Spachteltechnik im Bad!!!!!!!!!

15.06.2008



Hallo!

Ich bin gelernte Autolackiererin und hab in der Schule so neben bei die Spachteltechnik mir erlernt! Zur Zeit bin ich dabei unsere Wohnung neu zu überarbeiten, dabei wird das bisherige Kinderzimmer zu unserem neuen Bad. Die Wände sind bereits mit OSB Platten bestückt, nun möchte ich Fliesen bzw. Fugen im Badezimmer vermeiden. Gibt es denn eine Möglichkeit diese Spachteltechnik mit dem Marmoreffekt auch im Nassbereich einzusetzen? Hat von euch schon wer damit Erfahrung gemacht?

Danke!!!!!!!!!!



Wie jetzt...



...in dem zukünftigen Bad sind OSB-Platten an der Wand? Schon immer? Vor einer Wandbeschichtung für ein Bad sollte der Untergrung erstmal vernünftig und für ein Bad geeignet sein. Was ist denn hinter den OSB?

Gruß Patrick.





Hallo!

In den alten Zeiten wurde in diesem Zimmer ein Dachgaube angebracht, eine Wand aus Itong die andere hatte zusätzlich noch einige Holzbalken drin, die die Last tragen, eine andere Wand war mit Rigips verkleidet. Jetzt wurde uns geraten erst mal alles eben zu machen, und dies ist eben mit diesen OSB-Platten passiert, als nächstes werde diese mit Rigips extra für den Nassbereich verkleidet. So wurde uns das geraten, war das etwa schon ein Fehler?



Prinzipiell...



...geht der Aufbau mit Rigips auf die OSB schon, wenn dann alles vernünftig gedichtet wurde. Was mich stören würde, wenn so ein Trockenaufbau auf einer Außenwand gemacht würde. Da wirkt so ein Aufbau immer etwas wie eine Innendämmung. Das ist ja jetzt ein schöner Material-Mix.
Von der Spachteltechnik habe ich keine Ahnung, gehöre mehr zur Fliesenfraktion. Aber zunächst sollte geklärt werden, ob nicht ein bauphysikalisches Problem eingebaut wurde. Ein paar Bilder würden helfen. Wenn dann geklärt ist, ob der Aufbau für ein Bad geeignet ist, wird sicher der eine oder andere noch etwas zum Thema Spachteltechnik wissen.

Gruß Patrick.



Spachteltechnik im Bad



Liebe Ramona, die Hinweise von Patrik sollten Sie beachten.
Mich interessiert, welche der Spachteltechniken Sie eigentlich einsetzen bzw. mit welchem Material Sie arbeiten wollen.

Viele Grüße



Wie dann?



Aussenwand haben wir nur eine kleine, da hier die zwei Fenster sind, ansonsten sind es alles Innenwände! Aber wie sollte der Aufbau denn dann vorgenommen werden?



Auch wenn die...



...eventuell kritische Fläche nur "klein" ist, sollte ihr Beachtung geschenkt werden. Wie gesagt, ein paar Bilder würden helfen, die Situation einschätzen zu können. Ob dann Naturstein, Fliesen oder eine wasserfeste Spachteltechnik draufkommt, ist zweitrangig. Die entsprechende Untergrundbehandlung ist immer notwendig. Deshalb habe ich eingehakt, obwohl ich nichts von der Spachteltechnik weiß. Die schönste Wandgestaltung, zumal noch in einem Bad, bringt nix, wenn es zu Schäden kommen kann.

Gruß Patrick.



Aber...



die gesamten Wände sind bereits mit OSB Platten bestückt, ist dann ein Bild noch hilfreich?? Wenn ja werde ich euch morgen reinstellen, heut schaff ich es leider nimma!



Sei so gut und mach das...



...vielleicht verlierst du dann noch ein paar Worte zur Aufteilung (wo Naßbereich und welcher Art) und zum Bodenaufbau. Dann fällt mir und vielleicht noch jemand anders bestimmt was zum Thema Dichten ein. Und damit deine eigentliche Frage nicht verloren geht, solltest du Georg Böttcher noch die Frage beantworten, welche Spachteltechnik du bereits gemacht hast, damit die Kundigen hier wissen, was gemeint ist. Dann wird sicher noch der eine andere Tip kommen.

Gruß Patrick.



