Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß

07.08.2008



Hallo,

was für einen Schüttung im Bad unter Holzdielen ist besser?

Lehm oder Kalksplitt jeweils 4 cm hoch.

Bodenaufbau von unten nach oben:

4 cm starke Holzdielen auf die Balken geschraubt
Rieselschutzfolie von pro Clima
Kanthölzer 4/6 cm mit Kokosstreifen auf Dielen schwimmend verlegt
Dazwischen Lehm- oder Kalksplittschüttung
Holzdielen geölt

Viele Grüße
Peter
Dazw



wenn die pro-Klima-Rieselschutzpappe z.B. durch einen Wasser-



Schaden naß wird kann die Pappe eine gute Nahrungsquelle für Schimmelpilze (wie z.B. Hausschwammm) werden. Kalksplitt wäre im Hinblick auf evtl. Pilzsporen die bessere Lösung,zusätzlich als fungizid vorbeugende Maßnahme kann lageweise Kalkhydrat eingestreut werden.



Hier wäre



es äusserst sinnvoll, den Rieselschutz mit der wasserdichten Ebene, die ohnehin nötig ist, zu kombinieren.
Wenn überhaupt, dann Kalksplitt als Schüttung, aus vorgenannten Gründen.
MfG
dasMaurer



Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß



Hallo,

die Rieselschutzbahn ist besonders diffusionsoffen.

Ich mache keine wasserdichte Ebene.

Wenn Wasser auslaüft, dann läuft es doch in den Lehm, Lehm nimmt Wasser auf und gibt das Wasser dann wieder ab.

Kann auch Kalkhydrat auf die Rieselschutzbahn streuen bevor ich die Lehmschüttung einbringe.

Viele Grüße
Peter



soviel Wasser wie bei einem Wasserschaden anfällt kann der gute



Lehm niemals speichern.



Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß



Hallo,

Klar dass bei einem Wasserschaden alles Nass wird.
Ich gehe ja davon aus das beim Duschen mal etwas Wasser durch die Dielen tropft.

Warum muss ich an einen Wasserschaden denken wenn ich Umbaue?

Viele Grüße
Peter



es bleibt Ihnen alleine überlassen, wie Sie den Umbau durchführen.



Aus meiner über 25jährigen Sanierungserfahrung gebe ich Ihnen lediglich meine Ratschläge zu Ihrem Projekt-und das hier im Fachwerk-Forum auch noch gratis.



Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß



Hallo,

vielen Dank für Ihre Gratis-Ratschläge.

Kann ich den Bodenaufbau mit Lehm nun durchführen (wenn kein Wasserschaden entsteht) oder nicht.


Viele Grüße
Peter



das entscheiden Sie nun bitte selbst. Ich habe keine Ergänzungen



zu meinen bisher gegebenen Ratschlägen hinzuzufügen.



Hier sollten Sie...



...keinen Lehm einbauen. Er nimmt viel Wasser auf und gibt es nur zögernd, weil eingebaut, wieder ab.

Mein Vorschlag wäre Liapor. Es bindet das Wasser nicht, lässt es schnell nach unten entweichen. Schäden an den Balken sind somit weniger wahrscheinlich.

Abdichtebenen auf oder zwischen Balkenlagen können Bauschäden provozieren.

Ist der Raum darunter beheizt?

Grüße

Thomas



Lehm



nimmt enorm viel Wasser auf, und dann hält er es hartnäckig fest ;-)). Die Austrocknung dauert ewig, und solange die Feuchtigkeit im Bau steckt, ist sie beste Grundversorgung für Schimmel und andere Schadpilze.
Und ein Wasserschaden ist durch undichte Rohrleitungen schnell passiert und leider auch nicht selten.
Deshalb schreiben die entsprechenden Regeln der Technik in Nassräumen eine wasserdichte Sperre vor.
Wenn sie die Arbeiten selbst ausführen, können sie in ihrem Haus natürlich bauen, was sie wollen. Wenn aber bei einem Wasserschaden ein schlechtgelaunter Versicherungssachverständiger kommt, kanns nach hinten losgehen.
MfG
dasMaurer



Die Regeln der Technik...



