Putz hällt nicht in Keller

06.06.2009


Hallo,
ich habe ein großes Problem mit meinen Keller!
Ich habe ein altes Fachwerkhaus mit ein Gewölbekeller.
Um den Gewölbekeller etwas herzurichten um was abzustellen wollte ich ihn nur putzen.
Ich habe mir die Arbeit gemacht die losen sachen fein säuberlich abzukehren. Dann habe ich mit ein Mittel "Wandex Mineralit" den ganzen Keller eingesprüht. Wurde mir so empfohlen von mein Maurer. Das habe ich dann 1-2 Tage gut einziehen lassen. Dann bin ich mit ein Sanierputz drauf gegangen. Das sah am Anfang echt super aus. Jedoch war das nur für kurze Dauer. Es ist mir fast alles wieder nach weniger Zeit (ca. 4 Wochen) wieder abgefallen! Wurde immer Schlimmer. Hier mal ein Bild wie es nach ca. 7 Wochen aussieht.
Ich dachte ich suche jetzt hier mal ein paar Tipps wie ich das Problem lösen kann. Mein Maurer weiß da auch kein Rat mehr. Hat so was auch noch nie gesehen.
Kann das daran liegen, dass der Keller zu feucht ist?

Vielleicht kann mir ja jemand sagen woran das liegen kann.

Vielen Dank im vorraus.

Zeidler



Kellerwand



Hallo,

das Zeug schüsselt ja regelrecht weg. Das heißt, es ist dicht und der Keller klatschnaß.
Ein Putz ist da wenig sinnvoll, wenn Wasser nach innen verdunsten muß. Ich würde alles entfernen und für eine gute Lüftung sorgen.

Grüße



Keller feucht



Hallo,
ja das Stimmt. Der Keller war danach richtig naß. Es war fast wie eine Tropfsteinhöhle. Hatte dann mal ein weilchen ein Gasbrenner in den Keller gebracht. Um das bischen wegzumachen. Hat aber auch nichts gebracht.
Ich wollte es halt nur da unten was sauber haben wollen. Deswegen wollte ich es putzen!

Grüße
Zeidler





Was meinen Sie wohl, was ein Gasbrenner produziert ?
Na also.
Lüften geht nur mit Luft.

Grüße



Die Wand



ist wohl klitschnass. Da muss erstmal die Ursache für die Feuchtigkeit beseitigt werden.
Der eingesetzte Verkieseler muss mit 150-250 ml pro qm aufgebracht werden, dass funktioniert nicht auf einer nassen Wand.
Und war das wirklich ein Sanierputz, oder ein Putzmörtel"für Sanierungsarbeiten im Innen- und Aussenbereich geeignet"?
MfG
dasMaurer



Putz hält nicht im Keller



Solch eine heftige Schüsselung kann ich mir nicht durch Dampfdruck oder Salzabsprengung im normalen Fall erklären.
Ich vermute entweder eine heftige Materialunverträglichkeit von alkalischer Verkieselung und Putz oder eine Reaktion des Putzes auf den "Gasbrenner"
Es wäre interessant zu erfahren, was für ein Putz da aufgebracht wurde, wobei ich mir nicht vorstellen kann, welches Bindemittel so reagieren würde; die Verformung fand ja noch im frischen Zustand des Putzes statt.

Das was man sehen kann hat übrigens nichts mit einem Sanierputzsystem zu tun.

Dazu einige Informationen für den Fragesteller:
Der Aufbau solcher Systeme hängt von der Beschaffenheit des Untergrundes ab; ohne gründliche Analyse geht da erst mal nichts.
Wichtig ist zuerst das Aufspüren und Beseitigen der Feuchtequelle. Falls eine Beseitigung nicht möglich ist bzw. der Wassergehalt der Wand über 40 Masse-% beträgt, muß vorher eine Abdichtung auf die Wandfläche aufgetragen werden.
Auch das ist sorgfältig zu planen und auszuführen.
Das kann zum Beispiel folgendermaßen ablaufen:
- reinigen,
- grundieren,
- Einarbeiten frisch in frisch einer Haftbrücke,
-Egalisierung unebener Flächen mit Dichtspachtel als Reparaturmörtel,
- Einmassieren frisch in frisch einer salzbeständigen Dichtschlämme.
Erst danach erfolgt der Auftrag eines 20 mm starken Sanierputzes.
Die Dichtung hält Wasser und Salze zurück, über den Sanierputz kann sich bildendes Kondenswasser besser wieder abgeführt werden; die Wand ist an der Oberfläche tocken.

Falls die Feuchtequelle abgestellt und der Wassergehalt unter 40% sowie der Salzgehalt unter 3 Masse-% liegt, kann ohne die oben genannte Abdichtung ein Sanierputz ebenfalls mit der Mindestdicke von 20 mm aufgebracht werden.
Bei einem Salzgehalt über 3 M% beträgt die Mindestdicke des Putzes 30 mm, die ersten 10 mm auf der Wand erfüllen hier die Funktion eines Salzspeichers.

Ergo: Solche Systeme gehören in die Hand von Fachleuten.
Ihr Einbau kann nur im Zusammenhang mit der ganzheitlichen Betrachtung des Problems entschieden werden.

Viele Grüße



Richtig Herr Bötcher diese Arbeiten gehören in die Hände von Fachleuten, aber wer ist das?



