. Das führt weitaus eher zu Schäden, als wenn sich ein paar Tropfen in der Schüttung verteilen.

Silikon hat im Kontakt zu Holzböden nix verloren, es verhindert die Annahme von Öl. Vom Schleifen breitgeschmiert gar bildet sich schnell das optische Bild der "Silikonpest" heraus.

Euer Bad scheint nicht riesig, ich würde Euch zu einer raumlangen Dielung N+F aus Eiche, sibirischer Lärche (leider nur noch selten in Dielenqualität zu bekommen) oder splintfreier Douglasie raten. Etwas teuerer, macht aber bei kleinen Flächen nicht viel aus.

Grüße

Thomas



Dielen sind bestellt



Hallo Thomas, ich habe jetzt sibirische Laerche bestellt mit Nut und Feder. Restfeuchte 9 Prozent. Das sind richtige Dielen für den Innenbereich in 27 mm. Derzeit sogar in lang direkt lieferbar. Danke für die vielen Tipps. Hat mir sehr bei der Entscheidungsfindung geholfen. Bilder folgen. Lieben Gruß Alexandra



Eine gute Wahl...



...und viel Erfolg.

Grüße

Thomas