Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller



Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller

Hallo!
Nach längerer Überlegung wage ich es mal, mein momentanes Projekt zu schildern.
Situation: Über dem mit Siegerländer Grauwacke gemauerten und mit Lehm verfugten Gewölbekeller befinden sich zwei Räume, welche noch nicht bewohnt werden. Wie sich herausstellte, liegt die Fichtedielung (Nut und Feder, ca. 30mm stark) direkt auf einer Lehmschicht, die Balken der Dielung liegen sogar in der Schüttung, die sich vielleicht schon seit 1748 dort befindet.
Der überwiegende Teil der Lehmschüttung ist trocken gewesen beim neugierigen Aufsägen der Dielen, also nicht nachträglich getrocknet. Unter einem Teil der Dielen kam eine durchsichtige Folie zum Vorschein. Ich vermute, der Boden wurde vor ca. 25 Jahren neu gelegt.
Nach mehreren Gesprächen um diese Sache bin ich immer noch nicht sicher, wie nun am besten- für das Haus, und damit für mich- vorzugehen ist.
Fakten: Der Keller bleibt feucht, ist ja schliesslich mit Lehmfugen versehen, die Keller Aussenwand ist gleichzeitig die Bruchsteinwand (vor vielen Jahren von aussen mit Beton zugegossen )auf der die Schwelle liegt. Darüber das Eiche- Ständerwerk mit Lehmausfachung. Leider ist auf der Seite der Aussenwand feuchter Lehm zu sehen und zu fühlen. Ich kann noch nicht sagen, ob die Feuchtigkeit von aussen ihren Weg (unter der schlechten Grundschwelle hindurch) oder von unten aus dem Gewölbe findet.
Meine (falsche) Annahme, ich müsse den Boden des Zimmers mittels Beton und Folie und Estrich absperren, ergab während einer symphatischen Beratung bei Fa. Meurer folgenden Vorschlag: Die Feuchte würde durch ein Absperren in die Wände gedrückt. Am besten also den Lehm rausnehmen, Blähtonschüttung rein, neuen Bodenaufbau auf Holzfaser- Dämmplatte und am besten mit einer unterstützenden Fußbodenheizung herstellen (Zur Zeit Heizkörper, aber eine Wandheizung wäre meine Lieblingsheizung!) Die Dämmung solle bis hinauf zur geplanten Wanddämmung mit Weichholzfaserplatten in maximaler Dicke von 6cm gezogen werden. Alle Wände werden innen nur noch mit Lehm verputzt (sowieso geplant) Ich stelle mal Bilder ein. Bin sehr gespannt, wie die Antworten ausfallen! Danke schon mal fürs Lesen!
Gruß Christoph



Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller



Haus von aussen, das Zimmer, um das es geht befindet sich rechts.



Bodenaufbau über Gewölbe



Dass eine Schwelle bei Schlagregenbelastung Wassereintrag nach innen ermöglicht ist sicher nachvollziehbar.

Dass bei Ziegelmauerwerk und hochliegendem Sockel die Feuchtigkeit bis zum Fußboden aufsteigt scheint mir unwahrscheinlicher.

- wie hoch liegt die Gewölbekappe und die Unterseite der Schwelle über dem Außengelände?
Wie hoch kann der Bodenaufbau über der Gewölbekappe sein?

Eine Skizze mit allen Maßen ist am deutlichsten.

Die Schwelle sollte möglichst nicht innerhalb des Fußbodenaufbaus liegen, zumindest nicht mit Folien abgedeckt werden.
Evt ermöglicht das Verlegen des Heizungsvorlaufs unterhalb der Schwelle schnellere Trocknung.

Sofern das Gewölbe trocken ist könnte soweit möglich und sinnvoll der Lehm abgetragen und eine Dämmschüttung eingebracht werden ohne darunterliegender Folie.

Darauf ggf Holzfaserdämmplatten, Traglattung, Zwschendämmung und Holzdielen.

Außenwände mit Wandheizung versehen-
evt ist der Lehm aus dem Boden zum Untermischen für den Wandputz geeignet.

Die Kellerfeuchtigkeit kann durch angepaßte Lüftung, ggf mit zeit-/feuchtegesteuertem Ventilator oder Lüftungsanlage reduziert werden.

