Kann ich hier auch als möglicher "Fachwerkhausneubauer" landen?

03.07.2004



Guten Tag!
Ein 2-Famlienhaus aus Fachwerk, also Holzständerwerk mit Lehmziegeln ausgefacht und Stroh als Dämmung, ist das heutzutage eine spinnerte Idee und Abenteuer oder mach- und finanzierbar?

mfg



Fachwerk-Neubau



Guten Abend,

selbstverständlich ist alles machbar; ob finanzierbar, das müssen Sie wissen. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Holzständer- und Fachwerkbauweise; beim Fachwerk werden auschließlich zimmermannsmäßige Holzverbindungen angewandt-das Fachwerk erhält seine Stabilität einzig über die Holzverbindungen. Der Holzständerbau ist geprägt von (wie das Wort schon andeutet) Ständern im Verbund mit Rähm- und Schwellholz; im modernen HSB wird zügig mit Vernagelungen, teils mit Nagelblechen, teils mit einglassenen Verbindungssystemen gearbeitet; eine Stabilität wird hier vorallem durch die Bildung von Wandscheiben (aufgenagelte Holzfaserplatten (OSB))erreicht. Bei all der wilden Dämmerei wird heutzutage bei einem Neubau oft genug ein speicherfähiges Material im Wandaufbau vernachlässigt; sinnvoll also, die Gefache oder Zwischenständerbereiche mit z.B. einem Lehmbaustoff zu füllen. Hier gibt es mittlerweile interessante Lösungen für einen dämmenden und zugleich speichernden Wandaufbau. Bei der Materialauswahl können Sie sich bei Gerd Meurer hier im Forum informieren; Fachwerkneubau bietet die Fuhrberger Zimmerei (auch hier im Forum) an. Für eine Planung des Wandaufbaues unter Beachtung der Norm können Sie sich auch an mich wenden (Kontaktdaten unter Profil).

Grüße aus Limburg



Neubau



Hallo


Ich hab mir zu DM-Zeiten einen Kostenvoranschlag machen lassen... 9X8m mit Dachstuhl und alle Verbindungen zimmermannsmäßig erstellen inkl. Montage 35000 DM...



Fachwerk-Neubau mit Lehmausfachung



Hallo,
es kommt nicht so oft vor, dass Bauherren den Neubau nach diesem historischen Vorbild wählen.
Trotzdem hatten wir im letzten Jahr im Saarland einen Fachwerkneubau mit Lehmausfachung, Strohschüttung...
Wenn Sie Interesse an einem Kontakt haben, wenden Sie sich bitte an mich.
Mit freundlichen Grüßen, Christian Zeymer



Fachwerkneubau



Hallo Herr Hartz,
habe bereits auf Ihre andere Frage geantwortet, hier jetzt was zur Machbarkeit. Kein Problem wenn man bereit ist, sich gängigen Meinungen heutiger "Baukunst" widersetzen kann, Zeit mitbringt und auch das nötige Durchsetzungsvermögen gegenüber den Handwerkern hat, die wollen meist 0815-Lösungen machen. Der Preis ist nicht teurer als ein normales Haus (vergleichbares Haus in Massivbauweise) mit dem Vorteil aber, dass man sehr viel selber machen kann. Ich bin gerade über einem Neubau eines 2-stöckigem Fachwerkhauses im Vorgtland. Wenn gewünscht, einfach Kontakt aufnehmen. Tschüß



Fachwerkneubau



Hallo,

wir sind gerade beim Neubau, weil wir trotz langer Suche kein geeignetes Renovierungsobjekt gefunden haben. Wir lassen uns von einer Zimmerei, die glücklicherweise auch über einen Architekten als Mitinhaber verfügt, ein neues Eichenständerwerk 18 x 18 cm aus 4 - 6 Jahre getrocknetem Holz mit Sparrendach aufstellen. Der Rest ist unser Job. Herkömmliche Bodenplatten für Haus und Werkstatt, Trockenbau und Dämmung in Eigenregie, Ausfachung mit historischen Backsteinen, alte renovierte Türen und Tore, zum Teil alte Fenster. Zur Zeit auf der Suche nach historischen Bodenbelägen, aber wir haben Zeit.

Kostenschätzung unmöglich, aber nachdem wir die dicken Kostengruppen im Griff haben (Erdarbeiten, Bodenplatte, Fachwerkwerk, Dachstuhl, Dach, Entwässerung, Installation, Trockenbau und Dämmung können wir vorsichtig sagen, dass wir bei einem 300 m² Haus plus Werkstatt unter 250.000,- € landen werden, allerdings auch müssen. Voraussetzung ist und bleibt allerdings: Eigenleistungen in Planung und Ausführung, Verwendung von Recycling-Material, Verzicht.

Gruss, Bruno



Gerade Ihre Zielgruppe...



... sollte sich hier mit niederlassen, um eventuellen Vorurteilen und auch Machbarkeiten für einen Fachwerkhausneubau genau abwägen zu können.
Natürlich ist es schwierig, die geeigneten und auf die verschiedensten Gewerke abgestimmten Handwerker zu treffen, aber dazu soll ja diese Plattform dienlich sein.
Der Bauherr Karsten Wolf hat dazu hier schon kurz seine Info hinterlegt, wo er sich ganz präzise seine Handwerker auswählte.

Und außerdem hatte ich gestern nun auch endlich die Gelegenheit mit einem Fachwerk-Fertiteilhaus-Besitzer zu fachsimpeln, der sich hier auch schon mehrfach über die bei ihm auftretenden gravierenden Baumängel dieser Fertigteilbauweise (Polenimport!!)ärgert und herumschlagen muß.

Also dann zu einer guten Entscheidung für Sie hoffend, verbleiben die Lausitzer Lehmbauer.