Wandheizung Trockenbau




Hallo liebe Fachwerker,

wir haben ein mit z.Z.noch "Faserzement-Schindeln bekleidetes Fachwerkhaus aus dem Jahre 1926 preiswert erwerben können.
Demnächst wird es an diverse Umbauten -u.a. der Heizung gehen. D.h., die Wärme des vorhandenen Erdgaskessels soll mittels einer Kombination von (Außen-) Wand- und Fußbodenheizung verteilt werden.
Hier zunächt einmal der vorgefundene Wandaufbau von außen nach innen: 1.Wandbekleidung (Faserzementschindeln), 2.Bretterschalung, 3.Konterlattung, 4.Luft (wie viel weiß ich noch nicht), 5.Fachwerk, 12 cm, mit sog. Tuff- oder Schlackensteinen ausgemauert, 6.wahrscheinlich Gipsputz (ca. 20...30 mm).
Da wir nicht Rockefellers Nachkommen sind und ich mich durchaus in der Lage sehe, entsprechend des recht simplen Aufbaus einer Trockenbau-Wandflächenheizung recht viele Arbeiten selbst auszuführen, hier meine Vorstellung des Wandaufbaus im Zuge der Sanierung: Der z.T. beulige Innenputz soll abgetragen und eine dünne Lattung aufgeschraubt werden, die noch Raum für E.-Installationen und dergleichen bietet. Darauf soll eine 20 oder 25 mm dicke Gipsfaserplatte im "schleppenden" Verbund geklebt+geschraubt werden, in die mit der Oberfräse die Kanäle zur Aufnahme eines 8 mm- PB-Heizrohres eingeschlitzt werden sollen. Diese werden in ein Bett mit Gipsfaserspachtel eingedrückt und mit dem gleichen Material verspachtelt (min. 2 mm Überdeckung) Innendämmung soll es keine geben. Wenn die Fassade späterhin saniert wird, soll zwischen 2. und 5. eine Holzfaser-Dämmschicht eingebaut werden. Meine Frage an die geschätzten Mitglieder und Sachkundigen:
- Ist diese Außendämmung ratsam und wenn ja, wie dick sollte sie sein? (Das Haus steht im Thüringer Wald auf einer Höhe von über 700 m)
- Ist es zu empfehlen und effizient, zwischen Wandflächenheizung und Fachwerkwand eine IR-reflektierende Schicht (z.B. metallbedampfte, perforierte -wegen besserer Dampfdiffusion nach außen- Polyesterfolie (vergleichbar mit der bekannten "Rettungsfolie") einzubauen?

Für fundierte Antworten wäre ich sehr dankbar!



Hallo,



im angedachten Aufbau liegen aus meiner Sicht einige Fehler.

-Gips ist ein schlechter Wärmeüberträger, abgesehen davon das es ein ungeeignetes Material für die Altbausanierung ist.

- ein sperrende, reflektierende Folie behindert die Dampfdiffusion im Wandaufbau, was gerade im Fachwerkbau zu Folgeschäden führen kann.

-Es gibt fertige Gipsplatten mit Wandheizung, das eingene auffräsen ist sehr zeitaufwendig und staubig, abgesehen davon das ich diese Olattten für ungeeignet halte.

-Luftschichten sind unbedingt zu vermeiden das hier schnell eine Feuchtigkeitsbroblem enstehen kann.

Ich würde ein putzfähige Dämmplatte empfehlen (z.B. Weichholzfaser),darauf die Wandheizung heften und anschließend einputzen, da ich empfehle ich Kalk- oder Lehmputz.

Oder das ganze wird im Trockenbau mit Lehmplatten und Wandheizungsplatten aus Lehm ausgeführt.

Grüße
Grüße



Hallo Herr Meurer, danke für die schnelle Antwort!



