Aufbau Fußboden

25.11.2020 Katja

Aufbau Fußboden

Hallo liebe Community,

ich habe viele Beiträge innerhalb dieser und anderer Foren/Homepages gelesen und außerdem auch "Fachleute" im Haus gehabt mit sehr divergierenden Meinungen wie doch der Boden nun aufgebaut werden soll. Für mich als Laie ist es nun mehr als schwer eine Entscheidung zu treffen und hoffe mir basierend auf einem älteren Beitrag hier in diesem Forum Input (siehe Link unten).

Vielleicht kurz zum Bau:

- Standort: trockene Sandbüchse in Südbrandenburg
- es gibt zwei vermutetete Bauzeiträume: 1920er und 1940er Jahre
- der Sockel ist aus Feldstein
-zum Fundament kann ich nichts sagen, da ich wirklich gefühlt metertief Sand in den nichtunterkellerten Räumen im Erdgeschoss habe
- in den Räumen um welche es geht, war ein Kieferndielenboden drin, welcher nicht erhalten konnte wegen Holzwurmbefall
- die Dielen waren auf 10*10 cm Kiefernbalken genagelt welche wiederum direkt im Sand lagen
- alle Balken, bis auf einer der direkt an der Wand (und unter einem Heizkörper) lag sind absolut trocken gewesen; jener unter dem Heizkörper direkt an der Wand hatte Braunfäule vermutlich durch den direkten Kontakt zur Wand oder ggf. ein Problem durch undichte Heizung vor Jahren. Ich vermute eher letzteres, weil der Balken direkt unter dem bereich der Heizung durch war und in einem zweiten Raum an derselben Außenwand der Balken trocken war.
- alles in allem sind die Wände trocken (Klinker, den Putz habe ich schon abgestemmt - soll dann Lahmputz drauf) und wie geschrieben auch der Sand ist Staubtrocken und die Sandlage ist echt mächtig

Ich möchte eigentlich keine der klassischen modernen Bodenaufbauten mit Beton, Plastik etc. haben und bin auf der Suche nach Alternativen.. Statt Holzdielen hätte ich in den zwei nichtunterkellterten Räumen gerne Natursteinplatten. Dabei bin ich auf den Forenbeitrag von 2004 gestoßen:

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/aufbau-wuerfel-13444.html

Der Beitrag mit den Krustenplatten ist interessant für mich.

Vielleicht sind die Autoren hier noch aktiv, falls nicht vielleicht gibt es andere Leute mit Erfahrungen zu dem Einbau von Natursteinplatten ohne Beton, Folien etc.
Oder gar ganz andere Ideen - bei Schaumglasschotter war ich übrigens auch schon. Finde aber den Preis echt happig und die Geschichte mit dem Verdichten (Rüttelplatte) im Haus schwierig. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Ich nehme auch gerne einen etwas "kälteren" Boden in kauf. Wobei ich denke, dass ich durch die geplante Wandheizung doch ohnehin durch die Strahlungswärme Naturstein wie Sandstein oder Kalkstein aufwärmt und diese Wärme wieder abgegeben wird.

Ich bin mir einfach recht unsicher bezüglich des Aufbaus des Untergrunds für dicke Natursteinplatten. Im Beitrag von 2004 scheint dichtes Erdreich angestanden zu haben. Ich habe wie gesagt trockensten Sand der sich nicht verdichten lässt.

Sollte es keine sinnvolle Alternative für den Untergrund der Natursteinplatten geben, würde ich mich natürlich auch mit Holzdielen abfinden. Da wäre natürlich wieder ein anderer Untergund zu planen, oder? Was ich jedenfalls sehen konnte, dass kein Mäuseparadies unter den alten Dielen war. Scheint also 80 Jahre gut gewesen zu sein. Was spräche dagegen, das wieder so aufzubauen?

Ich freue mich über konstruktive Antworten und Ideen.

Grüße
Katja



geplante Fußbodenobsolenz



Zitat: " Was spräche dagegen, das wieder so aufzubauen?" Für mich spräche dagegen, dass es ja eben nicht funktioniert hat, der Dielenboden war ja holzwurmzerfressen und das wahrscheinlich nicht erst seit kurzem.
Auch wenn der Sandboden jetzt trocken ist, dass muss er es nicht bleiben bzw. jahreszeitlich unterschiedlich auch feucht sein.
Auch der Einbau eines Massivbodens aus Natursteinplatten etc. braucht einen belastbaren Unterbau bzw. einen verdichteten Untergrund. Sand läßt sich schlecht verdichten.
Wir haben in unserem ersten Bau vor 25 Jahren auch nur abgeschachtet und ca. 20 cm im Schnitt Schotter ( solcher wie zwischen den Gleisen der Bahn liegt) eingebracht und händisch verdichtet. Anschließend eine Schrenzlage, Beton sauber abgezogen und Schweißbahn als Sperre, das ganze als Basis für sowohl den Dielenboden als auch für die Fliesen. Und nein, die Feuchte ist nicht in die Bruchsteinwände gezogen, sondern im Gegenteil, die sind abgetrocknet.



trocken bleibt trocken



Es hört sich doch ganz gut an … 

Was war denn über den Dielen gelegen (Teppich oder PVC … oder anderes)?

