Nasse Flecken und abplatzender Putz

16.11.2019 Harald


Nasse Flecken und abplatzender Putz

Hallo,
ich habe an einer Stelle des Gebäudes nach jedem Regen oder wenn es allgemein sehr feucht ist einen nassen Flecken an der Wand. Nach dem neu Verputzen ist leider auch innerhalb kürzester Zeit der Putz wieder abgeplatzt.
In Image1 sieht man wie die Wand 2013 ausgesehen hat, diese war durch die direkte Nähe zur Straße extrem in Mitleidenschaft gezogen worden. Spritzwasser und Salz im Winter hat die äußere Schicht der Ziegel zu Staub zerfallen lassen.
Das Ganze wurde dann ausgebessert und 2014(?) neu verputzt. In Image2 sieht man den Stand von 2018. Hier scheinen die nassen Flecken bereits durch und der Putz darüber beginnt auch wieder abzublättern. Es handelt sich hier um einen Kalk-Zement-Putz.
In Image3 sieht man nun den Stand von 2019. Über den Kalk-Zement-Putz ist eine Dichtschlämme aufgetragen und darauf ein spezieller Buntsteinputz [1]. Auf die Fläche darüber wurde ein reiner Kalkputz als Oberputz aufgekratzt und mit Kalkfarbe gestrichen. Leider ist der Kalkputz innerhalb von 3-4 Monaten wieder abgefallen, wie man im Bild sieht.
Da die Feuchtigkeit nun nicht mehr von der Straße durch Spritzwasser etc. kommen kann ist meine Vermutung das sie von unten aufsteige. Unter dem Asphalt ist leider keine Vertikalabdichtung, allerdings ist ein Keller dahinter der von Straßenoberkante noch etwa 2m in die Tiefe geht, dieser besteht komplett aus Bruchstein (vermutlich Kalkstein). Zusätzlich ist die Innenseite der Mauer auch feucht, d.h. die ganze Wand ist feucht. Allerdings nur an diesen stellen, weiter rechts oder links nicht. Und wie man in Image2 sieht auch darunter nicht (was möglicherweise an der Putzstärke liegt?).
Ich bin mir mit dieser Diagnose nicht ganz sicher, weil ich an anderen stellen am Gebäude auch teilweiße nasse flecken habe und diese aber mitten auf der Wand und darüber und darunter trocken…
Was meint ihr?
Behebung durch Horizontalabdichtung?

HIER DAS BILD IN NORMALER GRÖßE:
https://postimg.cc/94dhdk5N

Danke,
LG Harald
[1] https://www.hornbach.de/shop/Mosaikputz-Baumit-M327-grau-schwarz-weiss-20-kg/8597335/artikel.html



Überraschung



Das ist aber doch jetzt keine Überraschung. Die nasse Wand wird in Teilbereichen mit Dichtschlämme und Kunstharz total dicht gemacht. An den anderen Stellen wird die Feuchtigkeit vermehrt versuchen über den Putz auszutreten. Die ganze Aktion im Spritzwasserbereich ist doch nur ein Abdecken gewesen nach dem Motto - was ich nicht mehr sehe ist nicht mehr da. Erfolg hat damit noch nicht mal der Vogel Strauß beim Kopf in den Sand stecken - der Löwe ist immer noch da genau wie die Feuchtigkeit.
Die Diagnose hier und jetzt am Bildschirm fehlerfrei zu führen ist kaum möglich aber ich würde entweder versuchen das Grundproblem der feuchten Wand an der Ursache zu lösen oder sie zu akzeptieren und dann dafür zu sorgen, das die Wand die Feuchtigkeit auch ungehindert wieder abgeben kann (auch wenn das meist das Schönheitsempfinden der meisten Menschen stört).

Viel Glück im weiter Baustoffzoo - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



Überraschung



Da die Flecken damals schon mitten auf der Wand waren, war die Vermutung/Hoffnung das diese von außen kommen. Die Straße ist hier leider sehr ungünstig, wenn es regnet, so spritzt jedes Auto das vorbeifährt Wasser an die Wand (im Winter natürlich doppelt schlecht).
Folgende Möglichkeiten gab es:
- Kalk-Putz auftragen; An anderer Stelle probiert die nicht ganz so stark belastet ist, ist innerhalb von Wochen wieder abgefallen.
- Kalk-Zement-Putz offen lassen; Wie man an Bild 2 sieht, fällt der Putz dann an diesen Stellen auch ab. Zusätzlich war der Putz nach 3 Jahren bereits sehr stark durch Salz und Wasser angegriffen so das er bereits Porös wurde und man ihn mit den Fingern abkratzen konnte.
- So gut wie möglich von Außen Schützen das auf diesen Weg kein Salz/Wasser in die Wand eingebracht wird.