Gibt es schon Erfahrungen mit einer perforierten Folie, die der Dampfdiffusion nicht hinderlich ist, trotzdem aber IR-Strahlung wirksam reflektiert?
Ist auch im vorgesehenen äußeren Wandaufbau auf Luftschichten zu verzichten?
Der Grundgedanke beim Selbstfräsen der Heizrohrnuten war eine erhebliche Kostenersparnis gegenüber fertigen, genuteten Platten bzw. solchen mit gefrästen Noppen. Der Staub ist durch Absaugung und Vorfertigung im Freien sicher in den Griff zu bekommen. ...Denke ich jedenfalls im Moment noch... :-) Mit Nassverfahren (Heizrohre einputzen) habe ich mich noch nicht so angefreundet -auch weil ich noch nicht den Mut habe, die Schmiererei selbst zu zelebrieren.

Mit besten Grüßen aus Thüringen

Thomas



Das Naßverfahren



ist auf jeden Fall aus bauphysikalischer Sicht das sichere Verfahren.
Ohne Einweisung kann ich Ihnen davon abraten,mit Einweisung und handwerklichem Geschick ist das gut umsetzbar.

Perforierte Folien sind mir nicht bekannt, ich würde empfehlen ein Minimaldämmung einzusetzen, um den Energieverlust zu minimieren.

Grüße



Danke nochmals für die schnelle Antwort,



wie`s aussieht, werde ich mich dann wohl doch gedanklich auf "Matschpampe" einrichten müssen, um den erhofften Effekt nicht zu gefährden.

beste Grüße...



Herr Meurer



hat Ihnen die wichtigsten Dinge zu den Problemen benannt. Da ist auch nicht viel hinzuzufügen. Und das mit der Matschpampe" ist auch nicht so schlimm. Ich finde, er lässt sich angenehmer Verarbeiten als ein Kalk bzw. Kalk-Gips. Bei eigenverlegten Leitungen muss „Mann“ auch nicht einer von Rockefellers Nachkommen sein :-)
MfG Ray



Hallo nummersieben62,



ich kann wie schon gesagt nur empfehlen, hol Dir jemanden der Dich vor Ort mal berät und auch ausrechnen wieviel reinmuß.

Grüße



Danke an die Herren!



Noch zwei Fragen:
1. Ist es Wurscht, ob man die Heizrohre vertikal oder horizontal einbaut?
2. Gibt es Lehmputze als maschinenfähige Trocken-Fertgmischung? (Silo oder Sackware?)

Beste Grüße



Die Verlegerichtung ist egal,



zumindest für die Funktion der Heizung an sich.
In der Tat ergibt sich die gleichmässigste Wärmeverteilung aber durch eine schneckenförmige Verlegung:
Einfach eine Spirale mit dem doppelten geplanten Verlegeabstand von aussen nach innen legen, innen dann die Kurve kratzen und wieder zurück. Das ergibt Vorlauf neben Rücklauf und die Temperaturdifferenzen sind an der Wand nicht warnehmbar.

Bei der Mäanderverlegung ists halt an einer Seite (oder oben oder unten) wärmer als am anderen Ende. Schau mal in mein Profil, ich habe das auch selber erfahren dürfen.



Hallo nummersieben62,



Ist es Wurscht, ob man die Heizrohre vertikal oder horizontal einbaut?

Prinzipiell ja! Wobei ich die horizontale Verlegung als einfacher empfinde, da man hier schneller ist. In den fertigen Modulen bzw. den WEM-Klimaregistern sind sie vertikal angeordnet - geht also auch!


Gibt es Lehmputze als maschinenfähige Trocken-Fertgmischung? (Silo oder Sackware?)

Als empfehlenswert sah ich die Produkte von Claytec und Conluto. Letzteres Unternehmen (Claytec aber evtl. auch???) bietet Sackware und Ware im Big Bag. Ist ein gewaltiger Preisunterschied, wenn man die Big Bag Ware Verarbeiten kann!

MfG Ray