Neu verputzen oder sichtbar lassen

18.05.2015 Jörg Odw.



Hallo,
die letzten Tage haue ich den Putz von meinem neu erworbenen alten Haus runter.
Soll neu gemacht werden. Nun stellt sich die Frage ob ich im Sockelbereich / Keller auch verputze oder nur neu ausfuge und die Steine sichbar lasse.
Wie man sieht hatte der Vorbesitzer wohl Ärger mit Feuchtigkeit (Löcher in der Wand).
Jemand einen Rat ?
Danke
Jörg



Ist von der Ferne



Hallo,

... aus schwer zu beurteilen, da es von vielen Faktoren abhängt. wenn das Bruchsteinmauerwerk gut erhlaten ist, würde ich den Bruchstein sichtbar lassen und ihn mit Klakmörtel, mit etwas Trassmehl, verfugen. Der Aufwand ist gesamtgesehen geringer und man hat eine sehr schöne Oberfläche. Warum der Putz abgefallen ist, dafür gibt es sicherlich verschiedene Ursachen. meistens ist zu viel Zement verwendet worden, der über die Zeit eine Schale bildet und dann abfällt. Über die gesamte Ausbildung des Spritzwasserbereiches muß man sich Gedanken machen. Deshalb Bruchstein sichtbarlassen, wäre mein Vorschlag.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Sockel



Vielen Dank für die Meinung.
Im unteren Bereich war der Mauermörtel, der viel Felsenkies enthält, feucht. Ab der Hälfte (1/3) trocken.
Im Übergangg vom Keller zum ersten Stock hat man Lüftungslöcher gebohrt und darin waren Plasik Hülsen mit einer Öffnung. Ob die Feuchtigkeit von unten kam kann ich nicht sagen. Denke mal der Putz im ersten Stock ist identisch, warum also sonst bröselt er gerade Richtung Keller so ab ?!



Außenputz



Was die wirklichen Ursachen der Schäden sind/waren kann man nur vor Ort klären.
Das Foto lässt ein paar Vermutungen zu:
Der untere Bereich sieht aus wie ein Stallgebäude. Hier besteht immer die Möglichkeit hygroskopischer Feuchte und Salzkristallisation infolge Ammonium/Nitratbildung.
Das Bruchsteinmauerwerk ist, was die Materialwahl betrifft, von minderer Qualität. Es besteht kein ordentlicher Verband, Steine werden hochkant gestellt, es gibt kaum waagerechte Lagerfugen, die Verzahnung mit der Füllung ist zweifelhaft. So ein Mauerwerk funktioniert nur mit hydraulischem Mörtel.
Auf dem Bild sehen Sie ein besonders krasses Beispiel, ich hoffe Ihre Mauer sieht in der Mitte nicht so aus.
Bei Nässeeintrag durch Schlagregen und Spritzwasser kann Wasser durch die Fugen in die innere Füllung dringen und bei Frost zu Schalenabrissen führen.
Die Verfugung sollte also sorgfältig ausgeführt werden, anzuraten ist ein spritzwasserbrechender Streifen vor der Wand.
Ein Verputz mit einem Sanierputzsystem wäre die optisch und physikalisch bessere Alternative wenn da nicht die Möglichkeit der Salzbefrachtung wäre. Das sollten Sie klären lassen.
Die dunkleren Verfärbungen im oberen Bereich sehen für mich aus wie ein abplatzender Dünnschichtputz, der auf einen vorhandenen Glattputz samt Anstrich aufgetragen wurde. So etwas kann nicht halten.
Ob die Bohrungen ("Mauerlungen") die Ursache der Abplatzungen mit zu verantworten haben ist eine Frage der zeitlichen Abfolge. Solche Systeme führen zu einer verstärkten Auffeuchtung des Mauerwerkes durch Sommer- und Winterkondensation.
Eins ist sicher: Die berüchtigte "aufsteigende Bodenfeuchte" hat damit nichts zu tun.