Ich habe bereits gemerkt das die Ziegel in sehr unterschiedlicher Qualität verbaut wurden- diese wurden angeblich nicht weit vom Gebäude gebrannt - somit sind manche Poröser als andere und nehmen Wasser viel besser auf. Deshalb ist meine Vermutung das die Ziegel an dieser Stelle besonders schlecht sind, das würde zumindest erklären warum das Problem so Punktuell auftritt.



Verkleiden



hast du mal drüber nachgedacht eine Verkleidung davor zu hängen? Wenn du sagst dass die größte Feuchtebelastung der Wand vom Spritzwasser vorbeifahrender Autos stammt, dann würde ich über eine Verkleidung nachdenken, die das Spritzwasser auffängt. Z.B. eine Verschalung aus Holz mit Schiefer oder Dachziegeln oder soetwas belegt. Es reicht ja wenn das Spritzwasser nicht mehr auf die Putzoberfläche trifft, dort dann einsickert und verdunstet und dabei Dreck und Salz in die Wand einträgt. Von unten kommt mglw. auch Feuchtigkeit, aber die steigt wohl kaum einen Meter die Wand hoch.



Verkleidung



Ja Verkleidung war auch kurz in Überlegung. In meinem Fall Glasplatten die mit etwa 2-3 cm Abstand zur Wand geschraubt. Habe ich bei einem ähnlichen Gebäude mit einem ähnlichen Straßenproblem nicht unweit von hier gesehen und das hat dort eigentlich sehr schick ausgesehen. Naja hab mich dann aber dagegen entschieden, weil es Preislich teurer wäre und im Winter fährt der Schneepflug am Gebäude sehr unachtsam vorbei. In Foto 1 sieht man z.B. ein Kellerfenster hier war ein Fensterladen davor, diesen hat der Schneepflug einfach mitgerissen …
Momentan ist meine Überlegung eine Horizontalsperre über Injektionen einbringen zu lassen. Aber ich bin mir unsicher ob das was bringt …
- Hoher durchfeuchtungsgrad der Mauer.
- Darunter Bruchstein.
- Mauer ist ~70cm Dick.
- Es ist nicht sicher das es wirklich von unten aufsteigt.



nasse Kellerwand



Du schreibst die Kellerwand ist nass (nicht feucht) und denkst das Wasser kommt nicht von unten? Ich würde die Möglichkeit keinesfalls ausschließen. Injektion ist sicher günstig, aber eben auch nicht dicht. Da wäre es zu überlegen ob nicht Folie mehr Sinn macht. Ansonsten wäre es sicher gut wenn das Mauerwerk atmen und trocknen kann. Wenn es das nicht kann wundert es nicht wenn die Feuchtigkeit hoch steigt. Früher wurde auch gerne innen unter Putz geteert und so auch noch alles fein abgedichtet. Das wäre auch eher kontraproduktiv. Wenn es wirklich nur Stritzwasser ist ist die Idee mit einem äußeren Schutz nett, kommt die Feuchtigkeit von unten fehlt vielleicht Sonne und Luftbewegung zum Trocknen.



Keller



Ich hab die Kellerwand mit einem Feuchteindikator gemessen und auf den Bruchsteinen war eine Feuchtigkeit von 90 - 100 Einheiten (Trocken wären 25 Einheiten).
Nach dem Ausschlussverfahren bleibt eigentlich nur mehr das Feuchtigkeit von unten aufsteigt. 3 Meter weiter rechts, an der Hausecke, hat die Außenabdichtung geholfen, hier war die Wand nach jedem Regen so nass das sie auf der anderen Seite feucht wurde, damit ist jetzt ruhe.

Scheinbar ist die Qualität der Materialien so unterschiedlich das man hier schwer was abschätzen kann. Bemerkung am Rande, wenn ich mit dem Feuchteindikator einzelne Ziegel messe, so haben Ziegel direkt nebeneinander Teilweise Unterschiede von bis zu 30 Einheiten...