Meine Rede ist dauernd - ein Verputz - gleich welcher Art - hat auf einer feuchten Keller-Wand nichts zu suchen!
Es ist doch nur eine Frage der Zeit wann dieser von der Wand fällt.
Entweder er ist dicht, dann ist der Aufbau zu fest oder er ist dampfdurchlässig - dann wird eben der Keller feuchter.
Dies sieht man halt nicht.
Macht Euch mal Gedanken zu den Bildern: http://picasaweb.google.de/eddi.bromm/SanierputzKeller?feat=directlink
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Dazu noch:
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Sanierputzsysteme wurden entwickelt, um die Restfeuchte (die auch nach einer erfolgreichen Ab-dichtung – oder Trockenlegung in einer Wand verbleibt) ausdiffundieren zu lassen. Wenn eine Wand austrocknet, werden dabei bauschädliche Salze (im Baustoff als Lösung) an die Oberfläche transpor-tiert. Das Wasser ver¬dunstet. Salze und andere lösliche Bestandteile verbleiben an der Oberfläche.
Es entstehen Salzkristalle, und beim Kristallisationsvorgang entstehen lt. Literaturangaben dabei Drücke von 50 bis 200 N/mm². Daher ist es notwendig, ein sehr offenporiges Verputzsystem aufzubrin-gen.
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Gips-, Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sind wegen zu hoher Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und /oder geringer Wasserdampfdiffusion bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet. Sanierputze dagegen haben aufgrund ihrer Rohdichte - im Normalfall unter 1300 kg. pro m³ - einen großen Porenraum im Vergleich zu Kalkputz mit mehr als 1800 kg pro m³. Dieser Porenan¬teil ist notwendig, um die Salzkristallisation und die dadurch entstehenden Volumenvergrößerungen ohne Probleme in der Putzschicht zu ermöglichen.
Es gibt noch eine Reihe anderer wesentlicher Vorteile und Merkmale von Sanierputzen, deren Einsatz aber stets wohl überlegt werden sollte, da es andernfalls zu Schäden kommen könnte. Eines steht in jedem Fall fest: Je besser ein Sanierputz für eine Abtrocknung oder Verdunstung sorgt, um so mehr wird im Keller von außen oder unten aufgesaugt. Wenn keine dampfdichte Abdichtung von außen oder eine Horizontalsperre im Mauerwerk vorhanden ist, wird durch die Kapillarwirkung weiter Wasser und Salz nachgesaugt.
Mit nach WTA*– Richtlinien (siehe Merkblatt 2.2) geprüften Sanierputzen ist es möglich, nach einer Abdichtung oder einer Trockenlegung „über Oberkante Gelände“ die Mauer schadensfrei zu verputzen.
Eine Wand ist so normalerweise nach 1 bis 3 Jahren ausgetrocknet. Die Wärmedämmung wird verbessert, und aufgrund der wasserabweisenden Oberflächen findet eine Feuchteaufnahme so gut wie nicht mehr statt.

Anders ist es in einem Keller „unter Oberkante Gelände“, dessen Wände ständig feucht bleiben.
Dabei geschieht folgendes: je mehr innen abgesaugt wird, je besser also eine Verdunstung stattfindet, um so mehr kommt von außen oder unten nach. Es ist jedoch nicht nur Wasser, sondern es sind auch bauschädliche Salze, die von außen oder unten eindringen. Außerdem werden vom Mauerwerksquer-schnitt baustoffeigene freie und lösliche Bestandteile mit an die Oberfläche transportiert.
Auch hier gilt: Je mehr und besser die Feuchtigkeit an der Innenseite abgegeben wird, um so schlechter ist die Wirkung. Sanierputze haben bei unsachgemäßer Anwendung nur eine begrenzte Lebensdauer oder sind gar von vornherein untauglich. Bei sehr feuchten Kellern besteht zudem das Problem, dass eine gewollte Hydrophobierung (Abstoßung von Feuchtigkeit) auf dem feuchten Mauerwerk nicht zu Stande kommt und somit auch kein Sanierputz wird. Es vergeht meist nur eine kurze Zeit, bis die Salze an der Oberfläche erscheinen.
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Aber Sie sind doch fein raus - die Gewährleistung ist doch nicht erlöschen, da Sie einen Fachbetrieb gewählt haben.



Meine Vorredner



haben Recht!
Solange die Kellerwände nicht gründlich entsalzt und entfeuchtet werden, wird dort Kein Putz auf die Dauer halten.
Ich wundere mich nur über das Staunen der Fachleute über das Ausmaß dieser Schäden. Ich sehe so etwas sehr sehr oft bei Kellern, die verputzt wurden ohne das die wirklichen Ursachen der Schäden beseitigt wurden: Salze und Feuchtigkeit.
Wie oben schon gesagt, so etwas gehört in die Hand von Fachleuten!
mfg A.Hoppe



oder man läßt den Keller einfach Keller sein



Die alten Gewölbekeller waren doch mal der Kühlschrankersatz und ist es in einem Kühlschrank etwa trocken? Klar ist die Nutzungsmöglichkeit eingeschränkt, aber ich wundere mich immer wieder über den Aktionismus wegen etwas Kellerfeuchte in alten Häusern. Wenn ich das richtig verstanden habe, war der Keller ja erst nach dem Verputzen so richtig nass. Also einfach Putz ersatzlos runter, Lüften und den Keller so nehmen wie er ist und entsprechend nutzen.

Viele Grüße



Mit belassen kann man ja noch leben, aber...



...wenn man den Putz abnimmt steigt doch die Feuchte im Raum erheblich an.
Also so lassen oder I-Bausystem drauf. Dann hat man einen trockenen Keller.
Das Bild zeit einen alten Keller nach 10 Jahren mit hochwertiger Nutzung.




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