Neuer Bodenaufbau mit Dielenboden, schlechter Trittschall




Hallo liebe Forenmitglieder,

Es folgendes Problem eine Decke zum 1. Stock ist eine Filigrandecke mit Hohlen Deckensteinen und mit Beton grob abgezogen (6 cm Höhendiffenz teilweise), allerdings aus den 60er Jahren, mit einem unheimlich schlechten Trittschall. Um das überhaupt herauszufinden, haben wir den ursprünglichen Bodenaufbau herausgerissen.

Folgendes haben wir dann gemacht: 12mm Randdämmstreifen angebracht, mit 1-6 cm Bituperl Ausgleichsschüttung eine gerade Ebene reingezogen, dann Steicofloor Dämmplatten mit verlegeleisten verlegt, und darauf dann ein paar Quadratmeter 27 mm starken neuen Kiefernholz Dielenboden verlegt.
Leider hat sich trotz Schüttung und Dämmplatten nichts verbessert, wenn man auf den paar qm herumläuft.
Gerade (vllt sogar ausschließlich) die ganz tiefen Frequenzen gehen stark durch.

Da es keine zufrienstellende Verbesserung gab, so schön der neue Boden auch ist, wäre es wohl gut, in diesem Stadium noch etwas zu verändern. Ich dachte daran (wenn auch nervig) die Steicofloor-Platten Stück für Stück wieder herauszunehmen, darunter 20 oder 25 mm Trockenestrichplatten von Knauf, Norit oder Fermazell zu verlegen, direkt die Holzweichfaserplatten wieder drauf und dann den Dielenboden neu zu verlegen.

Gibt es noch andere Ideen? Ist eine Sanierung der Unteren Decke Sinnvoller gegen Trittschall? Mit entkoppelten Platten? Leider ist unten schon renoviert, wäre nur im Notfall eine Idee.

Würde es jemand hier als Möglichkeit betrachten die Trockenestrichplatten einfaoch auf die Steicofloorplattne oben drauf zuverlegen und darauf direkt den Dielenboden?
Kann ja die Verlegehölzer anzeichnen und längere Dielenschrauben nehmen.

Vielen Dank für eure Antworten.



Trittschall



Drei Fehler sehe ich:
1. Der bei dieser Bauweise überflüssige Randdämmstreifen der Schalldurchgang erlaubt
2. Fehlende Masse und Zweischaligkeit
3. Wahrscheinlich die Nichtbeachtung potentieller Nebenübertragungswege
Die Dielung ist in diesem Fall keine gute Wahl. Besser wären Trockenestrichplatten (Fermacell...) und textiler Belag.
Ich hoffe unter dem Steicofloor liegt noch eine durchgehende Dämmplatte.



Schalldämmender Deckenaufbau



Aus welchem Material bestehen die Randstreifen?
EPS/Schaummaterialien wären ganz schlecht, dichte Holzfaserplattenstreifen wären ok.

Besser wäre es gewesen, die Hohlsteindecke mit einer dickeren Estrichschicht auszugleichen, um die Masse zu erhöhen-
Tiefe Frequenzen werden durch Masse gedämmt.

Darauf kann eine Holzfaserdämmplatte dicht bis zum Rand verlegt werden.
Dann zB PhoneStar-Platten (sandgefüllte Wabenplatten).
Div Konstruktionen hier:
https://www.wolf-bavaria.com/produktübersicht-1/phonestar-schallschutz/phonestar-boden-massiv/
Hotline anrufen
Deine Hohlsteindecke ist aufgrund des viel geringeren Gewichts aber nicht als massive Betondecke zu werten.

Sofern die Tragfähigkeit der Decke es erlaubt könnten auch auf die Holzfaserplatte Betonplatten verlegt werden-
Randbereiche und Lücken mit feinem Sand austreuen.
Darauf eine durchgehende dünne Holzfaserplatte bis zu den Umfassungswänden und
dann die Steicofloorplatten und -latten, auch bis an die Mauern verlegen.

Dielen nur direkt in Holz verschrauben ohne Zwischenschichten.

Andreas Teich



Estrichplatten



Vielen Dank für die Antworten. Also Fakt ist wohl, dass ich mehr Masse und eine 2. Schale brauche.
Ich habe eine Doppelte Fermacellplatte testweise darunter gelengt und siehe da, es hört sich schon viel besser an. Einen Nassestrich habe ich wegen der Baufeuchte und Trocknungszeit ausgeschlossen. Aber das wäre wohl das Beste gewesen. Nun liegt aber schon die Schüttung und ist waagerecht, daher würde ich gerne eine Lösung hierfür finden. Natürlich sind die Randdämmstreifen selbstklebend aus Pe-Schaum. Ist das so schlecht, dass ich es gegen Holzfaser tauschen sollte?

Jetzt meine konkrete Frage. In wiefern empfiehlt sich diese Phonestar Platte gegenüber einem Trockenestrich? Ich wäre jetzt zu Knauf gegangen und eine 22 mm Aquapanel Cementboard Platte gekauft. Diese wiegt 37 kg/m² und ist günstiger als Die Phonestar Tri, die mit ihren 15 mm nur 18 kg/m² auf die Waage bringt. Da die Aufbauhöhe nicht entscheidend ist, fahre ich doch am Besten mit der Schwereren Platte oder?

Und etwas zwischen Dielen Und Holzunterkonstruktion zu legen widerstrebt mir eigentlich auch. Das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre eine Dünne Korkmatte aber das ist wohl auch nix oder?

Herzlichen Dank



Boden planen



Hallo Rode407,

das hier kann dir sicherlich weiterhelfen: http://www.bodenplaner.com/

Du kannst natürlich auch Estrich-Elemente von Fermacell nehmen. Die gibt es schon mit vorkaschierter Dämmung – entweder Mineralwolle oder Holzfaser.

Viel Erfolg.



Decken- Schalldämmung



Keine Materialien zwischen Holzunterkonstruktion und Dielen einfügen-
dies führt zu instabilen Schraubverbindungen und Knarren.
Also weder Kork noch Gipsplatten!

Nicht nur das Gewicht entscheidet sondern auch das Dämpfungsvermögen-
in dieser Hinsicht ist Sand sehr gut.
Jeweilige Hersteller-Hotline anrufen-
die sollten die erreichbaren Werte angeben können,
sofern Schallübertragung durch Nebenwege ausgeschlossen werden kann.
Wenn die Tragfähigkeit der Decke ausreicht sind dünne Betonplatten am günstigsten-
sowohl was Kosten als auch Erhöhung der Masse betrifft.

Diese auf eine dünne Holzfaserplatte auf der nivellierten Schüttung auflegen-
Randbereiche und Fugen mit feinem Sand ausfüllen.
Vorher Randstreifen verlegen!

Andreas Teich