neue Holzbalkendecke zum kalten DG - Aufbau

24.09.2019 Baui



Hallo zusammen,
da ich ein Altbau besitze und mich zur Zeit mit der Sanierung des OG bzw. des Deckenaufbaues einer neuen Holzbalkendecke beschäftige wollte ich mal euren Rat, Tipps etc. hierzu erfragen.

Da ich bei mir im OG nur eine geringe Deckenhöhe habe (2,0 m) und die Durchgangshöhen der Räume noch niedrieger sind haben wir uns für eine Deckenanhebung entschieden. Zu dieser Entscheidung fließen aber noch andere Faktoren ein...die ich erstmal nicht weiter beschreibe.

Ich habe nun bereits einiges über die Aufbauten einer Holzbalkendecke gelesen, aber s richtig habe ich noch keine Endlösung und erhoffe mir noch ein paar Erfahrungsaufbauten, Tipps etc.

Grundfakten sind:
- neue Holzbalkendecke OG (warm) - DG (kalt, soll aber später mal ausgebaut werden)
- Dachboden soll begehbar und als Lagerplatz dienen (bis zum Ausbau)
- wir möchten eine Masseschüttung einbringen um das Schwingverhalten zu reduzieren
- wir wollen eine Wärmedämmung einbringen (ist evtl. später auch Schallschutz)
- Deckenbalken werden 240 mm hoch
- Rauspund als Dielung oben drauf
- die alte Holzbalkendecke kommt raus (2/3 der FlächenDecke ist eine Lehmwickeldecke)
- Dachboden soll später mal ausgebaut werden (evtl. in 2 Jahren)

1. Welche Masseschüttung
Nun stellt sich erstmal die Frage welche Masseschüttung nehme ich am besten. Hatte entweder an Fibotherm Blähton 450 kg/m³ gedacht oder an die Verwendung des alten zerkleinerten Lehms von den Lehmwickeln. Ich gehe da mal von 1200 kg/m³ aus.

2. Wo die Wärmedämmung anbringen
Als Wärmedämmung wollten wir Holzfaserdämmung nehmen (ca. 100 mm je nach Ausführungsvariante) aber wo diese von der Lage (bauphysikalisch) am besten platzieren? Über der Schüttung oder unter der SChüttung?

Hier mal 3 Skizzen von mir zum Aufbau in der Anlage.....

3. Muss eine Dampfbremse (feuchte variable) sein bzw. zu empfehlen oder eher auch offen möglich, da später DG ausgebaut.

4. Welches Material für Unterbau
Was bietet sich hier an?
GK, Herkalitplatten (Sauerkrautsplatten), Lehmbauplatten, etc.???

Vielen Dank vorab für Eure Hilfe.

Beste Grüße



Aufbauten



...tja, da steckst du in der Zwickmühle. Aktuell brauchst du die Masse in der oberen Decke nicht...es wird ja oben nicht bewohnt. Was für Räume sollen denn oben später entstehen? Soll Dir da jemand auf dem Kopf "herum trampeln" oder wirst du diese Räume selbst bewohnen und bist entweder oben oder unten?

Auf die Dampfbremse würde ich verzichten. Ich würde unter die Balken Schalungsholz anbringen, Schilfrohr und dann mit Lehm verputzen. Zwischen den Balken würde ich flexible Holzfaser zum dämmen benutzen - 20cm....Holzfaser, weil diese in der Regel günstiger ist und sich definitiv leichter Verarbeiten lässt. Ich habe bei mir auf der Dämmung eine Unterspannbahn als Windschutz und darauf sägerauhe Bretter...der Dachboden ist kalt und belüftet.

Wenn du dir sicher bist, den Dachraum später als Wohnraum nutzen zu wollen, würde ich die Decke jetzt nicht dämmen, sondern den Dachraum...der Decke etwas Gewicht geben, ja...und fertig...ansonsten wäre MIR der Aufwand in der Zukunft zu groß um Dämmung raus zu nehmen und diese woanders wieder einzubauen und die Decke zu beschweren...



Holzbalkendecke



Ich würde es sehr begrüßen wenn die Zeichnungen bemaßt und möglichst maßstabsgerecht mit lesbarer Schrift wären. In dem Zustand suche ich da nicht lange.

Zur Dampfsperre:

Wenn warme Luft von unten oder sonst woher durch die Decke nach oben kann, ich will garnicht von strömen sprechen, nimmt sie Feuchtigkeit in Form von zunächst unsichtbarem Wasserdampf mit. Der kondensiert wenn sich die Luft abkühlt und durchfeuchtet die Bausubstanz.

