mittelalterlicher Neubau




Hallo,
ich hätte gerne ein altes geschichtsträchtiges Gebäude, das sich deutlich von den modernen Neubauten unterscheidet. Leider gibt es in meiner Nähe derzeit keine Immobilie, die dafür in Frage kommt. Entweder sind die Gebäude einfach zu verfallen, oder ein anderer Käufer war schneller. Das kleine Schloss in Kaulsdorf (Thür.) hat mir auch einer vor der Nase weggekauft. Deswegen kam mir die Idee eines Neubaus. Es gibt dafür natürlich einige Anbieter von Fachwerkhäusern, aber ich dachte ehr an so etwas wie "Guedelon". Natürlich will ich mir keine riesige Burg bauen, aber eine Art befestigter Hof währe schon mal was ausgefallenes.
Hat so was schon mal jemand gemacht? und darf man sich so was einfach auf seinem Grundstück bauen?

Gruß Ralf



Mittelalterlicher Neubau



So eine Art Neuschwanstein für Arme
ist technisch kein Problem und in der Planung und Ausführung eine reizvolle Sache.
Das Problem dabei ist wirklich das Bauamt.
Es ginge nur, wenn man ein Grundstück mit entsprechender Größe und Lage hat. Was die Straßenansicht betrifft, kann man viel mit Gestaltung erreichen, also vorne dem B- Plan angepasst, hinten nach eigenem Geschmack.


Georg Böttcher



Gehen tut alles!



Hallo
Wenn Sie etwas Vernünftiges bauen und dann auch noch bewohnen wollen, dann machen Sie's mit den Materialien und mit dem KnowHow von damals.
Es muss kein Neuschwanstein-Verschnitt sein - denn wer will schon einen verkleideten Stahlbau mit Steinverkleidungen ...
Aber die idee ist richtig und gut: was Vernünftiges geht immer ... passendes Grundstück dazu und VORHER mit dem Bebauungsplan und dem Landratsamt absprechen ... geht schon!
Hätte da einiege ideen ...

gutes Gelingen und wenn Sie Fragen haben ... Mail!

FK



1. Schritt



Da ich fachlich gesehen aus einer anderen Branche komme muß ich dafür erst einmal Erfahrungen sammeln.
Dafür habe ich auch schon ein passendes Objekt gefunden, den alten Schuppen in unserem Garten. Den will ich als kleines Fachwerkhäuschen, in mittelalterlicher Bauweise, neu errichten.
Dazu benötige ich erst einmal eine kleine Anleitung wie ich soetwas baue. Hat jemand soetwas, oder weis wo ich sowas finde?
Vielleicht könnte man hier in Forum einen extra Thread anlegen, den dort würde dann mal der Bau eines solchen Hauses von Anfang bis Ende beschrieben und nicht immer nur in Fragmenten.


Gruß Ralf





Ähhm, mittelalterliches Fachwerk? Bist du Dir sicher, dass Du Dich da nicht kräftig in der Zeit vertan hast? Die ältesten heute sichtbaren Fachwerke stammen in der Regel (Ausnahmen bestätigen diese) von 16hundert und... und jünger. Am besten besorgst Du Dir erstmal einschlägige Literatur neueren und älteren Datums. Dann weißt Du was Du Dir da zumutest. Nett ist übrigens http://www.kulturbaustellen.de/ (Kannst du Dir den Neubau eines Fachwerkhauses angucken) und super Literatur gibt es unter http://www.reprint-verlag-leipzig.de/ Historische Handwerkstechniken.

Den Bau eines solchen Hauses beschreiben, wenn Du keine Erfahrung hast als Zimmermann: Ich denke, so meine Laienmeinung, das kannst Du vergessen

Gruß Andrea



Mach mal Urlaub in Frankreich



und schau diese Baustelle an: Guédelon. Das ist vielleicht eine kleine Nummer zu groß, aber wer weiß ;-).



