Fuehcte Wände / Baumangel / Wand entsalzen

22.03.2011



Moinmoin liebe Community !
Die Sanierungsarbeiten unseres Hauses sind in vollem Gange und ich beschäftige mich z.zt. mit dem verslztem Mauerwerk.
Ich habe entliches von Konrad Fischer gelesen und finde seine Lösungsvorschläge mehr als verständlich.
Doch nun habe ich diesbzgl einige Fragen:
Der Bodenaufbau wurde um 1986 erneuert (habe alte IGM-Zeitungen im Badezimmerestrich gefunde) und dabei wurde wohl leider geschlammpt. Siehe Zeichnung links.
Dies hatte Zurfolge, das Feuchtigkeit/Wasser in das Mauerwerk eingedrungen ist und i9mmer wieder Salze auskristallisierten, welche dann das Wasser immer höher im Mauerwerk trasportierten.
Ich habe teilweise den gedämmten Estrich aus dem Haus geschafft und auf das Niveau des Bruchsteinmauerwerks wieder mit 16/32 Kies verfüllt. Dieser war nach wenigen Tagen dann auch deutlich trockenener als der Sand :P
Nun hab eich die Frage bzgl Entsalzung der Wände.
Z.zt. stehen Raumluftentfeuchter im Gebäude und verrtichten wunderbar ihren dienst, so dass es dann zu einer weiteren Salzausblühung des Mauerwerks kommt.
Da ich aber nicht die nächsten Jahre abwarten will, bis die Versanlzung abnimmt, um dann einen neuen Wandaufbau vorzunehmen, wollte ich diese Salze beschleu8nigt entfernen (Opferputz usw dauert zu lange)
Sollte ich ein mechanisches Entfernen dem nassen vorziehen ?
Habe Lehmverfugungen zwischen dem Ziegelmauerwerk ?!
Wollte mit Drucksprüher dest. Wasser aufbringen und mit Bürste abscheuern ... wie lange dauert es, bis Salze nachkommen ? Bzw. diese sollte doch garnichmeht zum vorschein kommen, sobald keine Feuchtigkeit mnehr nachkommt/ die Wand trocken ist ?!
Welchen Putz kann ich dann auf die trockene, versalzte (wurde oberflächlich entfernt) Wand aufbringen ? Sanierungsputz wäre doch dann einsetzbar ?!
Was muss ich im Verbindungsbereich Estrich-Bodenplatte zum KLinkermauerwerk beachten ? Dämmstreifen ? Dachpappe ? Folien ?!
LG
Laas





Hallo Laas,

ich nehme an die IGM-Zeitungen waren im unteren Drittel des Estrichs eingelegt und dienten somit statisch unverzichtbar als Zugbewehrung. :-))

Im Prinzip kannst Du den Aufbau so ausführen, es muss jedoch sicher gestellt sein, dass die Feuchtigkeitsursache sicher beseitigt wurde.

Einige Fragen vorab:
- Beim herausschippen des Füllsandes: War der Trocken und rieselte oder haftete der zusammen.
- Wie hoch ist der Bruchsteinsockel
- Gibt es Fachwerk oder ist alles aus Ziegeln gemauert?
- Gibt es eine Horizontalsperre?
- Ist das Gebäude außen verputzt? Womit?
- Ist der Natursteinsockel verputzt? Womit?
- Ist der vorstehende Bereich des Sockels belegt, verputzt, gerade, geneigt?
- Bilder helfen und räumen Missverständnisse aus. Wo steht das Haus?

Die Salzausblühungen enden nur mit einer dauerhaft trockenen Wand in der ein Salztransport nicht mehr möglich ist..

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Feuchte Mauern



Feuchte im Sockelbereich ist ein recht komplexes Problem, das nur vor Ort geklärt werden kann.
Ich kann Ihnen einige grundsätzliche Erklärungen geben.
Bleiben wir bei den beiden Zeichnungen:
Die linke Zeichnung soll wohl die Quelle der Feuchtigkeit darstellen (roter Pfeil). Ich halte das als Ursache für unwahrscheinlich bzw. minimal. Unterhalb von Häusern findet man nur nasse Baustoffe, wenn die Feuchte von außen (hier z.B. der Sockelbereich mit dem markanten Sockelvorsprung) über die Lagerfugen einsickert. Eine andere Quelle ist in Nass- bzw. Feuchträumen Spritz- und Wischwasser, das über die Fugen zwischen Wand und Estrich einsickert.
Kapillare Feuchte aus dem Baugrund spielt keine große Rolle. Unter dem Beton wurden und werden kapillarbrechende Baustoffe wie Sande und Kiese eingesetzt. Hier liegt Erdfeuchte in gasförmigem Zustand in den Haufwerksporen des Unterbaues an. Die Luft ist hier mit gasförmiger Feuchte gesättigt und nicht mit Wasser gefüllt. Wassergefüllte Poren sind eine Voraussetzung für kapillar aufsteigende Feuchte.
Deshalb empfehle ich Ihnen zuerst die äußeren Feuchtequellen im Sockelbereich abzustellen.
Die einfachste Methode das Salz loszuwerden ist während des Trocknungsprozesses einen Opferputz zu benutzen. Geeignet sind dafür hydrophile Putze mit guter Kapillarität. Ein einfacher, selbstgemischter Kalkputz erfüllt diese Voraussetzungen. Die Kristalle können Sie im trockenen Zustand mechanisch abbürsten. Richten Sie sich darauf ein, den Putz nach der Trocknungsphase auszutauschen.
Falls Sie diese Phase nicht abwarten wollen, dann wäre ein Sanierputzsystem eine mögliche Alternative.
Dessen Planung und Einsatz sollte nur nach gründlicher vorheriger Untersuchung des Untergrundes erfolgen. Für den Selbstbauer ist das nicht zu empfehlen.
Was die Bodenplatte angeht:
Eine Abdichtung gegen Feuchte unter dem Fußbodenaufbau und an der Wand verhindert bei korrektem Einbau das Eindringen vor Erdfeuchte. Versuchen Sie nicht, Ihren Untergrund unter dem Haus durch Lüften o.ä. abzutrocknen. Das ist genauso effektiv wie den nächsten Bach mit einem Löffel ausschöpfen zu wollen oder Ihren Garten im Winter durch Heizen frostfrei zu halten. Die Abdichtung ist da effektiver: Sie trennt die trockenen Baustoffe vom Untergrund, da soll die Erdfeuchte bleiben.