Deswegen eine luftdichte Folie auf die warme Seite einer Konstuktion luftdicht anschließen! Sie wird heute angeklebt und mit einer Anpreßlatte gesichert.

Beim BD-Test wirken 5 kg auf jeden m²!! Da darf nichts abreißen!

Der Elektriker wird diese Folie verfluchen. Aber sie muß dicht bleiben!

In den IWT-Blättern wird da immer wieder darauf hingewiesen.

Wenn später oben bewohnt wird, stört die Folie in der Decke nicht.

Es wird aber auch immer wieder darauf hingewiesen, daß man den Bauherrn auf die Unzulänglichkeiten der Sanierung hinweisen soll. Damit exculpieren sich die Planer, wenn sich der Bauherr nachher wundert. Und er wird sich wundern!

Wenn Fachwerk im Spiel ist, sind die Heizkosten etwa viermal so hoch wie in einem gut gedämmten Neubau. Sonst verfault das Fachwerk wenn man stärker dämmt. Es sollen zwar immer Fachhandwerker eingesetzt werden, aber man merkt den IWT-Blättern an, daß man "die " Lösung nicht hat.

Also viel Arbeit für die Optik auf Kosten des Bauherrn.

pauline





Hi,
und danke erstmal für die Antworten.

also zu den Räumen....die Räume oben werden dann zur gleichen Whg gehören. Es werden oben vermutlich Kinderzimmer, Gästezimmer, Arbeitszimmer und ein größeres Bad entstehen.

Zwecks der Dampfbremse würde ich auch fast lieber drauf verzichten, aber eben die Pkt vonpauline sind mir auch bewusst. Aber es ist nun mal ein Altbau und kein Neubaustandard. Und bei so einer Dampfbremse wenn auch evtl. feuchte fariabel (ob das auf Jahrzehnte funktioniert) sobald da dann dochmal etwas eindringt ist die Möglichkeit zum nachtrocknen nicht wirklich möglich, da es ja im ganzen nicht wirklich trocknen kann.
Bei uns wäre der Dachboden auch belüftet.

Ich denke eben bei Anbringung der Dämmung über der Schüttung handelt es sich doch eher um eine Art Aussendämmung und da bringt man doch von innen auch keine Dampfsperre auf.
Mache ich es natürlich andersrum und habe unter der Schüttung die Dämmung, also zum warmen Raum, ist es evtl. eher ratsam zur Dampfbremse zugreifen...

Aber es geht doch schon los wenn man eine Lampe an der Decke montiert, da kann ich nix nachträglich abdichten....

Sobald es auch oben Wohnraum wird wäre die Dampfbremse ja nicht nötig.
Für die Zukunft, wenn es Wohnraum wird würde ich aber dann nicht au den Aufwand betreiben und die Decke wieder öffnen.Die Dämmung würde ich darin belassen, ist doch sicher auch ein Schallschutz. Klar eine Wärmedämmung benötigt man da dann nicht mehr...aber wieder Ausbauen...eher nicht.

Joerjen Du meinst dann mit Dachraum...auf den Dielen eine Dämmung auflegen und diese später in der Dachschrägen nutzen oder?
Hier dann direkt unter der Dielung die Schüttung anliegen lassen?
Bedeutet ich müsste aber jetzt nochmal Kanthölzer auf den Dielenfussboden bringen und belgen mit z.B. OSB?

Wie ich später mal den Aufbau über den Rauspund erstelle kann ich noch nicht sagen.



Details



Hallo

Ihre Details sind hanebüchen … ein Konglomerat aus "Wissen aus dem Internet" … 

Gut!

Wenn man so will … aber das Entscheidende werden 2 Punkte sein:

1. Balkenanhebung im Altbau … ein starkes Stück … sind Sie sich da aller Konsequenzen bewußt? … ist ein SEHR HEISSES Eisen … 

2. Ihre Details, wie auch immer Sie die den ausführen mögen funktionieren immer nur so gut wie das "schwächste Bauteil" … also nicht der Regelschnittaufbau, wie Sie ihn hier gezeichnet haben, sondern bei allen Übergängen mit anderen Bauteilen, wie Wänden, Öffnungen, Dachflächen etc. … DAS sollten Sie beachten … sonst geht's schief …