Au, au, au ...



Sorry, hätte wohl die Frage nochmal lesen sollen, dann hätte ich nicht 3/4 überlesen. Ts,ts.



mittelalterliches Fachwerk



natürlich bin ich mir über die unterschiedlichen Baustile und Epochen im klaren. Aber ein Gewölbe und Grundmauern z.B. stammen meist aus der Gotik, oder Renaissance. Die Fachwerkteile der Gebäude sind dann meist später erneuert worden. Somit wird es sowieso ein Gemisch verschiedener Epochen werden, solange es optisch zusammen passt.
Natürlich habe ich nicht vor so etwas alleine zu bauen. Für den 1.Schritt (Schuppen) hätte ich schon Hilfe eines fachkundigen Nachbarn, immerhin soll der Schuppen ja nicht gleich 10.000€ kosten ;).
Für das Hauptprojekt, sollte es jemals wirklich realisiert werden, würde ich mir natürlich einen "Baumeister" besorgen.



Über Luftschlösser, Disneyland und ..............



Sehr geehrter Herr Ralf,

wollen Sie uns das wirklich antun?
Was soll eigentlich ein „mittelalterlicher Neubau“ sein?
Einerseits beklagen Sie sich, daß Ihnen ein Käufer ein Schloß vor der Nase weggeschnappt hat, andererseits sind Ihnen 10.000,-€ Investitionskosten für Ihren Schuppen im „Guedelon-Stil“ zu hoch. Über Baukosten sollten Sie sich schon genauer informieren.
Oder machen Sie es doch wie Don Justo, der Dombauer von Mejorado. Dauert zwar alles etwas länger, vielleicht gelingt es Ihnen ja.
Abschließend noch, ich halte gar nichts von Gebäuden im Retro-Stil.
Ihre Sehnsucht nach „alten, geschichtsträchtigen Gebäuden“ werden sie damit nicht stillen können, meine Sehnsucht nach Baukultur auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies

P.S.: Ihre 3-zeilige Abhandlung über Baustile und Epochen finde ich sehr interessant.



Zu den Luftschlössern



Mir ist schon klar das nicht alles realisierbar ist, aber es ist ja momentan nur eine Idee von mir. Ich möchte hier im Forum einfach mal die Möglichkeit der Realisieren diskutieren. Außerdem gibt es nun mal nicht endlos Burgen und andere Denkmäler zu kaufen. Und wenn, dann sind sie meist in einem Zustand, in dem nach der Renovierung nur noch die Grundmauern vom alten Objekt übrig sind.
Was den Schuppen betrifft, so wird er mit Sicherheit keine 10.000€ kosten, nach fast 2 Jahren Recherche über dieses Thema kann ich das schon mit Sicherheit sagen. Außerdem bin ich ja auch kein Millionär und kann so auch nur das realisieren was der Geldbeutel hergibt. Das Schloss hätte übrigens weit unter 100.000€ gekostet.
Der „Schuppen“ soll nur dazu dienen mit der Materie praktische Erfahrungen zu sammeln. Mit Gueldelon wird er nicht zu tun haben. Ich hatte dieses Projekt nur erwähnt, weil ich es sehr interessant finde und mir so etwas durchaus auch in Deutschland vorstellen könnte.

MfG Ralf



Bauen wie im Mittelalter, aber wohnen wie heute ?



...davon träumen viele.
Leider ist das nicht so einfach, wie man denkt.
Schon bei der Instandsetzung/Modernisierung von echten "mittelalterlichen" Altbauten (ich arbeite gerade an einem Ensemble von Häusern des 14./15. Jh.) stößt man an das Problem, dass die Bautechnik jener Zeit eben auf ganz andere Ansprüche ausgerichtet war:
- Tragwerk nicht berechnet, sondern nach Erfahrungswerten dimensioniert, Verformungen werden akzeptiert.
-Aufgrund sehr geringer Beheizung kaum Temperaturunterschiede zwischen innen und aussen, also auch keine Probleme mit Wärmedämmung, Tauwasser etc.
- Raumzuschnitte anders als heute gewünscht
- Keine Haustechnik (Bad, Elektro, Zentralheizungskomfort)
etc.