Wenn Sie schon beobachtet haben, dass alles trocken war und ist, spricht nichts gegen den "alten" Aufbau.

Ich würde zu dickeren Dielen tendieren … oder auch Ziegelplatten o.Ä. als Belag Verlegen … wird auch gehen … auch ohne Bedong und Plastebahnen …

Ihre Analyse der Schadensherkunft ist auch sehr gut … 

Anstatt der Wandheizung würde ich zu einer Temperierung anraten … weniger Aufwand … weniger Kosten … 

bei Fragen evtl Mail oder hier

mfG

Florian Kurz



Hallo und guten Tag,



und vielen Dank für die erste Rückmeldung welche sich (in Teilen) durchaus interessant für mich anhört.

Ich stimme zu, dass sich die Bodenfeuchte jahreszeitlich ändern kann (hatten wir in unserem letzten Haus im Keller - der Stampflehmboden war in den "nassen" Monaten wie Pudding).

Jedoch denke ich, dass sich das wohl bei diesem Haus im EG sicher in den Balken die, wie geschrieben 80-100 Jahre direkt auf dem Sand lagen, sicher bemerkbar gemacht hätte wenn also die Feuchte in manchen Jahreszeiten (oder Jahren) derart durchgeschlagen hätte, das Schäden entstanden wären.

Nochmal für mein Protokoll. Ihr Bodenaufbau ist dann von unten wie oben wie folgt:

1. Erdreich
2. ca. 20 cm Schotter via Handstampfer verdichtet
3. Schrenzlage
4. Beton
5. Schweißbahn als Sperre (welche genau und wie werden da Fliesen drauf verlegt?)

Ich glaube Ihnen gerne, dass die Feuchte nicht in die Wände gezogen ist. Es geht es mir persönlich gar nicht um einen Glaubensfrage, die zu diesem Thema durchaus herrscht. Ich möchte mich einfach nach plastikfreien und ggf. nach betonfreien und somit möglichst umweltfreundlichen und somit auch schadstoffreien und gesunden alternativen umhören.

Ihrer Antwort bezüglich der Dielen bzw. dem Holzwurmbefall kann ich leider nicht folgen.
Ein Holzwurmbefall hat doch nichts mit einem fehlenden Unterbodenaufbau zu tun. Das Tierchen fliegt sich von oben ein bzw. geht dann in die Ritzen und kommt nicht aus dem Sand bzw. Erdreich. Und ich denke es hat sehr gut funktioniert. Die Dielen haben immerhin 80-100 Jahre gehalten, waren nicht morsch sondern lediglich mit Holzwurm befallen (und diese hätte sich noch ein paar Jahre trotz aktiven Befalls bleiben können, ich hatte mich jedoch entschieden, die jetzt gleich zu entnehmen). Zumal die Kerlchen ja auch in meine Möbel gehen würden. Das Risiko das (unbehandelte!) Dielen mit Holzwurm befallen werden können habe ich meines erachtens mit oder ohne (modernen) Unterbodenaufbau.

Vielen Dank in jedem Fall und einen schönen Abend.

Katja



Nimm das Angebot an



und schaut Euch ein paar Gebäude mit einer Temperierung an, vor allem, mit welchen Vorlauftemperaturen gefahren wird und redet mit den Bewohnern. Diese Thematik wird nämlich sehr kontrovers diskutiert..
Holzwurm: Es wird vergessen, dass die Tierchen eine bestimmte Holzfeuchte bevorzugen, ist die gegeben nisten sie sich ein. Es stimmt, in einen trockenen Boden verlieben sie sich nicht.
Auf die Abdichtung ( Bitumenschweißbahn) habe ich eine Dämmung gelegt und unter den Fliesen nochmals Estrich. Sicher schreien die Umweltaktivisten auf, aber bei unserem feuchten Lehmboden in Hanglage war das für mich akzeptabel. Unsere Öko-Bilanz verbessern wir mit Windkraft, Solarthermie und KFZ-Verzicht.



Hallo Herr Kurz,



vielen Dank für die tolle Antwort und wie ich sehe sprechen wir die gleiche Sprache - "less is more".

