Neuer Bodenaufbau im Bruchsteinstall




Hallo!
Bisher viel im Forum gelesen, nun die erste Frage von uns.
Wir möchten in einem ehemaligen Kuhstall einen Haushaltsraum und Gäste-WC erstellen. Der Fussboden besteht zurzeit aus Feldbrandsteinen. Wie muss ein neuer Boden mit Dämmung aufgebaut werden, wenn dort später Fliesen, auch Zementfliesen, verlegt werden sollen?
Wir würden alles in Eigenleistung machen, worauf muss man achten?
Vielen Dank für gute Hinweise und/oder Tipps!
Viele Grüße aus Belgien
Grasman





Hallo Grasman,

sofern die Feldbrandsteine einen festen Untergrund darstellen, könnte man wie folgt vorgehen:

1)
Zunächst sollte der Untergrund gegen aufsteigende Feuchtigkeit wannenförmig abgedichtet werden. Dazu können Sie zum Beispiel ein Material auf Bitumenbasis verwenden. Wannenförmig heißt, dass neben dem Boden auch die Wände bis zur Oberkante des Estrichelementes abgedichtet werden müssen.

2)
Anschließend gilt es, den unebenen Untergrund zu nivellieren. Bei geringeren Unebenheiten kann hier mit einer Boden-Nivelliermasse gearbeitet werden, bei größeren Unebenheiten mit einer Trockenschüttung.

3)
Darauf können dann die Estrichelemente gelegt werden, mit einer Dämmplatte auf der Rückseite in der Dicke, die notwendig ist, um einen U-Wert von 0,35 W/(m2K) zu erreichen. So sieht es zumindest die Energieeinsparverordnung EnEv 2009 in Deutschland vor. In Belgien können da natürlich andere Vorgaben bestehen.

Hier noch ein Link zum Thema Dämmschicht:
http://www.fermacell.de/de/content/downloads-backoffice_2677.php?type=download&getFile=159&filename=FERMACELL_Uebersicht_gepruefter_Daemmstoffe_2E22_TE_20120601.pdf

Dort können Sie sehen, wie dick die Dämmschicht in Abhängigkeit von der Wärmeleitfähigkeits-Gruppe (WLG) sein muss, um den vorgenannten U-Wert zu erreichen. Auch die notwendige Druckfestigkeit der Dämmschicht ist dort beschrieben.

4)
Bevor der Unterboden endgültig für die Fliesenverlegung bereit ist, sollten zumindest im Badbereich noch entsprechende Abdichtungsmaßnahmen (Stichwort Verbundabdichtung) vorgenommen werden.

Viel Erfolg bei den Baumaßnahmen!



Fußbodenaufbau



Gegenvorschlag:
Verbundestrich ca. 2-4 cm auf den Feldbrandsteinen,
mineralische Abdichtung,
40-80 mm Styrodur als Dämmung,
Schrenzlage,
Estrich,
Fliesen.
Das eigentliche Problem werden wohl eher die Außenwände werden.



Fussbodenaufbau Bruchsteinstall



Hallo,
ich freu mich riesig, daß wir jetzt Antworten bekommen! Vielen Dank fürs Lesen und Antworten!!
Aber wir müssen nicht nur wohl nicht nur bautechnisch dazu lernen, sondern erst mal unsere Fragen besser formulieren lernen. Wir hätten denke ich, besser genauer formulieren sollen. Obwohl, wer weiß, vielleicht findet mein Mann, wenn er nach Hause kommt, die vorgeschlagenen Methoden viel besser, als unsere bisherigen!
Das wäre nämlich bestimmt weniger Arbeit :-)
Also, wir wollten (und dachten das muß man machen), die Feldbrandsteine alle rausholen, dann auskofferen. Tja, und jetzt bin ich nicht mehr ganz sicher: Kies, Glasschaumschotter,...
Heute Abend kann ich Genaueres schreiben, nachdem ich den zuständigen Mann nochmal befragt habe.(Ich bin hier mehr für den Lehmputz zuständig:-)
Aber wenn wir die Feldbrandsteine drin lassen, kommen wir mit der Raumhöhe nicht mehr hin. Der gesamte Stall liegt ca. 45cm tiefer als das Wohnhaus, bzw: als die Milchküche, in die man auch noch mal eine kleine Stufe runter geht.
Allerdings ist auch eine Balkendecke im Stall entsprechend tiefer eingezogen.
Uns würden aber sowieso die Vorschläge von Fachmännern hier interessieren, egal, was wir schon überlegt hatten.Tja, und das mit den Wänden haben wir auch schon mehrfach gelesen. Das würde uns auch interessieren. Darf man den Boden nun dicht machen, ohne später Probleme mit den Wänden zu bekommen? Gibt es ja anscheinend verschiedene Ansichten?!Falls es etwas zum Verhalten beiträgt: In dem dort entstehenden Haushaltsraum steht auch, etwas abgetrennt, die Ölheizung. Ausserdem ein Gäste-WC.
Was mich noch interessieren würde: Was erwartet mich eigentlich nachdem wir die Feldbrandsteine rausgeholt und ausgekoffert haben? Wer wohnt unter sonem Haus eigentlich so? Wir müssen auch im Wohnhaus unten den Flur auskoffern, und ich wüßte schon gern, was darunter so alles zum Vorschein kommt, da wir schon drin wohnen! Ich hab keine Vorstellung, (eher Wahnvorstellungen, Mäuse?! Ratten???!, Käfer...alles ganz nett, wenn sie draussen sind, und in natürlichen Mengen)
Entschuldigung für die ungenaue erste Fragestellung!
Und nochmals Danke für die Antworten, die an sich schon sehr interessant und hilfreich klingen!

