Nasse Innenwände




Moin, moin,
wir haben vor vier Jahren ein schönes Haus, welches nächstes Jahr 100 Jahre wird, gekauft.
Nun haben wir in einem Zimmer seit einiger Zeit zwei Feuchte Wände. Betroffen sind die Innenwände vom Fußboden aus ca. einen halben Meter hoch.
Wir gehen zur Zeit davon aus, dass die Horizontalsperre defekt ist, denn als wir den Putz abgeschlagen haben, kam uns die Dachpappe, oder was damals so benutzt wurde, entgegengebröselt. Wir haben mit einem baumarktmittel versucht nachträglich eine Horizontalsperre per Injektionsverfahren zu machen, was aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat. Wir haben nun auf ca. 50 cm Sanierputz der aber fröhlich am ausblühen ist. Zur Zeit haben wir keine Idee mehr, wie man am besten vorgeht. Die Frage ist auch, ob der Dielenboden raus muss, damit man die Horizontalsperre darunter setzen könnte, aber den kriegt man ja niemals wieder rein.....Wie geht man nun am besten vor? Fußboden raus? Hoizontalsperre? Aber wie?Wand entsalzen, aber wie??? Wäre toll wenn ihr damit Erfahrungen habt oder Empfehlung für Firmen hier oben in Schleswig-Holstein geben könntet.



Innenwände



Ein ungewöhnlicher Fall.
Waagerechte Abdichtungen gegen Kapillarfeuchte funktionieren auch wenn sie etwas bröselig am Rand sind. Injektionssperren im Selbstversuch einzubauen war keine gute Idee, Sanierputz ebenfalls nicht.
Wenn Sie Fotos haben wie die Wand vor der Sanierung aussah kann man etwas zur eigentlichen Schadensursache schlußfolgern. Fotos vom aktuellen Zustand sind ebenfalls hilfreich.
Wie hat sich der Schaden gezeigt?
Gab es eine scharf abgegrenzte Feuchtelinie oder war die Durchfeuchtung unspezifisch erkennbar, durch ablösende Tapete, Schimmel, allmählicher Farbwechsel?
Was ist auf der anderen Seite der beiden Wände?
Wie werden die Räume hüben und rüben genutzt?
Wie werden sie beheizt?





Erstmal rausbekommen wo das Wasser wirklich her kommt.
Da es meist der Schwerkraft folgt, hilft die Horizontalsperre eher selten.





Vielen Dank schon einmal für die Antworten. Also wir haben das Zimmer quasi feucht übernommen, weil die Vorbesitzerin in diesem Zimmer wohl nicht geheizt und gelüftet hatte. Das sollte angeblich der einzige Grund sein. Leider haben wir den Fehler gemacht und keinen Baugutachter mitgenommen.
Die Linien waren auf der Wand recht gut sichtbar. Außerdem war irgendwann Schimmel unter den Fußleisten. Die Wände waren so nass, dass man an diesen Stellen die Tapete so ablösen konnte.
Auf den anderen Seite der Wände ist zum einen unsere Wohndiele, die beheizt ist. Die Wand ist da aus Ziegeln. Hier ist auch eine erhöhte Feuchte im Mörtel im unteren Bereich nachweisbar. Hinter der anderen Wand ist eine Abstellkammer und ein Wohnzimmer. Es laufen keine Wasserrohre in der Nähe oder durch die Wand. die Aussenwände sind weitgehenst trocken. Erst jetzt in den letzten Wochen haben wir das Gefühl, dass sie Feuchtigkeit sich auch dahin ausbreitet. Daher der Gedanke, dass die Feuchtigkeit eigentlich nur von unten kommen kann.
Bilder habe ich leider nicht. Aber die Feuchte ging über die ganze Wandlänge, Wellenförmig von Höhe ca. 25 cm bis über 50 cm mit einer klaren Linie. Nach der nachträglich Horizontalsperre sind manche Linien tiefer gegegangen bzw an manchen Stellen ist es sichtbar trockener. Andere Stellen sind noch nass. Zudem gibt es viele Versalzungen auf dem Putz.
Vielleicht hilft das schon weiter.





Die Ursache kann auch Kondensat sein. Kalte Wand, warme Feuchte Raumluft. Eventuell über die Nebenzimmer versucht den kalten Raum zu Temperieren? Das unten feuchter ist als oben liegt einfach daran das die Wand am Boden kälter ist.
Da kann sogar im Sommer Kondensat ausfallen. Wir stark sind die Wände? Sind die Räume unterkellert? Gibt es eine Dämmung? Oder ist den Boden sogar belüftet?
Salzbelastung deutet auf jahrelange Feuchte hin.
Eine Ziegelwand trocknet nicht in paar Tagen aus.



feuchte Innenwand



Vermutlich ist die Wand durch Kondensat aufgefeuchtet. Wenn Sie ein Foto einstellen kann man dazu mehr sagen. Die Salzausblühungen können aus der Injektionslösung stammen, auch hier fehlen Angaben zum Produkt um das zu präzisieren.
Salzausblühungen deuten grundsätzlich darauf hin das ein Bauteil beginnt abzutrocknen. Das kann dauern.
Ehe Sie mit weiteren Baumaßnahmen fortfahren empfehle ich Ihnen das Zimmer/die Wohnung erst einmal weiter trocknen zu lassen. Im Winter geht das besonders gut. Mehr heizen- 23°C, möglichst keine Nachtabsenkung, gründlich lüften. Hängen Sie Hygrometer in die betroffenen Räume und kontrollieren Sie regelmäßig. Tapete im feuchten Bereich entfernen, Möbel mit Abstand aufstellen.



Feuchteschäden.



Für eine wirksame und dauerhafte Sanierung von Feuchteschäden ist eine exakte Voruntersuchung notwendig,die die Ursachen der Feuchtebelastung klärt und den Zustand des Bauteils erfasst.Ferndiagnosen sind in Ihrem Fall absolut Kontraproduktiv und führen zu keinen guten Ergebnis. Fachmann vor Ort holen.

Gruß Peter Schneider



Ein paar Fotos


Ein paar Fotos

So, ich habe mal ein Foto nun nach der Renovierung. Oben an der Tapete sieht man das es immernoch feucht ist. Unten am Putz gibt es jetzt Salzausblühungen auf Höhe der Bohrlöcher.(sind ja mit Sanierputz übergeputzt.) Also ca. 5-10cm über dem Boden. Die Horizontalsperre haben wir übrigens mit MEM gemacht. Dadrüber ist jetzt herkömmlicher Sanierputz.
Unten rechts in der Ecke auf dem Foto sieht man die Salzausblühungen inklusive Verfärbung des Putzes. An manchen Stellen sind nur weiße Flocken an manchen auch Verfärbungen.
Heißen die Salzausblühungen, dass die Wand am abtrocknen ist?
Wir haben jetzt einen Raumtrockner im Raum stehen und merken das die Wand ein wenig trockener wird, ca. 5% in 1 Woche Werte liegen zwischen 5 und 24%. Vorher lagen sie teils über 33% Wenn es aufsteigende Feuchtigkeit wäre, wäre die Wand dann nicht trotz Trockner immer nass, weil die Feuchtigkeit nachzieht?