Neuer Dielenboden - Folie oder keine Folie

07.01.2020 Blechmann



Hallo Gemeinde,

in Kürze werde ich im Erdgeschoss einen neuen Dielenboden (Kiefer, 27 mm) auf eine scheitrechte Kappendeck (Stahlträger mit ca. 10 cm starken Betonfeldern) einbauen.
Das Haus ist Baujahr 1911 und voll unterkellert. Laut U-Wertrechner ist im Winter auf der Betonplatte mit geringen mengen Tauwasser (ca. 0,33 kg/m²) zu rechnen. Der Keller ist baujahrtypisch nicht abgedichtet; Luftfeuchte 50 - 90 sind möglich, Temperatur geht schon mal runter auf ca. 10 °C.

Die Dielen kommen auf KVH 60 * 120 mm mit 60 cm Achsabstand. Baulich bedingt müssen zwischen 19 bis 28 cm Höhe unter den Dielen ausgeglichen werden. Ich werde das mit aus KS-Steinen gemauerten Auflagehöckern im Mörtelbett bewerkstelligen, auf denen die Balken dann, mit Gummigranulatplatten unterlegt, aufliegen. Zwischen die KVH-Balken kommt 10 cm Mineralwolle.

Meine Frage in dieser Situation: Bei Dielenböden lese ich immer das eine PE-Folie oder Schweißbahn zum Schutz vor Feuchtigkeit aus dem Untergrund nötig ist. Ist das auch der Fall wenn der Abstand zur Betonplatte so groß ist?

Freundliche Grüße
Torsten



Schon gelesen ?



oben unter Lesestoff die PDF`s von Georg Böttcher zu Ihrem Aufbau studieren. Bei der Abdichtung gegen Feuchte von unten geht es weniger um die Dielung als um die Durchfeuchtungsvermeidung der Dämmung.
Wir kommt es bei einer scheitrechten Decke zu solchen Höhenunterschieden ? Um wieviel qm geht es ?



Durchfeuchtungsvermeidung ...



..ist dann auf das mögliche Dampfdruckgefälle bezogen? Bei einem feuchten Keller kann das ja immer wieder in Richtung Wohnraum gehen.
Auf der Seite der Folie in Richtung Raumluft kann ja auch Kondensat entstehen, wenn sie auf dem kühlen Beton liegt. darum war ich etwas irritiert.
Das Haus hat eine recht ordentliche Schieflage. Dazu kommt das es sich um zwei zusammen gelegte Räume handelt bei denen die Bodenplatte unterschiedliche Höhen haben. der Raum ist ca. 4,5 x 7,8 m



Andersrum



das Dampfdruckgefälle ist wesentlich von der Temperatur abhängig, in deinem Fall wird der Dampfdruck also eher vom Zimmer Richtung Keller abfallen. Wesentlich günstiger wäre es, die Kellerdecke von unten zu dämmen. Was soll denn in den Hohlraum unterhalb des KVH mit dazwischengeklemmter ? MIWO. Ein Haus von 1911mit einer derartigen Schieflage auf 7m Länge? Da sollte es Ursachen geben.



Danke für die schnelle Antwort.



Die Dämmung auf der kalten Seite wäre natürlich das Beste. Der Keller hat aber nur ca. 182 - 185 cm Deckenhöhe. Die Dämmung der Unterseite wäre darum ein großes Problem (Waschkeller, Bastelraum etc. kaum noch nutzbar).
Die Dämmung von der Raumseite wäre darum eigentlich die einzige Möglichkeit. Zwischen die KVH Balken würde ich zur Sicherheit Dachlatten mit Winkeln anschrauben um die Mineralwolle an ihrem Platz zu halten. Der Hohlraum unter dem KVH würde frei bleiben.

Entweder der Bergbau (Ruhrgebiet) oder das nachträglich errichtete angrenzende Nebengebäude könnte der Grund für die Schieflage sein. Seit mindestens 1985 hat sich aber nichts mehr bewegt. Zu der Zeit wurden diverse Türen und zwei neue Trennwände eingebaut. Die sind alle im Lot.

Vom Grundsatz sieht man diesen Aufbau (Dielen auf KVH mit Mineralwolle zwischen den Balken) im Internet ja zu hauf - was natürlich nicht bedeuten muss das es ausnahmslos richtig ist.
In meinem Fall kommt eben der Hohlraum von 7 bis 16 cm unter dieser Konstruktion hinzu.

Darum war ich nicht sicher ob die Folie nur dann benötigt wird wenn die Mineralwolle auf dem Betonboden aufliegen würde - was sie in meinem Fall nicht tut.



Dielenbodenkonstruktion über Kellerdecke



Derart große Höhenunterschieden würde ich mit einer Querlage KVH im Abstand von 1-1,2 m unterbauen, was auch viel weniger Ausgleichspunkte benötigt, die primär auf den Stahlträgern sein sollten- nicht auf der Gewölbekappe.

Wenn die obere KVH Lage zB 6/160 mm betragen würde können die Abstände darunter erheblich größer sein.

Folie darunter würde primär gegen neu eingebrachte Baufeuchte sinnvoll sein-
bei weitestgehendem Trockenbau wohl auch entfallen können, wenns keine weiteren Feuchtequellen gibt.

Hohlraum am besten voll mit Zelulose füllen.
Außenwände in den gedämmten Bereichen vorher abdichten- sofern nicht komplette trocken.



Wozu die Bastelei?



Ob z.B. die Dämmmatten dauerhaft da bleiben?

Ich würde, siehe Georg Böttchers pdf zum Fußbodenaufbau über Gewölben, mit Leichtbeton arbeiten, waagerecht abgezogen. Darauf eine Sperrbahn. Weiterbau vorzugweise mit Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern z.B. 40 x 60mm. Damit wird der Holzaufbau des neuen Bodens flächig durch die Sperrbahn geschützt.

Grüße

Thomas



Vielen Dank...



...für die konstruktiven Anregungen.

Um noch einmal auf die Folie und die Aussage von Herrn Teich zurück zu kommen, dass sie nur zum Schutz vor Baufeuchte Sinn macht.

Voraussetzung:
-die KVH-Balken stehen auf KS-Stein Sockeln (auf Mörtelbett in Waage ausgerichtet) auf der trockenen Betondecke,
-die Mineralwolle liegt nicht auf dem Beton auf
-Kondensatbildung auf der Raumseite durch eine ausreichende Kellertemperatur (ca. 12 °C) + 3 cm XPS Dämmung von unten ausgeschlossen

Kann dann auf eine Folie verzichtet werden? Oder ist sie zum Schutz vor möglicher aufsteigender Feuchte aus dem Keller nötig? (Wobei das Dampfdruckgefälle die meiste Zeit ja in Richtung Keller gehen sollte).
Hintergrund der Frage/Wunsch nach dem Verzicht auf die Folie ist der Gedanke, dass ein Dampfdruckgefälle vom Wohnraum zum Keller eine zusätzliche Trocknungsreserve in Form von Diffusion nach unten darstellen würde.



Holzboden über Keller



Wie gesagt könnte in deinem fall auf Folien verzichtet werden, wenn der Boden mit kapillaren, diffusionsoffenen Materialien ausgeführt wird.
Ich würde daher mit auf Gummigranulatstreifen ausgerichteten KVH-Balken arbeiten und den Hohlraum voll mit Zellulose ausfüllen.
Auflagerung nur auf den Stahlträgern und nicht auf den Beton-Zwischenfeldern