Fachbetrieb für Einbau einer Horizontalsperre gesucht (BA/LIF)




Hallo,
wer kann mir einen Fachbetrieb im Raum Bamberg/Ebensfeld/Lichtenfels empfehlen, der mir eine Horizontalsperre im Mauersägeverfahren oder durch Einschlagen von Blechen erstellen kann.
Es handelt sich um ein Sandsteinhaus Bj ca. 1848.

Danke schonmal

Gruß
Volker



Kann ich leider nicht



Was ich kann ist Ihnen den Rat geben es nicht zu machen, denn es bringt nicht das, was Sie sich erhoffen und macht evtl andere Baustrukturen Sorgen und wird dann zur Ursache weiterer und anderer Schäden.

Es werden im Baubereich viele Neuerungsmärchen erzählt und das blaue vom Himmel runter versprochen.

Das ist immer gut für's Geschäft.

Aber seltenst für den Geldbeutel des Bauherrn und auch nicht für die Grundsubstanz des Hauses.

FK



Horizontalsperre



Sind Sie sich absolut sicher das diese Maßnahme
a) erforderlich
und
b) erfolgversprechend
ist?

Viele Grüße



Ich kann



auch nur vor dieser bauwerkszerstörenden sehr teurer Maßnahme warnen.

Erst mal die Ursache erforschen.

Grüße



Bilder kommen heute Abend



Hallo,
danke schonmal für die Antworten.
Bin jetzt echt etwas ins Grübeln gekommen, ob´s überhaupt nötig ist.
Ich werde heute Abend mal Bilder vom Haus einstellen, damit Sie das eventuell abschätzen können, bzw. die bauliche Situation sehen.

Ich bin eigentlich nur deshalb drauf gekommen, da wir zur Zeit einen Anbau ans Haus planen und der Planer uns auf aufsteigende Feuchtigkeit in den Außenwänden aufmerksam gemacht hat und diese Möglichkeit angesprochen hat.
Meine Überlegung war, da durch den Anbau ja eine Außenwand zur Innenwand wird, diese Maßnahme (Horizontalsperre) eventuell durchzuführen, um ev. Feuchtigkeitsprobleme an dieser zukünftigen Innenwand (soll mal ein Bad werden) im Vorfeld zu unterbinden.

Gruß
Volker



Abdichtung



Hallo Volker, bis dahin können sie sich mal Gedanken machen ob ihre jetzigen Innenwände feucht sind und ob es dort waagerechte Abdichtungen gibt.
Bitte die jetzige Außenwand auch von außen fotografieren!

Viele Grüße



Sandstein trocken legen



... auf die Fotos bin ich auch gespannt. Hat der Planer sich nur um den Neubau gekümmert oder hat er auch Erfahrung mit der Altbausanierung?

Grüße aus Lichtenfels

Frank von Natural-Farben.de



Horizontale Dampfsperre



ob mechanisch, oder chemisch, halte ich für Vergewaltigung.

Mal mit dem Reizthema "Großeschmidt" auseinandersetzen!



Ein "motzender" Laie...



...meldet sich zu Wort.

Ich finde es außerordendlich interessant, wie die Fachleute, die sonst schreiben, ohne Foto, ohne Vor-Ortbesichtigung, ohne genaue Kenntnis der Lage, lassen sich keine seriösen Antworten geben, hier völlig pauschal antworten das es nichts bringt oder gar schädigt.

Ich hege da ein wenig Unverständnis, denn: ich habe bei mir ebenfalls eine Horizontalsperre eingebaut, mit deutlichem Erfolg. OK, völlig andere Ausgangslage, Fachwerkhaus, Sockel und Schwellbalken naß (richtig gelesen, naß). Der Schwellbalken war unter Anderem deswegen mittlerweile vergangen.

Da die Schwelle eh neu mußte, habe ich im Zuge dessen IM Sockel, d.h. unterhalb der obersten Lage, eine Horizontalsperre eingebaut. Es dauerte keine Woche, und es war deutlich zu sehen, dass oberhalb der Sperre der Sockel trocken war, unterhalb aber eben naß. Und da der Sockel oberhalb eben trocken war, lag auch die Schwelle im Trocknen.

[pubimg 11208]

Auf dem Foto deutlich zu sehen, untere Lage naß, darüber trocken!

Für mich ein Hinweiß dafür, dass Horizontalsperren durchaus sinnvoll und zweckmäßig sein können. Wohlgemerkt, es kommt auf den Zweck an. Diesen Hinweiß ist uns Volker bisher schuldig geblieben.

Kätzerische Grüße
Martin

P.S.: wer anhand des Fotos der Meinung ist die Feuchte käme vom Spritzwasser, täuscht sich. An der Situation hat sich nichts geändert. Spritzwasserbelastung gibt es nach wie vor, nur trocknet das Ganze innerhalb eines Tages wieder ab. Sowohl innen als auch außen hat es keinerlei Veränderung gegeben. Die Schwelle bleibt aber trocken! Horizontalsperre = Teufelszeug?





Was sind Horizontale Dampfsperren?

