merkwürdiger Wandaufbau bei FW-Neubau

08.10.2008



ein Hallo an die Experten. Ich habe folgende Frage:

Ein Bekannter möchte sich ein Fachwerkhaus (außen fachwerksichtig) neu bauen lassen. Die Firma hat ihm folgenden Wandaufbau empfohlen (von innen nach außen)

15 mm Lehmputz
100 mm Lehmziegel (Grünlinge)
20 mm Luftschicht
20 mm Holzfaserdämmung
15 mm MDF

das ist sozusagen die Innenseite über alles.
Jetzt kommt Balken und Gefach. Im Gefach kommt wieder von innen nach außen

90 mm Holzfaserdämmung
12 mm OSB
30 mm Polystyrol expandiert
5 mm Kunstharzputz

Die Wände sollen als Fertigteile vorgefertigt werden und auf der Baustelle montiert.

Ich frage mich
1. Wozu dieser komplizierte Aufbau?
2. Kunstharzputz außen ist doch ganz starr und reißt bestimmt, behindert außerdem die Austrocknung von Regenwasser - geht das?

Eine Kondensatberechung nach Glaser hat die Fa. gemacht, die scheint ok zu sein (Kondensat 0.15 kg/m2, 1 kg zulässig).

Wie seht Ihr das?

Danke



FWH Neubau



Ihre Bedenken bestehen zurecht.
Vor allem die unsinnigen Luftschichten lassen am Verstand zweifeln.
Glaser geht nicht bei Luftschichten.

Aber viel größer sind Bedenken bezüglich der "Authentizität" solcher Art von Mimikry.

Grüße vom Niederrhein



oh gott!!!



hallo,
ihre bekannter lässt sich doch von ihnen nicht verunsichern?
die fachleute die das so anbieten kennen sich doch viel besser aus als sie! usw.
sagen sie ihm EINMAL in ruhe das er im begriff ist den größten schwachsinn seines lebens zu machen.
wenn er weitermacht, lassen - und sich nicht aufregen.
gruß frank



Die einzige sinnvolle Alternative ist....



sich von einer weiteren Firma ein Angebot über das gleiche Haus mit einem anderen, sinnvollen Schichtaufbau machen zu lassen.

Die Denke der Firma, die das jetzt geplant hat, ist zu weit weg von Fachwerk - sprich Lehm und Holz, als dass es sich lohnt, diese Firma auf möglichst homogene Schichtaufbauten hinzubiegen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





danke erstmal für die Antworten.

Dass es irgendwie Unsinn ist, hatte ich auch so im Gefühl.
PS-Schaum und Kunstharzputz passen ja so gar nicht zum Fachwerkhaus.

Die Frage ist aber, ob es wirklich zu Schäden kommen kann, denn so wie er mir es sagte, hat er den Vertrag mit denen schon unterschrieben (übrigens nein, es geht nicht um mich selber ;) falls das einer vermutet).

Und wenn ja zu welchen Schäden. Wie gesagt, diffusionsmäßig müsste der Nachweis passen, aber Regen, Anschluss Putz-Holz, ... was kann da noch kommen?

Danke und Grüße aus Thüringen
W. Schiller



Lieber ein Ende mit Schrecken ....



... als ein Schrecken ohne Ende.

Bitte mal alles durchspielen, ob ein Ausstieg nicht noch kostengünstiger fürs restliche Leben ist als ein "Augen zu und durch".

Grüße

Frank



Welche Schäden



Ja, aber nochmal die Frage, welche Schäden sind denn zu befürchten?

Oder ist das bei Euch auch mehr so ein "Gefühl", dass die Werkstoffe nicht passen?



OSB, Polystyrol und Kunstharzputz...



auf der Außenseite eines Wandaufbaus - das "fühlt" sich recht dicht und künstlich an.

Wenn solche Materialien an dieser Stelle die erste Wahl einer ausführenden Firma sind, dann offenbart das eine deutliche Distanz zu dem traditionellen Gefüge "Fachwerk".

Deshalb der Rat, ein Angebot von einer weiteren Firma einzuholen. Vielleicht spart der Bekannte ja am Schluss noch.

Ist das richtig, dass die Grünlinge 100mm nicht die Füllung von einem Gefach sind - sondern eine frei stehende Mauer mit 20mm Abstand zum Fachwerk?. Das habe ich statisch so noch nicht umgesetzt gesehen. Aber man lernt ja dazu. Vielleicht können sich da die Lehmbauer noch mal zu Wort melden.

Grüße

Frank