Neubau Fachwerkhaus

31.08.2020 Christian123


Hallo Community,

wir sind schon länger auf der Suche nach einem Bauplatz und haben jetzt zumindest eine Option auf einen Baugrundstück erhalten. Bedingung für den Bau ist allerdings, dass alle Gebäude die dort erreichtet werden (Haus, Garage, Carport, etc.) in Fachwerkbauweise errichtet werden.
Entsprechend sind wir über das Grundstück auf die Option ein Fachwerkhaus zu bauen gestoßen und informieren uns hierzu gerade.

Wir hatten bereits die ersten Gespräche mit den Unternehmen Furhberger und von Elling. Grundlegend stellt sich heraus, dass man bei beiden Firmen bei einem 160- 170 qm Haus mit ca. 2500€ pro qm Rechnen muss. Mich persönlich hat der Wert (ohne Grundstück) schon etwas umgehauen. Klar hängt auch viel von den Bauinhalten ab, aber mich persönlich hat der Wert doch schon etwas Nachdenklich gemacht.

Gibt es Erfahrungen hier im Forum von anderern Bauherren?
Jetzt bin ich recht leichenhaft beim Thema Hausbau unterwegs, gibt es Referenzwerte was ein konventionelles Stein auf Stein Haus kostet?
Wie sieht es generell mit heutigen Fachwerkhäusern aus? Sind diese ähnlich Langlieben wie die "alten" Häuser oder funktioniert das Konzept durch die Dämmung etc. heute eigentlich nicht mehr?
Gibt es weitere Besonderheiten die ein heutiges Fachwerkhaus mit sich bringen?

Danke schon mal.



Kosten



Zu den Kosten: insgesamt ist ein Fachwerkhaus etwas teurer als ein konventionell gebautes Haus. Obwohl hier 2500 € pro Quadratmeter eher im unteren Bereich angesetzt werden sollten. Schnell gehen die Kosten durch zusätzliche Maßnahmen, beispielsweise eine größere Badewanne, mehr Steckdosen, etc. schnell deutlich in die Höhe. Zusätzlich unterscheiden sich natürlich die Kosten regional. Hier in der Region Ostwestfalen/ Lippe, sollte man bis zur Fertigstellung mit etwas gehobenerem Standard, 1,90m Wanne, 1x1,40m Dusche, Netzwerk, große Fenster, ca. 80 Steckdosen etc. rund 370.000 -400.000€ für ein etwa 150m² großes Fachwerkhaus ohne Keller rechnen. Ein standardisiertes Haus, ohne großartige Architektenplanung, liegt bei rund 300.000 €. Standardisierte Fertighäuser ohne Architektenplanung, liegen bei rund 2000 € pro Quadratmeter.

Beim Fachwerkhaus ist allerdings eine sehr sorgfältige Planung notwendig. Des Weiteren ist eine unabhängige, aber fachwerkserfahrene Bauleitung fast zwingend erforderlich. Denn häufig werden Fachwerkhäuser mit der Technik der aktuellen Bauvorschriften errichtet. Die entsprechenden Bauschäden, die dadurch entstehen, können hier vielfach im Forum nachgelesen werden. Beispielsweise wird Fichtenholz als Schwelle verwendet. Die Ausmauerungen falsch erstellt oder Wetterseiten als Sicht Fachwerk errrichtet.

Fazit: ein neu errichtetes Fachwerkhaus bietet qualitativ einen sehr hohen Wohnstandard, ist aber in der Errichtung und damit auch mit den damit verbundenen Kosten deutlich höher als ein standardisiertes Haus.



weitere Frage



Guten Morgen Holger,

danke für die Antwort, ich habe dazu noch einpaar Fragen,
a) "Des Weiteren ist eine unabhängige, aber fachwerkserfahrene Bauleitung fast zwingend erforderlich"
--> Die meisten Anbieter von Fachwerkhäuser bieten die Bauleitung gleich mit an. Würdest du entsprechend einen zusätzlichen Experten einsetzen? Gibt es im Raum Hannover hier bereits bekannte Experten?

b) "Die entsprechenden Bauschäden..."
--> Hast du hier konkret etwas vor Augen? Ich habe über die Suche ausschließlich Bauschäden durch Sanierungen gefunden..

c) "Fazit: ein neu errichtetes Fachwerkhaus bietet qualitativ einen sehr hohen Wohnstandard, ist aber in der Errichtung und damit auch mit den damit verbundenen Kosten deutlich höher als ein standardisiertes Haus."
--> Klar, dass die entsprechende Innenausstattung auch die Kosten in die Höhe treiben kann. Aber das sollte doch unabhängig von der Bauart des Hauses entstehen. Sprich die größere Badewanne kostet mehr egal ob diese in einem Fachwerkhaus oder in einem Steinhaus stehen soll, oder? Was sind dann konkret die Kostentreiber? Nur das Holzständerwerk und die Ausfachung?



Schäden an neuen Fachwerkhäusern



Na, dann ließ Dir doch mal das hier durch: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/290322$.cfm



Modern vs. alt und schnell vs. Fachwerk



Der angegeben Link zeigt einen typischen Bauschaden moderner Fachwerkhäuser. Hier dringt höchstwahrscheinlich Wasser von außen in die Konstruktion ein, läuft hintert die Wand, kann nicht abtrocknen und führt dann zum Schaden.

Eine externe Bauleitung oder BAuüberwachung mit einem unabhängigen Sachverständigen schützt Sie vor solchen Fällen.

Warum? Alle Unternehmen bauen nicht nur unter Zeit- und Finanzdruck, sondern müssen auch auf einen entsprechenden Umsatz/ Gewinn achten. Des Weiteren ist der Mangel an Facharbeitern im Bau groß. Experten für den Fachwerksbau zu bekommen ist noch schwerer. Teilweise wird auf ausländische Unterstützung gesetzt.

Ein Fachwerkhaus zu errichten ist immernoch mit viel Planungsarbeit, handwerklichem Geschick und Wissen über alte Bautechniken verbunden. Das treibt die Kosten in die Höhe und wird im aktuellen Bauboom zunehmend schwierig umzusetzten.

Das Ergebnis könnte im schlechtesten Fall sein, dass das errichtete Haus zwar wie ein Fachwerkhaus aussieht, doch im Grunde ein modernes Haus mit eingefügten Holzbalken ist.

Das Ergebnis sehen Sie im angebene Link. Mit etwas Suche finden Sie noch weitere gleichliegende Beispiele im Internet.