[pubimg 19951]


Nun hat sich der Bauherr an einen studierten und vermeidlich unabhängigen Planer gewand und nun?



Bild



Hallo,
hier erstmal ein Bild von der Giebelseite, an die der Anbau hinkommen soll.
Ich habe im Moment kein besseres gefunden, werde aber morgen bei Tageslicht Detailfotos machen.

Zur geplanten Baumaßnahme:
das bestehende Vordach und die Betonmauern werden abgerissen, ebenso die Betonplatte.
An die Stelle soll dann ein Anbau in Holzständerbauweise kommen. Die auf dem Bild sichtbare Außenwand wird dann eben zur Innenwand. Diese soll verputzt werden.

Zur aktuellen Feuchtesituation:
die betroffene Wand ist bei Regenwetter auch unter dem Vordach ca. zwei Steinreihen hoch außen Nass, ebenso der Beton des Bodens unter dem Vordach. Es regnet nicht rein.
Im Zimmer innen gibt es (zumindest scheinbar) keinerlei Feuchte Stellen.
In den Zimmern wurde so in den 50ern oder 60ern eine Innenschale aus Bimsstein vor die Sandsteinwand mit Luftspalt gemauert.

Falls noch mehr Infos benötigt werden, bitte melden.

Vielen Dank

Gruß

Volker

Nur so am Rande: die Vergewaltigung der Sandsteinfassade durch den Einbau der großen Fenster stammt nicht von uns, sondern das haben die Vorbesitzer gemacht.





… und auf wessen Kappe geht der Schornstein bzw. die Dachdurchführung?



Abdichtung



Nun ist es immer problematisch ohne genaue Kenntnis des Zustandes und nur anhand eines (schlechten) Fotos den Feuchtestatus einer Wand einzuschätzen von der man nur einen Teil sehen kann.
Ich habe nichts gegen die geplante Art der Abdichtung bin aber was die Notwendigkeit betrifft doch sehr skeptisch.
Da ist erst einmal die Ausführung und das Material des Sockelmauerwerkes. Große Natursteinquader und geringe Stoßfugenanteile im Querschnitt sind in sich schon eine Abdichtung, da Natursteine einen viel geringeren Porenraum und damit eine viel kleinere kapillare Transportleistungen aufweisen als Ziegel.
Diese Art Mauerwerk ist an sich schon eine leistungsfähige Abdichtung.
Höchstens mal einzelne Steine die von den Materialeigenschaften stark abweichen können zu aufsteigender Feuchte führen, aber die wären im Laufe der Jahre schon zerfroren bzw. vom Salz zerstört.
Viel wahrscheinlicher ist das Auftreten von hygrischer Feuchte oder Kondensatbildung; dagegen hilft keine Abdichtung nach unten. Auf jeden Fall sollten Sie vor dieser Entscheidung mit der waagerechten Abdichtung Gewissheit haben, ob dieser Fall "Kapillarfeuchte in unzulässiger Menge" überhaupt vorliegt.
Eigentlich ist das eine Aufgabe Ihres Planers, Ihnen nur die notwendigen und erforderlichen Maßnahmen nach dem Prinzip - nicht das was möglich sondern das was erforderlich ist- vorzuschlagen.
Nun hat sich bei vielen Planern die Tendenz eingeschlichen, lieber auf die sichere Seite zu gehen und dem Bauherren zum Gürtel auch noch Hosenträger zu verpassen nach dem Motto: Schaden kann es nicht. Damit spart er sich manchmal heikle Entscheidungen, verursacht dem Bauherren aber oft unnötige Kosten.
Aber das ist ja nicht sein Geld, außerdem richtet sich sein Honorar nach der Höhe der Baukosten.
Viel Feind, viel Ehr, sagten die alten Preußen.
Mit diesem Hintergrund sollten sie die Maßnahme noch mal überdenken.

Viele Grüße



Bilder 1



Hallo,
erstmal herzlichen Dank für die bereits gegebenen Antworten.
So langsam kommen mir selber Zweifel an dem Sinn Maßnahme.
Natürlich würde ich liebend gerne darauf verzichten, schon allein der Kosten wegen.
Aber hier erstmal Bilder

@ Oliver Struwe:
den Kamin haben auch die Vorbesitzer errichtet, so ca. 1990, für die Gasheizung.
Diese ist jedoch bereits einer Scheitholzheizung gewichen, die in der gegenüberliegenden Scheune untergebracht ist und das Haus per Fernwärmeleitung versorgt.
Den Kamin werden wir im Zuge der geplanten Baumaßnahme abreißen und den "tollen" Dachausschnitt verschließen.

Viele Grüße

Volker



Abdichtung



Hier sollte unbedingt eine Beprobung des unteren Steinreihe vorgenommen werden, um den freien Porenraum, den Wassergehalt und den Salzgehalt zu bestimmen.
Danach kann man entscheiden wie es mit der Wand weitergeht.

Viele Grüße

p.s. Kann es möglich sein das die Quader mal mit einer Hydrophobierung oder einer anderen Art Beschichtung versehen wurden?



Bilder 2



Noch ein Bild