Innenwand zwischen Dachsparren - wie abdichten

05.07.2010



Bei der Dachisolierung habe ich eine KS-Innenwand freigelegt, die zwischen den Sparren bis 2 cm unter die Unterspannbahn recht. Auf der Wand liegt keine Abdichtung/Isolierung.
Folgende Dachdämmung ist vorgesehn:
1) Holzweichfaserplatte (ca 5cm Luftspalt zur Dachpfanne)
2) Hanf (ca 20cm) - Sparren werden aufgefüttert
3) Dampfbremse
4) Konterlattung 2cm mit Hanf dazwischen
5) Holzverkleidung
Muss ich die Wand noch besonders behandeln, um eine Kältebrücke zu vermeiden, eventuell Bitumenbahn auf der Wand?
Ich bin für Ideen und Anregungen dankbar.
Gruß
Bernd



Anregung Nr. 1:



Wie bekommen Sie die winters im kalten Dämmstoff auskondensierende Luftfeuchte raus? Vielleicht eine Flächenheizung als Verdampfer einbauen?

Und dann sehen wir weiter.

Viel Spaß beim Nachdenken!

Konrad Fischer
Vordenker





Nein Herr Fischer,

durch den Einsatz von kapillaraktiven Dämmstoffen wie Hanf.

Grüße aus Schönebeck





Hallo Bernando,

das wird wohl der Drempel sein, nehmen Sie eine Steinreihe runter und dämmen dann da durch und hinterm Drempel runter.
Wozu die Hanfdämmung an der Konterlattung-, und vor allem vor die Dampfbremse soll ist mir nicht klar.

Grüße aus Schönebeck



Was heißt hier



kapillaraktiver Hanf? Das Hanfgespinst hat hohe innere Oberflächen, an denen haftet das Kondensat an und wird z.T. von der kapillaraktiven Faser aufgenommen. Doch wie trocknet der Hanffilz als Ganzes aus? Sind die Hanffäserli richtig rum von innen nach außen in Reih und Glied stramm angeordnet? Oder wieder mal in wüstester Unordnung aneinander gewirrt?

Auch ein Haar ist kapillaraktiv. Doch die Lodenjacke aus Wollfilz?

Gibt mal bescheiden zu bedenken

Konrad Fischer





Nun Herr Fischer,

Machen Sie sich den Spaß und legen mal ein Stück Hanfdämmung in den Regen.

Bei mir liegt diese Stück Hanf (Foto) seit drei Monaten auf dem Hof und ist bei jedem Regen klitsch nass geworden.
Es war jeweils nach spätestens 3- 4 Tagen wieder furztrocken.

Ich war selbst beeindruckt das es so schnell geht

Grüße aus Schönebeck


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Hallo Herr Struve,
es ist eine nichttragende Innenwand. Aber ich möchte im zweiten Zimmer nicht den Innenausbau entfernen. Deshalb kommt das Abnehmen eines Steines nicht in Frage.
Der alte Dämmaufbau war
1) allukschierte Mineralwolle
2) Spanplatte
3) Lattung
4) Profilbretter
Hat so ohne Probleme 30 Jahre gehalten. Es gab aber an der Außenwand zwischen Holz und Wand einige kleine Schimmelspuren.
Ich bin mir mit der zweiten Hanfschicht nicht sicher und habe auch schon überlegt, ob ich nicht im Ansatz den alten Aufbau wieder herstelle, also ohne Dampfbremse und an Stelle der Sparnplatte dann Massivholz. Das müsste auch gehen.
Gruß
Bernd



Ihnen glaub ich das sofort,



lieber Herr Meister Struve. Ich gebe aber dennoch zu bedenken, daß sich das Material einer geschwinden Volltränkung widersetzt und deswegen bei Beregnung nicht vollkommen allseitig bis in den Kern durchweicht.

Im Fall des taupunktbedingten Innenkondensats könnte das wohl etwas anders sein, vielleicht unter Umständen. Lasse mich aber gerne belehren.

Wie wäre es mit einem "Schönebecker Experiment" - verschiedene Dämmstoffe echt volltränken und dann auf Rekordjagd gehen, was zuerst unter jeweils gleichen Klimabedingungen furztrocknet? Wäre bestimmt eine Sensation am Dämmstoffmarkt, weil es sich ja bisher noch niemand getraut hat. Alleine die Wasseraufnahme wäre schon interessant ...

Ich wäre dabei!

Besten Gruß der Schönebecker Bauforschung!

Konrad Fischer





Also ich habe bei meinem Aufbau ´keinerlei Sperre oder Bremse eingebaut.
Ich halte eine Dampfsperre ohne hin für Unsinn.
Man bedenke einfach mal wie oft die rel. LF draußen höher ist als innen und wohin die dann diffudiert, oder es wollte.

Grüße aus Schönebeck


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Ein Pulli warm



macht winters Spaß, jedoch nur, solang er nicht naß!



Ok Herr Fischer,



ich nehme ein neues Reststück, werde es wiegen und dann ertränken (eine Woche reicht?)
Dann werde ich es und meinem Lager zur Trocknung deponieren und regelmäßig wiegen.
Alles schön Dokumentieren und hier berichten.

Grüße aus der Forschungsabteilung





@KF

Aber wir reden hier schon noch von Wohnhäusern und nicht von Saunen oder Schwimmbädern?


Grüße aus Schönebeck



Es geht nur ums Prinzip.



Und deswegen wäre der Vergleich z.B. zur Mineralwolle und einer Holzweichfaser und einem Polystyrol das Interessante. Jeweils gleiche Dämmstärke - und plätscher, plätscher, saug, saug, tunk, tunk ...

Jeweils gleiche Badezeit.

Und Massivholz? Und Backstein - oh je, jetzt geht es aber los, da wird der Fraunhofer aber Angst bekommen ;-)





Das Fraunhofer kann dann die Ergebnisse bei mir kaufen


Grüße aus Schönebeck



Brauchen Sie einen Agenten?



Ich kenne doch die Leut persönlich. Und Prof. S. auf die Aufforderung, endlich mal den KO-Referenten Fischer vor versammeltem Seminarpublikum auf dem Bauschadenstag zu widerlegen:

"Wieso? Das war doch interessant. Vielleicht sollten wir mal einen Workshop zur Wärmestrahlung machen?"

Worauf er die selbe Note wie ich von den Dämmstoffvertretern bekam.

Wobei es gescheiter wäre, dem Gewinner die Ergebnisse zu verkaufen. Oder erst mal meistbietend den Verlierern anzubieten, um die peinlichen Ergebnisse unter Verschluß zu halten. Aber das wäre ja Erpressung ... ;-)



man o man



He Leute, muss das immer wieder sofort zu Glaubenskriegen führen? Macht dem guten Bernd doch einfach einen guten Vorschlag.....oder gebt ihm einen passenden link im Forum!
herbertchen



Genau!



Wo doch immer alles so einfach ist beim Bauen und Sanieren, daß doch wirklich Jeder weiß, wo's langgeht.

Die kritische Auseinandersetzung mit so einfachen Sachverhalten gehört eigentlich verboten, denn sie belästigt, wenn sie schon nicht belustigt.

Konrad Fischer