Andreas Teich



Bodenaufbau über Gewölbe



Hallo Herr Teich,
danke für die Antwort.
Ich werde gleich mal eine Schlauchwaage kaufen und am Wochenende eine Skizze anfertigen.
Habe gestern mal wenige kg des ausgehobenen Lehms gesiebt, eingesumpft und an die Wand geworfen;-)Wie zu erwarten, ist der Lehm zu fett und muss gemargert werden, aber immer noch besser als das Zeug zur Deponie zu fahren!
Gruß Christoph



Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller



Hallo!
Eine Skizze (Laienhaft, insbesondere was die Darstellung des Gewölbes angeht- bitte verzeiht)habe ich mal gemalt.
Die alte Dielung und die vermoderten Balken sind in wohlige Wärme aufgegangen, der verschmutzte Lehm (Holzreste, Putzreste vom ehemaligen Gipsputz der Wände usw) worin die Dielenbalken lagen ist beseitigt.Der "saubere" Lehm ist noch drin. Der Feuchteeintrag kommt eindeutig von den beiden Aussenwänden, 50cm weiter Richtung Raummitte ist es schon trockener und etwas weiter innen und an den Innenwänden ist es Staubtrocken.
Kann der Eintrag vom Fachwerk bzw. über undichte Gefache her kommen? Dann müsste man da anfangen.
Es ist nicht viel Platz über der höchsten Stelle des Gewölbes.Ich kann jetzt die Steinplatten von oben sehen.Zwischen Oberkannte Dielung (sicher auch 30mm dick) des Nebenraumes und Oberkante Steine des Gewölbes sind da nur 8-10cm. Die alte Fußbodenoberkannte soll wieder hergestellt werden, passend zum Raum daneben. Da der Bereich aber trocken ist sehe ich an der Stelle kein Problem.
In der Mitte des Raumes gibt es in Gewölbemitte einen Senkrechten Schacht in den Keller. Etwa 30X30cm. Diese Öffnung wurde von oben mit einem großen Stein abgedeckt. Zu was war diese Öffnung früher da?
Doch die alles entscheidende Frage lautet:
Wie verfahre ich an den Aussenwänden?
Gruß Christoph





Hier mal ein Bild der Baustelle:



Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller


Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller

Aussenwand zur Straße



EG-Bodenaufbau und Fachwerkschwelle



Die Feuchtigkeit wird vermutlich im Bereich unterhalb der Schwelle, bzw zwischen Beton-Vorwand und Natursteinwand eindringen, sofern keine undichten Installationen vorliegen.

Grauwackesteine nehmen praktisch kein Wasser auf.

Ob auch oberhalb der Schwelle Wasser eindringt läßt sich durch Holzfeuchtemessungen an der Schwellenunter- und -oberseite feststellen.

Betonvorwand besser bis auf 5 bis 10 cm unterhalb der Schwelle absenken und darüber eine deutliche Abschrägung herstellen-
30 Grad oder mehr- abhängig von der Schlagregenbelastung.

Die Schwelle sollte möglichst gegenüber der darunterliegenden Wand außen etwas überstehen.
Fuge zwischen Betonwand und Grauwackewand sorgfältig abdichten.

Der Boden sollte von Außenwand bis Gewölbescheitel besser gedämmt werden als im übrigen Bereich, da hier höhere Wärmeverluste stattfinden- also ggf tiefer ausgraben und bei den feuchteren Stellen zB Glasschaumschotter einfüllen oder Glasschaumplatten verlegen.

Die Schwelle nicht in die Bodenkonstruktion einbauen, damit sie bei Feuchtigkeitsaufnahme austrocknen kann.

von Außenwand bis Gewölbescheitel zB EPDM-Folie verlegen, darüber die Wärmedämmung anordnen-
Folie an der Wand bis zur Oberkante vom fertigen Fußboden hochziehen.

Die Öffnung im Gewölbescheitel wird eine Art Durchreiche sein, zum Einfüllen von Vorräten oder auch um Bodenaushub bei einer evt Kellertieferlegung nach oben zu befördern.

Wenns sinnvoll ist kann die bleiben und mit einer gedämmten, abgedichteten Bodenklappe versehen werden.

Bei Fragen anrufen

Andreas Teich



Feuchteeintrag und Fussbodenaufbau



Hallo Christoph,

nachdem ich mir mal das Bild deiner Aussenfassade näher angeschaut habe, bleibt für mich kein Zweifel daran, das dies Feuchteeintrag durch die Wand ist!
Ist es die Wetterseite des Hauses?Zumindest muten die Laufspuren des Wassers das an.
Die Gefache und Balken der Fassade weisen Fehlstellen auf, welche notdürftig bearbeitet wurden.
Wenn ich es richtig sehe sind Gefache zurückgesetzt verputzt?
Auch hier dringt Feuchtigkeit kapillar über alle waagerechten Balken ein.
Desweiteren wie mein Vorgänger bereits schilderte, dringt Wasser unterhalb der Fussrähm ein aufgrund des Betons oder Verputz bis zur Unterkante der Rähm.
Kann man den Beton oder strassenseitig nur Verputz aus Zementputz entfernen? Dann wäre eine höhere Feuchteanbgabe des Sockels gewährleistet.Bekommt der gesammte Sockel aussen an der Strassenseite Wasser und somit auch Salzbelastung im Winter durch Autos mit? Das wäre dann auch wichtig zu berücksichtigen!!
Selbst die Fenster sehen auf den ersten Blick aus, als wenn sie nicht unterhalb des Rahmens versiegelt wären.

