Blockbohlen am Fundament verfault wegen defektem Fall rohr

05.08.2012 Irina



Hallo zusammen!

Nun hier kommt meine erste Frage in diesem Forum. Wir leben in einem finnischen Blockbohlenhaus und haben damit seit dem Erwerb immer wieder neue Baustellen. mal größer mal kleiner. Bisher war auch alles machbar.

Nun haben wir festgestellt, dass in einer Ecke, hinter der Regentonne die untersten Bohlen verfault sind. Das Holz ist morsch, zwar trocken, aber eindrückbar. Wie geht man hier nun vor?

Der Grund dafür war, dass wohl 12 Jahre lang (so lange steht das haus jetzt) das Regenwasser hinten über den Tonnerand geschwappt ist, wenns zu viel regnete. Wir haben das beim Kauf vor einem Jahr nicht gesehen. Ist sowas sehr schlimm oder kann es gemacht werden? Ist sowas teuer und v.a. wen fragt man da?

Wäre sehr dankbar für ein paar Hinweise und Tipps! Merci und viele Grüße Irina



Ich bin...



... irritiert von der exakten Abgrenzung des Schadensbildes, das passt mit der schwappenden Regentonne in der Ecke nicht zusammen...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Hallo Irina,

unter der untersten Bole ganz rechts schient ein Kabelschutzrohr entlang zu führen. Führt dieses nach Innen in einen beheizten Raum!?

Gruß aus Berlin,





Hallo,

ich kann gerne noch ein Bild machen, wo die Ecke größer drauf ist und auch noch die Regentonne hinstellen - dann wird klar, warum das Wasser in die Ecke gelaufen ist.

Das unten rechts ist eine Gewindestange, die unten angerostet ist. Weiter nach oben ist sie noch quasi blank. Geht einmal nach ganz oben durch alle Balken durch. Wenn man unter der Stange den Kies noch wegmacht, dann hängt sie in der Luft.

VLG Irina





OK, wollte nur ausschließen, daß da evl. noch eine andere Ursache mit im Spiel ist! ...

Wenn Du auf die Regentonne bestehst, wird es die wohl gewesen sein. Zumindest im Zusammenspiel mit der überstehenden Bitumenabdichtung! Die Feuchte ist beim Überlaufen scheinbar kapilar in die Fuge zwischen Horizontalabdichtung und Balken gezogen. Meines Wissens nach gehört die Horizontalabdichtung bündig zum Holz eingekürzt.

An den Balken gibt es ein paar Ausschlupflöcher und Fraßgänge von Hozschädlingen - vermutlich Hausbock. Dazu scheint dort ein Pilz am Werk zu sein. Trozdem scheint sich die Schadstelle erstmal noch in Grenzen zu bewegen.

Für den Anfang würde ich mich mal an einen Zimmermann wenden. Wenn der sagt: ... muß nicht ausgetauscht werden ... kann vielleicht noch ein Holzschutzfachmann hinzugezogen werden, der evl. etwas gegen die weitere Ausbreitung des Pilzes in Petto hat.

Ansonsten hast Du mit dem Abstellen der Feuchtequelle schonmal viel erreicht!


Gruß aus Berlin,



Kardinalsfehler



Hallo

Für mich hat eine Teerpappe nichts unter einem Holzbauteil zu suchen, weil die eher die Feuchte am Holz hält (eingedrungene und oder Kondensations oder Kapillar Feuchte).

Ist es Ihnen möglich eine Skizze anzufertigen, wie ein Schnitt aussieht, wenn man durch die Wand schneiden würde: Was sind innen für Aufbauten noch vorhanden?

FK



Jetzt mit mehr Fotos und einer Skizze...



Hallo,

so jetzt habe ich mal schnell eine Skizze gemacht. Der Raum im Haus ist das Wohnzimmer. Keine Wasserleitung oder Heizungsrohr in der Nähe. Und dann hab ich noch eine größere Aufnahme der Ecke gemacht. Das Regenrohr ist jetzt erstmal provisorisch, damit der Regen weg vom Haus geht.

Viele Grüße
Irina



Hier noch das große Bild...



Hier ist noch das große Bild..



und hier noch wie es an den anderen Stellen aussieht,



wo kein wasser dauerthaft hingekommen ist...

Auf den Nahaufnahmen habe ich eben auch gesehen, dass da kleine Löcher sind, also doch ein kleines Tierzuhause ;-( Wen fragt man denn da?





Florian bleibt sich mal wieder treu! ... Posaund über Kardinalsfehler und vergißt darüber, daß der Eigentümer nicht mal selber schuld dran hat.