Zu Ihrer Frage: die Dielen waren (von oben) mit Ochsenblut gestrichen, aber vermutlich die letzten Jahre (Jahrzente) in den beiden Räumen um welche es geht mit Teppich überdeckt.

Dielen: die Dielen waren 3,5 cm dick. Noch dicker?

Zu Ihren Vorschlägen - welche sich sehr spannend anhören - müssten wir uns nochmals besprechen, damit Sie mir das genau erläutern können.

Ich sende Ihnen eine Email.

Einen schönen Abend wünsche ich.



Manche...



...und das sind besonders bioladengefixte Laien, benutzen das Internet gern zur Wunscherfüllung; Sie suchen so lange nach dem Irrtum, der ihrer theoretisch oder ideologisch gewachsenen baulichen Überzeugung am Besten entspricht, und setzen das dann um. Hinterher kommt Jemand, den diese ganz speziellen Bauherren unter "Fachleute" (in Gänsefüßchen!) einordnen, und schaufelt die zerkrümelte Bauideologie in den Container.

" Ich möchte mich einfach nach plastikfreien und ggf. nach betonfreien und somit möglichst umweltfreundlichen und somit auch schadstoffreien und gesunden alternativen umhören. "

Liebe Bauherrin, Sie haben da wunderbar verdichtet, was man sich sonst mühsam aus vielen Zeilen zusammenklauben muss.

Aus meiner Sicht liegt Ihre völlig faktenfreie Bewertung der Lage sehr weit daneben. Bzw. sehr nahe am Bauschaden.

Unbestreitbar ist, daß auch Ihr sehr trockner Sand (alles andere wäre unter einem intakten Dach denn auch verwunderlich) auf kapillarem Wege Wasser nach oben transportiert. Dieses Wasser ist der Feind jeden Holzes. Ihre alte Dielung wurde nicht durch Schicksalsschlag befallen, sondern aufgrund der erhöhten Holzfeuchte. Minderes Material mag dazukommen, ist aber nicht entscheidend. Warum sind die Dielen geschädigter als das Holz der Lagerhölzer? Die Vermutung liegt nahe, daß die Fläche mehr Kondensat / Wasserdampf abbekommen hat als die kompakteren Lagerhölzer. Die lagen 80 Jahre da, und scheinbar sind sie auch nicht in einem Zustand, wo sie über Wiederverwendung nachdenken.

Das mag auch gut so sein: Die Erklärung für den besseren Zustand der Balken könnte man durchaus auch in der damals recht legeren Verwendung von Holzschutzmitteln liegen. Das wäre denn auch mein erster Erklärungsansatz, warum Lagerhölzer an dieser baulich gefährdenden Stelle überhaupt so lange durchhielten. Es war auch schon vor 80 Jahren, also in der Zeit vor Florian Kurz, allgemein bekannt, daß auf der Erde (bzw. auf dem Sand) liegendes Holz nur selten alt wird.

Hinzu kommt, daß sich die baulichen Bedingungen seit Erbauung ja zumindest jetzt grundlegend ändern: weitaus weniger Luftwechsel als früher, und mehr Wasser in der Luft durch mehr Körperhygiene, Fensterbankgemüse etc.

Abgesehen davon, daß beim wiederholten hergebrachtem Aufbau der kalte Boden trotz erheblicher Kosten nicht annähernd einem Wohnraumklima sich nähern wird, auch weil er recht zugig sein wird - abgesehen davon würden Sie einen Bauschaden provozieren.

Vielleicht geht es ja zu wenigen Prozentelchen gut, aber diese "Chance" ist nicht hinreichend, um die Holz-in Sand-Phantasie umzusetzen.

Ich rate Ihnen also zu, über eine Platte aus Unterbeton und eine Sperrbahn und einen gedämmten Aufbau erneut nachzudenken. Gesundheitliche Schäden haben Sie dadurch nicht zu befürchten, aber Sie werden sich dann in diesem Raum wohlfühlen können. Und sie bauen etwas Nachhaltiges: Etwas nämlich, daß lange hält.

Von Steinplatten in Erde (Sand) in einem Wohnraum rate ich ab. Das war früher was für den Stall, und was hätte sich seither daran geändert?

LG Thomas

Ein später angefügtes Postskriptum: War Ihr Dielenboden früher unterlüftet, also, gab es Lüftungsöffnungen nach außen?



@ Mario



Und was fachlich nicht mehr beherrscht wird, macht dann der angeleitete Laie?

Der Hausbau ist doch kein Buddelkasten, sondern die zumeist teuerste Odyssee, auf die sich der Mitteleuropäer einlassen kann.

Etwas mehr Bedachtsamkeit bei derartigen Empfehlungen wäre aus meiner Sicht angebracht.

LG Thomas




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