Spachteltechnik



beim Autolackierer und Spachteltechniken der Maler, Putzer und Stukkateure haben so gut wie nix miteinander zu tun. Weder die Materialien, noch die Werkzeuge, geschweige denn die Arbeitstechniken sind da in irgendeiner Weise kompatibel. Klingt vielleicht brutal, aber auf diesem Sektor bist du als blutiger Laie einzustufen.
Zum anderen sollte in einem Badezimmer auf Gipsbaustoffe verzichtet werden. Gips ist für Feuchträume von seinen Eigenschaften her grundsätzlich ungeeignet, auch wenn alle Hersteller das Gegenteil behaupten.
Und dann sollte man unbedingt das Thema Abdichtungen nicht vergessen, die Oberflächen sind nämlich nicht wasserdicht, weder Fliesen noch Siliconfugen.
MfG
dasMaurer



Also...



als blutiger Anfänger würde ich jemanden bezeichnen der noch nie eine Spachteltechnik gemacht hat, das jedoch ist nicht der Fall! Ich hab den Handwerksmeister absolviert und dort ist es vorgeschrieben eine Malertechnik zu machen, das war in unserem Fall eine Spachteltechnik die zuvor auf der Handwerksmesse in München 7 volle Tage lang geübt wurde, daher hoffe ich das mein können für mein eigenes Bad doch reicht! Damals hatten wir das Produkt von Diessner auf Dispersionsbasis verwendet und zum Schluss mit dem Wachs überzogen, jedoch hat mein damaliger Lehrer gesagt das würde für den direkten Nassbereich nicht reichen, er selber hat in seinem Bad eine Lasurtechnik und diese dann mit 2-K Fussbodenlackk Wassersicher gemacht. Mir wurde jedoch erzählt dass der nach ca. 5 Jahren immer wieder erneuert werden muss... Sorry Bilder folgen!!



Spachteltechnik im Bad



Anscheinend handelt es sich hier nicht um die klassischen Techniken, die im Bauwesen angewandt werden.
Da halte ich mich heraus.

Viele Grüße



Ich mein...



die Spachteltechnik die auch Glättetechnik genannt wird, oder auch Fleckspachtel. Es wird in mindestens 3 Schichten hauchdünnen Flecken aufgetragen und somit ergibt sich ein Marmorartiger Effekt.



wenn



genügend Chemie drin ist, kann das bestimmt jeder baumarktkunde hinkriegen.....(wieder mal die rubrik potemkin) gruß c.riedl



Jetzt hackt...



...doch nicht die ganze Zeit auf der Spachteltechnik rum.
Jetzt schauen wir uns die Bilder an, versuchen den bestmöglichen Grundaufbau für ein Bad noch rauszuholen, damit ein Wasserrisiko minimiert ist und dann reden wir über die Oberflächengestaltung.
Und sorry Uli, das war etwas voreilig, sie als sooo laienhaft darzustellen, ohne Näheres zu wissen. Dir als Maurermeister fährt hier auch nicht jeder über den Mund, wenn du mal was über Holz vom Stapel läßt. Du könntest dich ja trotzdem auskennen, obwohl es nicht dein Metier ist :-).

Gruß Patrick.





So jetzt die Bilder zu dem Raum. Nach den OSB- Platten kommen nun noch Rigipsplatten (Inprägniert) drauf. Anbei erfolgt noch eine Dampfsperre an die Decke die dann seitlich ca. 20cm noch runter geht.











Dampfsperre



Liebe Ramona,
ein Schwachpunkt ist auf jeden Fall der Anschluß der Wandverkleidung an das Fenster. Hier solltest Du einen wind- bzw. dampfdichten Anschluß sicherstellen, sonst gibt es Ärger.

Viele Grüße

p.s.
Mit Malertechniken kenne ich mich nicht aus, ich bin Maurer. Bei Spachteln denke ich an Kalk,- Zement- und gipsgebundene Spachtelmassen.





Das kommt noch die Platten am Fenster sind bis jetzt nur grob zugeschnitten weil das neue Fenster erst noch kommt.



Glättetechnik



Bei dem Kalkspachtelmaterial "Spatula Stuhhi" (www.dinova.de) muß bei Rigipsplatten vollflächig ein Armierungsgewebe eingebettet werden. Wasserabweisend kann das mit Patina-Wachs "Antichi Sapori" gemacht werden. Im direkten Naßbereich würd ich auf die Glättetechnik aber verzichten ! Schließlich wird der ja auch mit allen möglichen Reinigungsmitteln geputzt, da reibst du alles Wachs ab und zurück bleibt ein überaus unhygienischer Untergrund.
Vielleicht vertreibt ja Jäger irgendein lösemittelhaltiges Spachtelzeugs für den Naßbereich?



Jetzt haben wir doch was...