Viele Grüße



Entsalzung durch Opferputz



Meines Erachtens ist hier bisher noch nicht klar genug dargestellt:
Salze kann man nicht feucht entfernen, sondern nur im trockenen zustand mit Abbürsten und Staubsaugen.
Die Kristalle sind durchgehend leichtlösliche Salze (Kochsalz, Harnstoffsalze ...). Sie verlieren bei Befeuchtung sofort ihre Sichtbarkeit. Man denkt, man sei fertig, dabei fängt es gerade erst wieder neu an.
Üblicherweise sind die Salze nicth giftig, der abraum kann in Mülltonne oder auf den Kompost. (Chemiewerke fallen NICHT darunter!)
Als Opferputz eigent sich JEDES material, was saugtfähig ist und in kapillaren Kontakt zum zu entsalzenden Material gebracht werden kann:– zum Beispiel feuchte Lappen auf dem Estrich. Die salzige Bauteilfeuchtigkeit muß übertreten können in das „Opfermaterial“ und darf erst dort verdunsten, damit eben die Salzkristalle im Opfermaterial zurückbleiben und mit ihm beseitigt werden können.
Ist sauberer Grubenlehm zu beschaffen? Dies Material wäre ideal: Zu einem dünnen Brei gerührt, der sich gerade noch spachteln läßt (Grießbrei läßt grüßen!), wird er auf die zu entsalzende Oberfläche (½ bis 1 cm dick) aufgetragen und durch Erwärmung getrocknet, bis sich die Ausblühungen nicht mehr verstärken. Das kann ein Sonnentag sein, das kann auch eine Woche dauern, keinesfalls aber Monate. Die weiß verkrustete Masse wird dann abgekratzt und in den Garten geschafft. Vielleicht ist darin gerade der Dünger, der den nächsten Kartoffeln guttut. ;-))

Ich hatte vor langer Zeit durch einen recht absurden Schadensfall vernommen, daß man auch mit zerwalktem Papier – allerdings OHNE ZUSATZ VON BORSALZEN – großflächige Betonsanierungen machen kann. Dazu wird auf gleiche Weise verfahren wie eingangs für Lehm beschrieben.

Zum Reinigen des Bauteils NUR Kratze und Bürste verwenden, kein Wasser!!! Vorgang wiederholen, bis in angemessener Zeit KEINE Ausblühungen mehr zum Vorschein kommen. Dann auch naß reinigen für Sanierputz und selbigen auftragen.

Sanierputz wirkt durch zwei besondere Eigenschaften:
1
Er ist so eingestellt, daß er mehr Dampf abgibt als Normalputzmörtel. Das fördert die Trocknung des Bauteils.
2.
Er ist hohlraumreicher als Normalputzmörtel, so daß über längere Zeit mehr Salzkristalle eingelagert werden können, ohne daß diese nach außen treten und sichtbar werden und ohne daß sofort das Mörtelgefüge gesprengt wird.

Aber auch die Kapazität der Sanierputz-Poren ist IRGENDWANN gefüllt bzw. erschöpft. Das geschieht garantiert sehr viel später als bei Normalputzmörtel, und garantiert sehr sehr viel später, wenn man mit Opferputzen das Grundbauteil schon weitgehend entsalzt hat.

Gruß Markwart



... also nicht naß abwischbar ;)



hey !
euch erstmal vielen dank für die promte beantwortung meiner fragen.
bildmaterial werd ich nachhreichen ...
der füllsand pappt zusammen und ist feucht (aber kein matsch)
drückendes Grundwasser schließ ich hier mal aus (gebäude ist eh nicht unterkellert)
ggf vorhandene feuchtigkeitsquellen suche ich z.zt.
ich glaube ganz stark das die abwasserleitung defekt ist/ sowie eine undichte Dachrinne ihrer teil dazu beiträgt.
diese ursachen werde ich beheben.
der bruchsteinsockel raght gegenüber dem niveau der außenflächen ca 30 cm hoch, dann ziegelmauerwerk
bruchsteine sind um die 20-30 cm großen steine mit recht dicken ca 3m breiten fugen.
außen wurde der Sockel verputz, ob dies der damalige zustand war, kann ich nicht beurteilen, da keine bilder vorliegen.
mauerwerk ist komplett aus ziegeln.
eine horizontalsperre gibt es in diesem raum nicht.
über den vorstehenden bereich des sockels ragt die hinterlüftete fassade.