Daher ist es meines Erachtens nach wichtig, erst den Feuchtigkeitsfaktor zu eliminieren, bevor ich den Fussbodenaufbau speziell Art des Materials wähle.
Holzweichfaserplatten in Feuchtigkeitsbelasteten Fusspunkten der Wand beispielsweise dürfen nicht verbaut werden.

Sollte der Feuchteeintrag gegen null sein und nur dann:

Den gesamten Lehm aus den Flanken des Gewölbes zu nehmen, halte ich nicht für gut,da der Lehm feuchteregulierend tätig bleiben sollte.Bis zum Scheitelpunkt des Gewölbes den Lehm entfernen. Dann letzte Nivellierung mit Sand vornehmen und dann mit Folie wannenförmig ausbilden.
Hierauf Dämmung und Traglattung.

Nochmal:weitere Faktoren für Feuchteeintrag sind :
Tiefe des Gewöbekellers unter dem Haus bis in den Hang?
Ist er belüftet?; Salzbelastung der Fassade? Brunnen im Keller?
Hoffe Dir hiermit helfen zu können.
Ansonsten einfach hier im Forum rumschnüffeln, den derlei Frage kam schon oft auf.
Gruss Markus



Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller


Neuer Bodenaufbau im Erdgeschoß über Gewölbekeller

Hallo Herr Teich, hallo Markus!
Vielen Dank bis hier hin.
Es ist nicht die Wetterseite, aber bei Wind und Regen wird die Fachwerkfront naß.

Ja, Salzeintrag könnte vorhanden sein, die "pökeln" hier in Siegen wie verrückt (360 m ü. N.N. und 2 Grad C kälter als in Siegen) Verstehe ich das richtig, dass alleine der Staub und die "Gischt" des auf die Straße gestreuten Salzes schon die Sache verschlimmert?
Der Keller ist bis auf den höchsten Punkt unterirdisch, dass heisst vollkommen auf allen Seiten im Erdreich. Ich habe an der tiefsten Stelle des Lehmbodens des Kellers ab und zu Grundwasser stehen, welches aber von selber wieder versichert. Von dem alten Nachbarn gegenüber wurde mir berichtet, wie es vor dem Hausbau auf der gegenüberliegenden Seite und vor dem (Aus-) Bau der Straße aussah. Es hat laut offenbar eine Art Rinne gegeben, die von meinem Haus den Hang herunter führte. Darüber wurde offenbar 1748 entwässert. Die heutige Straße mag damals noch ein tiefer liegender Weg gewesen sein? Die Entwässerung ist nicht mehr vorhanden das ist nicht mehr zu ändern!Ich denke, die "Pfütze" im Keller ist egal. Wegen der mit Lehm gefugten Steine darf ich den Keller nicht trockenlegen, dann rieselts(wurde mir gesagt, klingt logisch)
Die von der Frontseite aus gesehene Lüftungsöffnung rechts (knapp über Gelände) habe ich damals unwissentlich verschlossen. Kein Problem die wieder zu öffnen.
Sollte ich mit der Örtlichen Denkmalschützerin Kontakt wegen des Zementsockels aufnehmen und die Veränderung besprechen?
Der Sockel ist hässlich, wie jeder Beton am Fachwerkhaus! Der Sockel mit Zementierung zieht sich an den Seiten des Hauses weiter.Dass die Schräge nicht ausreicht wusste ich bereits. Muss ich befürchten, dass mir die Bruchsteine des Sockels entgegenkommen falls ich da an zu stemmen fange? Wie sind da die Erfahrungen? Wäre ein Sichtbar- belassen des Grauwackesockels machbar und Sinnvoll? Sicher wäre es besser in dem Zuge auch die Zimmermannsarbeiten anzugehen.Das schiebe ich mangels freier Mittel immer noch vor mir her.Versuche, die gegebenen Ratschläge irgendwie ins knappe Budget zu bekommen ;-(
Danke bis hier hin!
Christoph