...das wäre jetzt nicht mein bevorzugter Wandaufbau, aber nun gut. Georg hat recht, die größte Schwachstelle bezüglich Dampfdruckgefälle wird das Fenster bzw. dessen Anschluß sein. Da muß sauber gearbeitet werden. Dafür gibt es Dichtmittel wie von SIGA zum Beispiel.
Wenn du nun mit den Grünen beplankst, nimm vielleicht auch die grüne Spachtelmasse dazu. Was viel wichtiger ist, überall wo Spritzwasser hinkommen kann muß gut gedichtet werden. Schau mal bei PCI-Augsburg rein unter Lastogum und Pecitape. Du mußt dir immer dabei vorstellen, wo Wasser irgenwie zwischen Wanne und Wand, oder in die Kehlen kommen kann. Lieber etwas mehr Fläche behandeln und die eine oder andere Ecke zuviel dichten, als zu wenig. Bei so einem Wandaufbau wäre eindringendes Wasser seeehr schlecht. Immer dran denken, Wasser hat einen kleinen Kopf! Unter Pecitape findest du auch Manschetten, mit denen die Rohranschlüsse und Unterputzmischer angedichtet werden können. Vor allem im Wannen und Duschbereich. Sollte der Wasseranschluß nach der Beplankung nicht weit genug überstehen, laß den Gas/Wassermensch die Dinger verlängen. Den Baustopfen anzudichten gilt nicht.
Weiterhin viel Erfolg und berichte über das Ergebnis.

Gruß Patrick.

P.S.: Den Thomas hätte ich als nächstes vorgeschlagen zu fragen, aber nun hat er sich selber gemeldet :-)



Spatula Stuhhi



kenn ich,aber mir wurde damals erklärt das dieses Produkt auf keinen Fall für ein Bad geeignet sei, warum kann ich euch auch ned sagen... Man is das alles kompliziert!
und ja bei Spachteltechnik darfst du ruhig an Kalk gebunden denken, soviel wie ich raus bekommen hab, gibt es Produkte auf verschiedensten Basis.. also alles ist möglich!!

Die Dampfsperre wird im Nachhinein an den Wänden mit einer Dichtmasse festgeklebt, bin mal gespannt wie das geht!



Spachteltechnik im Bad



Hi Ramona,
ich möchte auch gerne die Spachteltechnik im Bad anwenden. Jetzt möchte ich gerne von dir Wissen, ob du sie nun angewändet hast oder doch etwas anderes. Mir ist von der Spachteltechnik, im Duschbereich, abgeraten worten. Da das Material arbeitet und so Risse entstehen können.
Oder kann man die Wand im nachhinein irgentwie noch Versiegeln?



Es gibt



schon diverse Spachteltechniken für den Nass- und Feuchtbereich. Risse werden in der Regel durch den Untergrung verursacht. Da muss bereits sorgfältig gearbeitet werden. Weiterhin muss eine entsprechende wasserdichte Ebene unter der sichtbaren Oberfläche geschaffen werden.
MfG
dasMaurer



Spachteltechnik im Nassbereich



Hallo Ramona,

...ich würde im "Spritzwasserbereich" (Dusche, direkt über der Badewanne, Waschbecken) auf eine der üblichen verdächtigen Spachteltechniken (dinova, diessner, calcino, und wie sie nicht alle heissen) verzichten und zwar aus zwei Gründen.

1. Man kann (ich habe das selbst schon gemacht) eine Glättetechnik so mit Wachs überziehen, dass sie wasserabweisend wird. Ich habe damals das Wachs mit der venezianer-Kelle aufgearbeitet und scharf abgezogen. Nach guter Trocknung habe ich eine zweite, dicke Lage aufgebracht und sofort mit einer Bohrmaschine und Lammfell-Polierlappen auf Klett-Teller bei mittlerer Drehzahl blank poliert. Die Fläche war danach wie Plastik. ABER: Wenn heiß geduscht wird beginnt sich das Wachs mit der Zeit zu verfärben (unicat), der Kalk aus dem Wasser setzt sich auf der Fläche ab (bayernweit) und Du bekommst keine zuverlässige Dichtung zwischen Wachs und eine Silikonfuge am Wannenrand hin. Physikalisch unmöglich. Das kannste vergessen.

2. Es gibt zum Glück Tadelakt. Tadelakt ist im Prinzip das Gleiche (vom Look her) kann mittels eines Poliersteins (Härte 9,5) unter Zugabe von Seife so stark verdichtet werden, dass man daraus sogar Duschtassen, Waschbecken oder Badewannen bauen kann. (Ja, hab ich auch schon gemacht) Nachdem ich für das gespachtelte Bad viel, viel Lehrgeld bezahlt habe, lass ich jetzt davon die Finger im Nassbereich und arbeite nur noch im eigentlichen Bad damit und bespreche mit dem Kunden, dass die Fliesen im Nassbereich zur Spachteltechnik passen bzw. ich passe die Fläche an das vorhandene Ambiente an.

Wer unbedingt im Nassbereich Marmor- oder Glättetechnik haben muss, dem empfehle ich wie gesagt Tadelakt. Und das bitte nur aus dem Profi-Bereich (z.B. von Kreidezeit).

Have fun und gutes Gelingen.

Oli