Die Nebenkosten im Eigenheim unter Kontrolle behalten

Hausnebenkosten

Modernes Fachwerkhaus https://pixabay.com/de/holzskelettbauweise-flock-haus-252178/

Ein Eigenheim ist für viele Bürger immer noch ein Traum, den sich viele aufgrund der aktuellen Zinslage endlich erfüllen können. Doch neben den Kosten für die Finanzierung bringt ein Haus auch hohe Nebenkosten mit sich. Wer klug entscheidet, kann hier mehrere Hun-dert Euro pro Jahr sparen.

Welche Nebenkosten fallen bei einen Eigenheim eigent-lich an?

Wer bisher zur Miete wohnte und nun voller Stolz ins Eigenheim zieht, wird recht schnell die ersten Rechnungen im Briefkasten finden. Viele Häuslebauer sind überrascht, welche Betriebs- und Nebenkosten an ihrem Traum vom ei-genen Haus hängen. Das sind die wichtigsten Betriebskosten:

  • • die unvermeidliche Grundsteuer
  • • Kosten für Strom und Heizung
  • • Gaskosten, wenn eine Gasheizung in Betrieb ist
  • • Kosten für Wasserversorgung und Abwasser
  • • Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • • Schornsteinfeger
  • • Telefon- oder Kabelanschluss
  • • Versicherungen
  • • Instandhaltungsrücklagen
  • Nur bei einigen dieser Posten lässt sich sparen. So fällt die Grundsteu-er immer an, ihre Höhe hängt aber von der Gemeinde ab, in der man sich häuslich niederlässt. In den meisten Fällen wird sie nicht maßgeb-lich für die Wahl des Wohnortes verantwortlich sein. Beim Strom und den Heizkosten lässt sich eine Menge sparen, ebenfalls bei den Versi-cherungen, wenn man nur die wichtigsten Belange versichert und die Assekuranzen sorgfältig auswählt. Auf keinen Fall sollte man bei den Instandhaltungsrücklagen sparen – das würde sich eines Tages schmerzhaft bemerkbar machen.

    Sparen beim Strom

    Der Strom ist einer der Posten, bei dem sich das größte Sparpotenzial offen-bart. Das beginnt bei der Wahl des Anbieters, der ruhig regelmäßig gewech-selt werden sollte, und hört beim sparsamen Verhalten und effizienten Gerä-ten noch nicht auf.

    Wie die Statistik zeigt, sind die Preise für Hausstrom in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen. Diese Entwicklung wird aller Wahrscheinlichkeit nach so weitergehen. Es liegt also an jedem Verbraucher selbst, durch kluge Ent-scheidungen die Kosten zu senken.

    Häufig ist es jedoch so, dass Verbraucher beim einmal gewählten Anbieter bleiben, oft sogar in der Grundversorgung, welche die höchsten Kosten er-zeugt. Doch sogar Stiftung Warentest empfiehlt den regelmäßigen Wechsel des Anbieters. Die Versorger locken neue Kunden mit Boni und Sonderrabat-ten, denn sie bauen auf die Bequemlichkeit der Verbraucher. So machen sie im ersten Vertragsjahr Zugeständnisse, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen. Verbraucher können den besten Tarif hier berechnen und einen Wechsel in wenigen Schritten durchführen. Der jeweils neue Versorger küm-mert sich meist sogar um die Kündigung beim bisherigen Stromanbieter.

    Natürlich muss man vor einem Wechsel die Kündigungsfristen beachten. Gibt es jedoch eine Preiserhöhung, greift in vielen Fällen ein Sonderkündigungs-recht. Am besten kümmert man sich gleich um einen neuen Stromvertrag, um den Termin nicht zu verpassen.

    Effiziente Geräte senken die Stromkosten

    Der Umzug ins Eigenheim ist häufig mit der Anschaffung neuer Geräte ver-bunden. Eine neue Küche wird eingebaut und mit den entsprechenden Gerä-ten ausgestattet, ebenso ist es im Vorratsraum und in der Waschküche. Auch wenn es auf den ersten Blick eine höhere Investition erforderlich macht, soll-ten beim Kauf die effizientesten Geräte angeschafft werden (erkennbar an der Kennzeichnung A+ bis A+++.). Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich mit der Zeit, während ineffiziente Geräte die Stromkosten in die Höhe treiben.

    Dennoch sollte man funktionierende Geräte nicht beliebig durch neue erset-zen, sondern einen Großteil ihrer erwarteten Lebensdauer abwarten.

    Natürlich trägt auch das eigene Verhalten dazu bei, wie hoch die Stromrech-nung am Ende des Jahres ausfällt, besonders dann, wenn sich mehrere Per-sonen im Haushalt befinden. Geräte nicht auf Standby zu lassen und andere bekannte Stromspartipps helfen auch, einige Euro zu sparen.

    Sparen bei der Heizung

    Das Schöne am Eigenheim ist, man hat die Wahl, welche Art der Heizung man bevorzugt. Anstatt sich von Öl oder Gas abhängig zu machen und so immer den politischen und strukturellen Wandlungen ausgeliefert zu sein, kann man auch auf erneuerbare Energien setzen, Solarenergie erzeugen, mit Pellets heizen oder Erdwärme fördern. Diese alternativen Systeme sind nachhaltig und ihre Anschaffung wird sogar gefördert. So unterstützt etwa die KfW Bank Hausbesitzer dabei, nachhaltig zu erneuern und zu bauen und steuert so zur Energiewende bei. Ein Hausbesitzer hat das Privileg, seinerseits seinen Teil dazu beitragen zu können, während ein Mieter sich immer mit den Entschei-dungen seines Vermieters abfinden muss.

    Sparen bei der Versicherung

    Auch die Assekuranzen befinden sich in einem liberalisierten Markt ständig in einer Konkurrenzsituation und buhlen um neue Kunden. Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter kann erstaunliche Einsparmöglichkeiten zum Vor-schein bringen. Manche Versicherungen sind beim Eigenheim einfach obliga-torisch, wie die Wohngebäudeversicherung, die Elementarschadenversiche-rung sowie die Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Eine Glas- oder Recht-schutzversicherung ist hingegen nicht zwingend erforderlich. Manche Versi-cherer haben interessante Pakete im Angebot.

    Hier darf nicht gespart werden: Instandhaltung und Mo-dernisierung

    Jedes Haus muss irgendwann repariert, saniert oder modernisiert werden auch wenn es nagelneu gebaut wurde. Eine Faustformel besagt, dass Haus-besitzer monatlich einen Euro pro Quadratmeter für Instandhaltungen zurücklegen sollten, um für Reparaturen und Erneuerungen von Heizung, Fenster, Dach und der Fassade gerüstet zu sein. Andernfalls müssen bei notwendigen Reparaturen teure Kredite aufgenommen werden, während klug angelegtes Geld im Laufe der Jahre sogar etwas Zinsen bringen kann. Nur die regelmäßige Modernisierung erhält den Wert einer Immobilie. Die aktuel-len Standars gelten zudem in der Regel nach zehn Jahren als überholt. Gera-de, wer sein Häuschen als Altersruhesitz bewohnen will, muss für diese Zeit vorsorgen, wenn das Einkommen in der Regel niedriger ausfällt als zuvor.



    © Fachwerk.de