Neuer Boden mit Trockenestrich schwingt

28.07.2014 altbaufan-1975



Wir haben in unserem Altbau (Baujahr 1914, Roter Backsteinbau) im Erdgeschoss (unterkellert) in drei Zimmern den Boden neu machen lassen. Die Ausgangslage war folgende:
Die Kellerdecke ist eine Kappendecke mit Eisenträgern und gemauerten Gewölbe. Auf den Eisenträgern waren Holzbalken aufgebracht. Auf diesen Holzbalken lagen Dielen. Die alten Holzbalken und Dielen wurden entfernt. Anschließend wurden neue Balken auf die Eisenträger gelegt, die Zwischenräume wurden mit einer Schüttung verfüllt. Auf die neuen Balken wurden OSB-Platten verschraubt und verklebt. Nun ist es so, dass wenn man auf den neuen Boden etwas stärker auftritt (man muss nicht mal hüpfen) der Boden schwingt. Dies war bei der alten Konstruktion nicht der Fall. Hat jemand Erfahrungen in diesem Bereich? Ist das bei Trockenestrich normal?



Fußbodenaufbau



Bei dieser Art Aufbau nichts Ungewöhnliches. Die Träger der Kappendecke liegen nie ganz exakt in einer Ebene und das Unterfüttern bzw. Ausrichten von Lagerhölzern ist eine fummelige Angelegenheit. Dazu kommen noch eventuelle Verformungen der Lagerhölzer wenn Sie ihre Gleichgewichtsfeuchte annehmen.
Deshalb wird Trockenestrich üblicherweise schwimmend auf einer Schüttung verbaut. Wenn das bei einer viertelsteinigen Kappendecke nicht möglich ist kann man die Decke vorher mit einer Betonauflage ertüchtigen.
Wie dick sind die Platten, wie groß ist der Abstand zwischen den Lagerhölzern?
Wie wurden die Lagerhölzer ausgerichtet und fixiert?



Danke für die schnelle Antwort



Ich lade mal zwei Bilder hoch. Dort erkennt man einmal die Kappendecke vor dem Trockenestrich und einmal vor dem Aufbringen der OSB-Platte.



Fußbodenaufbau



Das habe ich mir schon gedacht, nichttragende viertelsteinige Kappen mit geringem Stichmaß.
Wenn die Lagerhölzer nicht auf den Obergurten der Träger befestigt sind fängt das an beim darüberlaufen zu klappern da sich einzelne Abschnitte der Hölzer etwas anheben. Die Schüttung rieselt darunter- das Holz steht da etwas höher usw. Sie können nur hoffen das sich die Bewegungen der Hölzer geben wenn sich die Unterseiten in die Schüttung gleichmäßig eingerüttelt haben. Wenn nicht- alles noch mal raus und neu aufbauen.
Falls die Platten zu dünn sind und beim darüberlaufen deshalb federn können Sie das mit einer zweiten Lage OSB- auf der ersten vollflächig verklebt und verschraubt- beheben.





Obergurte der Träger heißt Oberfläche des Trägers, wo der Holzbalken aufliegt? Wie kann man dort die Balken befestigen?
Klappern tut derzeit nichts, aber wenn man fester Auftritt überträgt sich scheinbar die Energie auf die gesamte Fläche und der gesamte Boden wackelt. Den Effekt kannte ich bisher nur von unsere Holzbalkendecke im 1. OG, deswegen bin etwas skeptisch.
Alles wieder raus ist leider keine echte Alternative, da bereits eine Fußbodenheizung verlegt wurde. Nur wenn klar wäre, dass die Trockenbauerfirma gepfuscht hätten, würde ich mir das überlegen.



Fußbodenaufbau



Wenn die gesamte Decke schwingt kann das daran liegen das durch den Austausch der alten, schweren gegen die neue, leichte Schüttung Auflast und Vorspannung fehlt. Das Schwingen kann sich vermindern wenn Möbel und Einrichtungsgegenstände die Decke beschweren. Sonst hilft nur im Keller einen Unterzug zu setzen.

Sie haben jetzt drei Varianten für die Schwingungen geliefert:
1. Die Lagerhölzer bewegen sich
2. Die (zu dünnen) Platten zwischen den Lagerhölzern federn
3. Die Decke schwingt infolge knapp bemessener Träger und fehlender Auflast.

Für alle drei Szenarien haben Sie Lösungsvorschläge. Welches Szenario nun die Ursache ist müssen Sie selber wissen.



Danke.



Ja, vielen Dank für Hilfe!