neuer Bodenaufbau auf Holzbalkendecke



neuer Bodenaufbau auf Holzbalkendecke

Ich saniere gerade eine 70 qm Wohnung mit Holzbalkendecke (Bj. 1966). Unter mir ist beheizter Wohnraum, über mir ein nicht beheizter Speicher. Als Bodenbelag möchte ich Klick-Parkett verlegen.
Beim Herausnehmen der alten 5 mm dünnen Spanverlegeplatten sind 20 mm starke Dielen zum Vorschein gekommen. Sie sind mit 480 Nägeln auf die darunter liegenden 110 mm breiten Holzbalken genagelt. Mit den im Bild erkennbaren Klötzchen wollte ich mir das Gefälle vor Augen führen. Am rechten Bildrand ist die Außenwand und der höchste Punkt des Raumes. Dann fällt es relativ konstant von links nach rechts, wobei in der Mitte des Raumes die größte Senke mit bis zu 35 mm Differenz ist. Zwischen den Holzbalken hängen die Dielen etwas durch und jede für sich ist ein Unikat, d.h. ich habe von Diele zu Diele unterschiedliche Übergänge.

Ich habe im Forum unter dem Titel "OSB auf schiefe Balken" vom 25.07.14 etwas über eine Plattenbalkendecke gelesen. Der Aufbau mit 2 Lagen OSB werte ich als stabilen Bodenaufbau, aber dazu müsste ich die mit 480 Nägeln befestigen Dielen herausnehmen.

Von dem Gedanken, den Boden eben zu bekommen, habe ich mich schon fast verabschiedet, da ich teilweise 35 mm unterfüttern müsste. Meine Idee wäre eine 35 mm dicke Diele auf die Holzbalken zu Kleben und mit dem Exzenterschleifer zu bearbeiten, bis alles eben ist. Wäre eine riesen Arbeit und kaum machbar für mich! Was ich den Griff bekommen MUSS, ist die Welligkeit auf unter 3 mm pro m damit die Klickverbindung vom Parkett hält.

Wäre es ratsam, nur eine 15 mm Lage OSB mit verklebten Fugen direkt auf die Dielen zu schrauben? (Teilgewinde). Dann könnte ich die Dielen belassen.

Oder ist die Plattenbalkendecke die bessere Variante um die Welligkeit zu eliminieren und das Quietschen der alten Dielen wegzubekommen? Dann müssen die Dielen raus.

Kann ich OSB "3" Platten in meiner Wohnung verwenden? (unter mir beheizt, über mit nicht beheizter Speicher allerdings mit Dachbodendämmung versehen)

Welche Trittschallunterlage soll ich nehmen; die grünen Holzfaserdämmplatten oder die schweren PVC-Quarzsand-Matten?



Holzboden erneuern



Einfachste Lösung:
einseitig schräg gehobelte Leisten mit der geraden Seite an die vorhandenen Bretter leimen und dann mit der Parkettschleifmaschine überschleifen. Vorher die Brettseiten säubern, kurz überkratzen.

Für die Herstellung der Schräge auf eine beschichtete Spanplatte eine Anschlagleiste oben aufschrauben und eine an der gegenüberliegenden Seite darunter- diese bestimmt die Schräge.
Quer vorne eine Leiste unterschrauben, damit das Brett nicht in den Dickenhobel läuft.
Alternativ Leisten mittig mit der Kreissäge so schneiden, dass jeweils 2 Leisten dabei anfallen.

Wenn ein Höhenausgleich auf den Brettern von der Aufbauhöhe her möglich ist:
Rieselschutz auslegen
Mit Granulat ausgleichen, ganz geringe Höhenunterschiede ausspachteln mit faserarmierter Spachtelmasse.

Bei möglichst geringer Aufbauhöhe und nivelliertem Boden:
Meterriß an allen Wänden über den Balken anzeichnen
Dielen beseitigen, 40/60 mm KVH auf die zu tiefen Balken aufschrauben,
dann benötigte Höhe anhand des Meterrisses an jedem Ende anzeichnen-
auch alle 1-2 m auf Balkenlänge. Am leichtesten geht's mit Rotationslaser.

Hölzer abschrauben, dann diese Markierungen verbinden, und mit der Kreis- oder Bandsäge entlang der Linie schneiden- anschließend aufschrauben und evt mit Montagekleber befestigen (der wird fest und unterfüttert dünne Stellen).
Dann am einfachsten neue Nut und Federdielen verschrauben-
das ist schöner, einfacher und günstiger als OSB und Parkett zu verlegen.

Wenn die Schalldämmung nicht sehr verbessert werden muß genügen dünne Holzfaserplatten, sonst die sandgefüllten Wabenplatten neoßo'hmen.

Wenn die alten Dielen abgenommen werden Hohlraum komplett füllen um Trommeleffekte zu vermeiden

Andreas Teich.



Nut- und Federdielen



Hallo Herr Teich,

danke für Ihren Kommentar. Nut- und Federdielen hätte ich nehmen können, wenn ich mir im Vorfeld der Sanierung über einen neuen Bodenaufbau Gedanken gemacht hätte. Stattdessen habe ich vor Monaten bereits die OSB Platten und das Parkett gekauft. Das reicht für fast die gesamte Wohnung und das Material muss ich jetzt verarbeiten.
Beim alten Fußboden fiel das Gefälle von 35 mm nicht auf, da auf den alten Spanplatten Ausgleichsmasse war, darauf ein PVC Belag und dann ein Teppichboden. Erst jetzt wo alles entfernt ist, sieht man die Substanz.

Die Idee mit dem KVH finde ich vom zeitlichen Aufwand und der verwendeten Technik sehr interessant (daran erkennt man den Profi), aber ich würde mir dadurch eine Stufe von ca. 30mm zwischen diesem Raum und dem Flur schaffen. Natürlich könnte ich den Flur auch erhöhen, dann wäre aber die oberste Treppenstufe im Treppenhaus einige cm höher (Stolperfalle).

Ich denke, dass ich es mit der von Herrn Böttcher beschriebenen Plattenbalkendecke versuchen werde. Das Gefälle in der Wohnung muss ich dann wohl akzeptieren.

Den Tipp mit der faserarmierten Spachtelmasse und dem Montagekleber gegen kleine Unebenheiten behalte ich im Hinterkopf.



Bodenaufbau



Wenn Höhe knapp und Material gekauft ist dann müßte nur soweit ausgerichtet werden, dass alles in einer Ebene ist -wenn diese auch schräg ist.
Dann OSB verlegen, 2 mm Rollenkork und darauf das Fertigparkett.

Allerdings könnte auch nach der Austritts-Treppenstufe ein kleiner Absatz hergestellt werden- ich würde nur immer darauf achten, dass keine Stufe erhöht ist.

Andreas Teich