Wer leben will, wie es in diesen alten Häusern zur deren Erbauungszeit üblich war, sollte sich intensiv mit den verschiedenen Freilichtmuseen beschäftigen. Dort erlebt man wie diese Häuser ursprünglich konzipiert waren, aber erkennt auch meist die Schwächen und Unzulänglichkeiten, die man damals akzeptiert hat.

Natürlich kann man Gebäude auch heute in ihrer Bautechnik wie im "Mittelalter" oder in einer späteren Zeit üblich herstellen.
Dies geschah z.B. auch mit einem immensen Aufwand bei der Frauenkirche in Dresden, bei dem zwar mit moderner Technik und verschiedenen Detailverbesserungen, aber im wesentlichen mit derselben Baukonstruktion aus dem Barock gebaut wurde.

Die Ausführung von Neubauten in _authentischer_ historischer Bautechnik ist meist relativ aufwendig (immer teurer als Restaurierung eines jedenfalls noch halbwegs erhaltenen Gebäudes)und erfordert sehr erfahrene Handwerker mit entsprechender Spezialisierung, sowie einen in historischer Bautechnik erfahrenen Architekten, soll am Ende nicht alles planlos im Sande verlaufen.

Einen Neubau in historischer Bautechnik herzustellen macht diesen aber trotzdem nicht zum "geschichtsträchtigen Gebäude".

Meine Empfehlung: Weiter nach einem wirklich "historischen" Haus suchen und dann mit Feingefühl instandsetzen.

Beste Grüße

M. Sattel



Nicht der Kauf macht die Summe, sondern die Sanierungskosten



Sie können sicher auch etwas für 1 Euro finden, wenn Sie ordentlich suchen und es wird Sie trotzdem millionen Kosten. Mir ist einmal ein wunderschöner alter Gutshof angeboten worden mit fußballplatzgroßem Innenhof. Für 25.000 Euro. Wir haben es nicht gemacht, weil die stilechte und fachgerechte Sanierung Millionen verschlungen hätte. Es ist dann gekauft und saniert worden. Mit (optisch) Billigprodukten und ohne Ahnung. Es sieht grauenvoll aus, der Charme ist weg und der Käufer sicher trotzdem ein Vermögen los. Rechnen Sie pro m² 1000 Euro für die Sanierung. Dann sind Sie mit Glück und einer wirklich guten Substanz dabei...

Kann natürlich bei heutigen Grundstückspreisen bedeuten, dass Altbau-Sanierung trotzdem preiswerter kommt als Neubau. Beispiel. Uns ist ein gut erhaltenes 2-geschossiges Gebäude für 190.000 angeboten worden. Danierung etwa 250.000 bis 300.000 grob gepeilt.. Wir bauen jetzt neu, weil uns das Grundstück nicht gefiel und ich seit jahren vergeblich nach dem Volltreffer suche. Das Grundstück kostet uns jetzt abhängig davon wie wir es wählen zwischen 180000 und dem doppelten. So und dann fangen wir erst an mit bauen. Ich denke, man kann sich ausrechnen, dass das weit teurer wird, wenn wir es so umsetzen.



Schon mal geübt...



...haben wir hier an einer mittelalterlichen Burgbefestigung mit Fachwerkhaus. Die Kosten hielten sich in einem vertretbaren Rahmen, das Grundstück war vorhanden und eine Baugenehmigung nicht erforderlich. Besonders gelungen finden wir die Mischung aus modernen und historischen Baustoffen. Für die Parkanlage haben wir uns allerdings von einem Gartenbaumeister beraten lassen.





...ich hab auch noch was gefunden. Viel Spaß bei realisieren.