Nebengebäude

25.04.2012



Neben unserem Wohnhaus steht ein langgestrecktes (ca. 11x3m)knapp 200 Jahre altes, eingeschossiges Nebengebäude. Wir benötigen dieses Haus eigentlich nicht, da es aber mit den übrigen Gebäuden eine sehr hübsche, geschlossene Einheit bildet und es außerdem wie auch das Wohnhaus unter Denkmalschutz steht, soll es auf jeden Fall erhalten bleiben. Eigentlich konzentrieren sich bei uns Zeit und Geld auf das Wohnhaus, um das Nebengebäude wollten wir uns später kümmern. Leider hat ein Vorbesitzer des Hauses in dem Versuch, den Garten zu begradigen, den Erdboden bis über das Fundament des Nebengebäudes aufgefüllt. Beim Freilegen des Fundaments zeigte sich dann, dass der tragende untere Balken völlig vermodert war. Wir mussten dann also doch früher als geplant akitv werden und haben den Balken auf der gesamten Länge (11m) ausgetauscht und die Stiele, soweit sie betroffen waren, neu angeflickt. Daher mussten auch die unteren Gefache rausgeschlagen werden. Nun haben wir die Gefache mit Ytong-Steinen ausgemauert und mit Kalkputz verputzt und die Balken mit einer offenporigen Lasur gestrichen. Inzwischen habe ich in diesem Forum so viel gelesen, dass ich ahne, dass Ytong-Steine wohl keine kluge Wahl waren. Wir haben überlegt den vorderen Teil des Hauses als Teehaus zu nutzen und dort mit einem kleinen Kanonenofen im Herbst auch gelegentlich zu heizen. Im hinteren, durch eine Tür abgetrennten Teil befindet sich ein großer Backofen, der dort ungenutzt auf eine spätere Sanierung warten soll. Jetzt wüsste ich gern, was ich mit der Innenwand - von der die Hälfte noch im Lehm-Stroh-Original vorhanden ist - in dem erneuerten Teil tun kann oder muss, damit ich trotz der unprofessionellen Außenwand kein dauerhaftes Problem (Schimmel, Fäulnis ... ) bekomme. Gehen billige und leicht selbst zu verarbeitende Gipskartonplatten oder weichen die bei einem ungenutzten Gebäude durch? Wären Lehmbauplatten eine Alternative? Ich bin völlig fachunkundig und daher dankbar für jeden Rat oder Erfahrungsbericht.



Man nehme:



... Lehm/Lehmbauprodukte, Holz + Holzwerkstoffe, Kalkmörtel + Kalkputze, biologische, nachwachsende Dämmmaterialien.

Man verwende: Hohlraumfreie, kapillaraktive + diffusionsoffene Produkte + Konstruktionen

Man vermeide: den Baumarkt + deren "Ratgeber" und alles, was man an schnellen Lösungen von Handwerkern empfohlen bekommt. Produkte wie: Rotband, Gipskartonplatten, Mineralwolledämmung, Gasbeton, Styropor + Styrodurdämmplatten, Zementmörtel + - Putze, Silikone + Acryldichtstoffe, Montageschaum, dampfdichte Kunstharzputze + Anstriche, Dampfbrems- + Dampfsperrfolien.
Nicht-hinterlüftete Fassaden aussen + Vorsatzschalen mit Min.Wolledämmung innen.

Man lese: ein paar, mittlerweile wirkliche gute Fachbücher zum Thema.

Man suche: jemanden mit wirklicher Kenntnis der baukonstruktiven + bauphysikalischen Zusammenhänge der Fachwerksanierung.

Sie schreiben, Sie haben keinen Ehrgeiz, alles perfekt zu lösen. Was die Optik und das Design betrifft, muss das auch nicht sein. Nicht perfekte konstruktive Lösungen führen ggf. nach wenigen Jahren zu Bauschäden. Insofern: entweder etwas richtig bauen oder es besser sein lassen.



Denkmalschutz



Was sagt eigentlich das Denkmalamt zu den Massnahmen?



Moin anni,



hast du ein paar Fotos zum besseren Verständnis?

Hat euer Nebengebäude eine Dachrinne, oder spritzt das Tropfwasser fröhlich an die Hauswand?

Läuft das Oberflächenwasser vom Gebäude weg?

Was willst du jetzt mit der GK-Platte?

Lasst das doch innen erstmal so, bis ihr diesen Teil des Ausbaus angeht.

Gruss, Boris



Nebengebäude



Hallo,

erstmal vielen Dank für die besorgten Nachfragen. Nein, es gibt keine Probleme mit dem Denkmalamt (dazu gibt es ja auch wirklich keinen Grund) und vielleicht habe ich ja einfach eine andere Herangehensweise als die meisten Fachwerkhausbesitzer, aber ich finde schon, dass neben der Haltbarkeit das Aussehen meines Hauses ein ziemlich entscheidendes Kriterium ist.
Wie das so ist, ist mir nun aber selbst am Tag nachdem ich gefragt hatte die (bzw. eine) Lösung für mein Problem eingefallen. Innen - in dem Haus, das übrigends eine Dachrinne hat und nur eine offenliegende Wand, die anderen waren mit Wellpappen verhängt und werden nun wieder mit Holz verschalt - werde ich die Wand in der notwendigen Höhe mit einer Holzverkleidung versehen.

Dennoch vielen Dank - wenn ich auch immer noch nicht weiß, was für konkrete Probleme durch die Ytong-Steine nun entstehen können - aber so kann es ja erstmal nicht schlimmer werden.