... Bitumenbahn ist meines Wissens nach als Horizontalsperre auf den Fundamentauflagen schon OK ... solange es keine besandete ist (das ist ein Unterschied) und solange Sie nicht wie hier vorsteht und damit Möglichkeit zur "Pfützenbildung" und Ansammlung von Dreck bietet (siehe auch Bild3). Die Regentonne war natürlich nochmal eins oben drauf!

Dennoch! Auch auf dem anderen Bild scheinen Spuren von Insektenbefall sichtbar (Ausschlupflöcher). Das gegenüber der Wand überstehende Punktfundament, die überstehende Bitumenbahn und auch der geringe Bodenabstand ist prinzipiel subobtimal wegen möglicher Spritzwassereinwirkung bei Starkregen. ... Kommt es denn vor, daß der Dachüberstand nicht reicht, und der untere Teil der Wand naß wird? Wie seiht es im Winter aus? Hast Du da manchmal Schnee bis an die Wand liegen? Hierauf solltest Du achten!

Meine Empfehlung jedenfalls wäre, die Bitumenbahn bündig mit der Fassade einzukürzen. Mach öffters mal einen Rundgang um's Haus, daß sich da kein organisches Material (tot wie lebendig) rund um den Sockel ansammelt und insbesondere die unteren Bolen immer schön pflegen - heißt ölen. Wegen des Schadens durhc die Regentonne sprich wie gesagt mal mit einem Zimmermann und frag evl. mal einen Holzschutzfachmann.

Gruß aus Berlin,



Treue … ist doch nicht schlecht!



… und der Satz:
"… daß der Eigentümer nicht mal selber schuld dran hat"
ist ja auch recht komisch, denn wer will denn eine Schuld zuweisen.

Wenn Sie selbst eine Teerpappe drunter gemacht haben, ist das doch Ihre Sache - und kommen Sie jetzt nicht mit den Babyloniern daher, die schon Bitumen als Abdichtmaterial genommen haben "sollen".

Beim Wasser ist eben die Krux, dass es gerne überall reinläuft und auch plötzlich als Tropfen auftreten kann, wo es vorher nicht sichtbar war (Kondensation)
Das Reinlaufen geht auch und vor allem gut, wenn es recht eng hergeht (Kapillarität)
Wenn das Wasser aufgrund irgend einer baulichen Konstellation in ein Holzbauteil (oder drunter oder drauf) gekommen ist sollte es möglichst schnell wieder wegtrocknen können, sonst wird es nervig und ärgert sich, spielt Occupy und sammelt sich trotz Kapillar aktiven Baustoffvorgaben.

Hier in dem Fall schaut es so aus, als ob mehrere Faktoren zusammenspielen und auch m.E. der Schaden nicht nur den momentanen sichtbaren Teil ausmacht.
Neben der permanenten Tonnenbewässerung, kommt noch die Teerpappe als Ursache dazu. Daneben auch ein unbelüftetes Eck (die Tonne stand davor) und ich befürchte die Isofloc Schicht wird auch nicht mehr die trockenste sein.

Diese Konstruktionen sind äusserst anfällig und wenn der Aufbau überall so ist wird es in den nächsten Jahren wahrscheinlich zu weiteren Auffälligkeiten kommen.

Erst wenn die Ursachen alle klar sind kann man da etwas sinnvolles dagegen machen, vorher wird es ein Nadel im Heuhaufen gestochner sein und bleiben.

Sanierungskonzept wäre sinnvoll.

Gutes Gelingen

FK



Vielen Dank für die Rückmeldungen!



Hallo,

also das Haus steht jetzt seit 13 Jahren hier. Wir haben es vor einem Jahr gekauft. Vorher stand es in Finnland als Musterhaus und wurde dann abgebaut, verladen und hier wieder aufgebaut. Um das Haus herum sind ja einige Stellen mit derselben Konstruktion und die sind alle in Ordnung. Klar werden die auch mal nass, aber sie trocknen schnell wieder weg. In der hier beschriebenen Ecke ist tatsächlich die Regentonne das Problem. Dann stand da noch ein sehr dicker Kirschbaum, den wir weg gemacht haben, da er nur noch halber gelebt hat. Dann ist das die Ecke des Hauses, wo noch am ehesten Regen hinkommt, wegen der Lage des Hauses. Wegen dem Isofloc mache ich mir eigentlich keine Sorgen, da es ein wirklich Hammer Zeug ist. Wir hatten auch noch eine andere Stelle im Haus (ein unsachgemäßes Bad und ein undichtes Dach). Auch hier war überall Isofloc (im Dach und Boden). Trotzdem war es nicht betroffen und in einwandfreiem Zustand.

Nun ja ich werde jetzt wohl einen Holzmenschen suchen, der sich mit Holzkonstruktionen auskennt und vielleicht auch den Austausch der Balken vornehmen kann.

Merci und viele Grüße
Irina