...sollte man kennen, ganz unstrittig.

Wo eigene Erfahrung und / oder gesunder Menschenverstand eine andere Lösung nahelegen, gilt es abzuwägen:

Den Passus, daß mein Haus nach den Regeln der Technik gebaut sein soll, finde ich in meiner Police nicht. Sehr viele Häuser sind auch einfach viel älter als die vergänglichen Regeln der Technik. Die Versicherung wird wohl zahlen müssen. Wenn die Decke schnell austrocknen kann, sind wesentliche Schäden an der Bausubstanz unwahrscheinlich. Malerarbeiten, verdorbene Grätschaften im unteren Zimmer, ggf. ein Trocknereinsatz - Standardsituation, für die Versicherung überschaubar.

Wird Sie aber auch zahlen, wenn kontinuierlich ein wenig Wasser in den Aufbau eindringt (durch die lieben Kleinen, ein unentdeckt tröpfelnder Siphon etc., und sich auf der Abdichtebene sammelt, Dielung und Unterbau schädigt, ggf. doch die Balkenlage erreicht (nicht alle Abdichtungen dichten dauerhaft ab)?

Dann sind die Dielen noch lackiert, nach oben kann nichts mehr abdunsten. Irgendwann bricht die Wanne ein:-)

Bei baulichen Folgeschäden nach Wasserrohrbrüchen erweisen sich Versicherungen oft sehr hartnäckig, bei Schäden durch Kondenswasser gibt es nichts.

Diese Abdichtebenen sind sicher bei Betondecken, Ziegeldecken etc. sinnvoll, im Zusammenhang mit Balkenlagen und Dielung scheinen mir die möglichen Schäden zu groß. Mit Sicherheit wird eine schlampig ausgeführte Abdichtung mehr Schäden provozieren, als sie in optimal ausgeführten Fall verhindern kann. Eine nicht diffusionsdichte Aufbauart scheint mir hier vorteilhafter.

Grüße

Thomas



Zügige Austrocknung!



Peter,
folgen Sie Herrn Böhmes Rat (zu Liapor), denn er hat mit der "schnellen Austrockung" schon Recht.

Zitat H. Böhme:
"Den Passus, daß mein Haus nach den Regeln der Technik gebaut sein soll, finde ich in meiner Police nicht. Sehr viele Häuser sind auch einfach viel älter als die vergänglichen Regeln der Technik. Die Versicherung wird wohl zahlen müssen. Wenn die Decke schnell austrocknen kann, sind wesentliche Schäden an der Bausubstanz unwahrscheinlich. Malerarbeiten, verdorbene Grätschaften im unteren Zimmer, ggf. ein Trocknereinsatz - Standardsituation, für die Versicherung überschaubar."

Grüße
M. Kerr



im Wasserschadensfalle "saugt "sich Blähton (Liapor) voll



mit Wasser,das es sehr lange in seiner Kapillarstruktur festhalten kann. (siehe die Kügelchen,die man vor dem Urlaub in den Blumentopf gibt,damit der Blumenboden lange feucht bleibt).



Lieber Klaus Schillberg,



wenn Sie über Sachen schreiben, die Sie nicht im Regal haben, sollten Sie zumindest ansatzweise darüber Bescheid wissen. Bar aller Kenntnisse läßt es sich freilich besser fabulieren, ganz klar...

Liapor ist ein versinterter Blähton, und nimmt eben deshalb nicht in nennenswerter Menge Wasser auf. Er ist definitiv nicht dasselbe, wie Seramis, wo sich Kaktus und Gummibaum drin wohlfühlen.

Der folgende link ist nur ein Einstieg in das Thema, Ihrem vertiefenden Forscherdrang sind ja per google keine Grenzen gesetzt.

http://www.liapor.com/media/de_downloads/datei/23_liapor_schuettung.pdf

Vielleicht eine schöne Gelegenheit, mal etwas anderes als Schmalspurökölogie zu betreiben. Es gibt auch hervorragende Baulösungen jenseits des Kalk-Kork-Estrich-Horizontes.