Grüße aus Belgien
Grasman (Grasmänin:-))



Fußboden



Wenn der jetzige Boden zu tief liegt kann man einfach auffüllen (Kiessand 0-16), lagenweise einbauen und verdichten. Die Ziegel können drinbleiben, sie sind ohnehin kaum zu gebrauchen.
Das mit dem Wasser in Wand wenn Boden dicht ist genauso wahr wie im Spinat ist viel Eisen- daran glauben auch immer noch Leute.
Wenn der Boden zu flach ist kann man auskoffern.
Sie brauchen:
Keinen Stahlbeton,
keinen Glasschaumschotter,
keine kapillarbrechende Schicht.
Wenn Sie ausheben sollten: Nur bis Oberkante Streifenfundamente, dann ist für Laien erst mal Schluß!



Neuer Bodenaufbau in Bruchsteinstall



Hallo Herr Böttcher,

können Sie uns genauer erklären,welche Probleme bei den Außenwänden auftreten können?
Vielen Dank!
Grasman



Außenwände



Massive, ungedämmte Außenwände mit hoher thermischer Trägheit und guter Wärmeleitung, wahrscheinlich mit Nitraten belastet (ich nehme diesen Fall bei einem Kuhstall an) können Feuchte- und Schimmelprobleme nach dem Ausbau auslösen. Eine temporäre Nutzung (Gästebad) und eine hohe Feuchtebelastung in Verbindung mit vollgestellten Wänden (Küche) kann das noch befördern wenn man diese Randbedingungen vernachlässigt.
Dann wird hygrische Feuchte und Kondensat wieder mal auf die "aufsteigende" Feuchte geschoben, deren Ursache in der Betonversiegelung des Bodens gesucht wird.
Bei Bruchsteinwänden ist die Fähigkeit des kapillaren Feuchtetransports- egal aus welcher Quelle- minimal im Vergleich zu klassischen Vollziegelmauerwerk.



neuer Bodenaufbau in Bruchsteinstall



Hallo Herr Böttcher

...o.k. Hab ich verstanden.
Unsere Küche wird im alten Wohnhaus entstehen, wo wir die alten Ziegelwände haben. Aber daran schließt der Kuhstall an, und da die Küche (es soll eine reine Kochküche werden, gegessen wird einen Raum weiter,der zur Küche geöffnet wird)recht klein ist, soll im Kuhstall ein Vorratsraum, wo ein Regal, die Waschmaschine, Heizung, Waschbecken, usw. untergebracht werden soll.
Es wird also schon gut eingeräumt, aber nicht so eng, wie eine Küche.
Mein Mann überlegt eine Lüftung einzubauen.
Der andere Raum wird ein Gäste-WC, es wird also dort nicht geduscht oder ähnliches.

Wie kann man denn jetzt vorgehen, um das von Ihnen beschriebene Problem der Schimmelbildung zu umgehen?
Der Kuhstall ist seit vielen Jahren nicht mehr als solcher genutzt worden, aber wahrscheinlich ist es trotzdem so, wie Sie sagen (Nitrat...)!
Vielen Dank!