Jetzt noch ein paar Tipps:
- Masse-Erhöhung hilft nicht nur gegen Schall sondern auch gegen Wärme/Kälte
- möglichst wenige Materialien verwenden (auf Details gesehen und auf das ganze Haus … )
- KEINE Folien und/oder ähnlichen Krampf verwenden … wird auf Dauer nicht halten was es verspricht … 
- planen Sie JETZT alles möglichst genau … nicht auf später verschieben … dann wird's gut oder besser … 
- glauben Sie nicht jeden Schmarrn, der im WWW zu finden ist … nicht jede Meinung hier im Netzt basiert auch auf Erfahrung (langfristige, nachhaltige) und wirklicher Bildung … sondern eher auf adhoc-BlaBla von selbsternannten Experten … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Decke zum Dachboden



Wir standen damals quasi vor genau der gleichen Frage. Ich habe mich letztendlich für eine reine Blähtonschüttung entschieden. Der Hintergrund war, dass eine solche anorganische Schüttung in ihrer Funktion am ehesten mit einer alten Schlackeschüttung zu vergleichen ist und solche Schüttungen haben über Jahrhunderte gut funktioniert.

Der Hintergedanke war, zwar schon für eine gewisse Wärmedämmung/Wärmespeicherung zu sorgen, das Haus aber weitgehend so diffusionsoffen zu belassen, wie es ursprünglich gebaut wurde. Wir sind mit dem Konzept bislang sehr zufrieden. Auch wenn man energetisch bestimmt noch viel mehr erreichen kann, ist der Temperaturunterschied zwischen erstem Stock und Dachboden an heißen und kalten Tagen immens im Gegensatz zu vorher. Allerdings haben wir die Balken im Dachboden auch aufgestockt, so dass wir unterm Strich etwa 20 Zentimeter Schütthöhe hatten.

Ein weiterer Grund für die reine Blähtonschüttung war, dass das Haus von unzähligen Mäusen als Unterschlupf genutzt wurde. In den Fehlböden bestand die alte Schüttung zu einem beträchtlichen Teil aus Mäusekot. Die Blähtonschüttung ist für Mäuse absolut unbrauchbar. Dampfbremsen oder -Sperren würden nur so lange funktionieren, wie daran nicht herumgeknabbert wird und zerkleinerte Holzfaserplatten hätten ein hervorragendes Nestmaterial ergeben.

Viele Grüße
Tilman



es war bei weiten keine leichte Entscheidung und ist es immer noch nicht



ja das so ein Eingriff nicht so ohne ist haben wir uns lange genug überlegt und machen es auch nicht einfach mal so. Es haben genügend Gespräche mit Statikern und Zimmermännern stattgefunden.
Bei den reinen Deckenaufbau hat aber jeder etwas andere Ansichten oder Vorschläge. Spricht man eine Dampfbremse an, sollte diese mit eingebaut werden als feuchte variable Dampfbremse.

Im Moment geht unsere Tendenz in Richtung der Konstruktion mit Blähton 100 mm und darunter z.B. von Steicoflex 038 120 mm Dämmung. Später als Schallschutz

Aber bei der Dampfbremse bin ich wirklich noch hin und her gerissen und neige eher zum weglassen, da
der Ausbau in ca. 2 Jahren im DG stattfindet und die Materialien alle diffusionsoffen sind und ich ungerne etwas im Altbau komplett "absperren" möchte.

@ Herr Kurz: Sie sprechen an lieber das Augenmerk auf wenig Materialien legen. Wie würden Sie hier vorgehen? Ein Material?

@ Herr Tillman
Gut zu hören das Sie mit dem Blähtonaufbau zufrieden sind. So zusagen haben sie 20 cm von dieser Schüttung drin und sind zufrieden damit. Sie haben aber den DG nicht ausgebaut oder?
Wie haben Sie die unterseite der Decke aufgebaut?

Man kann ja auch später beim Fussbodenaufbau als Trittschall noch einen Fliesestrich auf den Rauspund aufbringen, was evtl. jetzt den Aspekt auf die Masse in der Decke etwas minimiert.
Jetzt im Moment läuft im DG ja nicht ständig jemand umher.

Danke für die bereits erhaltene Kritik, Vorschläge und Tipps...

LG



_Schallschutz



Wenn man großen Wert auf Schallschutz bei einer Holzbalkendecke legt, kann man zwischen die, den oberen Belag und die Verkehrslast tragenden Balken, dünnere Balken legen, die nur die untere Decke und die Dämmung, die zwischen den Geschossen eingebaut wird, tragen muß.

Zwischen beiden Balkenlagen wird eine Schall- und Wärmedämmung wie Glaswolle eingebaut. Eine seltene Konstruktion aber wirksame Schalltrennung.



was hier



kommuniziert wird

kann man als Fachmann vergessen

sorry

Florian Kurz