Echt belustigt (und Danke für den schönen Einstieg in die Woche)

Grüße

Thomas



Danke für die "Blumen", Herr Böhme. Leider können Sie mich nicht



in diesem Fall mit Liapor-Produktwerbung (auch Produktinformation genannt) überzeugen. Meine negativen Erfahrungen mit Liapor als Deckenschüttung im Bad beruhen auf tatsächlich festgestellten Bauschäden. Dabei hat das "tolle" Liapor die Feuchtigkeit in seiner kapillaren Oberflächenstruktur solange festgehalten, bis aggresive Pilzkulturen Ihre bauschädigende Arbeit aufnahmen.
Bitte nehemen Sie zukünftig Abstand von unsachlichen ,beleidigenden Ausdrucksweisen und lassen Sie sich nicht von clever gemachter Produktwerbung für dumm verkaufen.



Blumen gibts Montags immer gratis.



Mein missionarischer Eifer ist auch begrenzt, und ich vertreibe kein Liapor.

Dennoch hier ein Auszug aus der erwähnten Quelle:

"Charakteristisch für eine Liapor-
Kugel ist die sie umgebende, schützende
Klinkerhaut. Zusammen mit
den in sich geschlossenen Poren im
Kugelinneren nimmt Liapor nur
sehr wenig Feuchtigkeit auf, die
der Blähton dann aber schnell wieder
abgeben kann."

Vereinfachend betrachtet ist der Unterschied zwischen Klaus Schillbergs Seramis und Liapor der zwischen Ziegel und Klinker. Ersterer saugt begierig Wasser an, letzterer kaum. Aufgrund höherer Brenntemperaturen sind die Schillbergschen Kapillaren im Blähton wie im Klinker nicht mehr vorhanden (Sinterprozess), trotz wesentlich geringerer Dichte von Liapor im Verhältnis zum Klinker.

Wenn keiner hinschaut, lieber Herr Schillberg, stecken Sie doch mal auf einer Baustelle ein paar Liaporkügelchen ein, oder ein Bröckchen von einem Liapor-Mauerstein. Die Kügelchen müssten nach Ihrer Theorie in Wasser wie bleierne Enten untergehen, der Stein, in etwas Wasser gestellt, sich nach Ihrer Theorie umgehend vollsaugen. Bitte berichten Sie doch über Ihre Experimente!

Schäden kann es auch in Liapor-Aufbauten geben, wenn ständig Wasser nachstößt etc. Dann fault der Balken halt, auch im Lehm oder Korkkalk, oder... Kein Baustoff schützt für sich betrachtet vor Bauschäden. Selbst unter Styropor (das mögen wir beide nicht, oder?) schimmelt es, recht häufig sogar. Und das hat nun gar keine kapillaren Strukturen. An den Kapillaren alleine liegt es also sowieso nicht.

Wenn Sie, lieber Herr Schillberg, keinen Unsinn schreiben (also zum Beispiel Liapor mit Seramis vergleichen), werde ich auch nicht behaupten, Sie schrieben Unsinn. So einfach ist das.

Ach ja, Ihre Kenntnisse in Sachen Blumen sind eher begrenzt:

"siehe die Kügelchen,die man vor dem Urlaub in den Blumentopf gibt,damit der Blumenboden lange feucht bleibt"

Diese Kügelchen sind unter Markennamen wie Seramis erhältlich, und sie sind ein niedrig gebranntes Pflanzsubstrat, man pflanzt die Pflanzen also hinein, statt ein paar Kügelchen darüberzustreuen. Wenn Ihre Blumen nach dem Urlaub bisher eher wie Heu aussahen, wissen Sie jetzt, warum.

Grüße

Thomas



Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß



Hallo zusammen,

Vielen Dank für Eure Ratschläge.

Da ich aber Lehm übrig habe, werde ich wohl Lehm als Schüttung nehmen.

Zuerst auf die Dielen den Rieseschutz von Pro Clima, dann meine Lagerhölzer mit Kokosstreifen und dazwischen werd ich den Lehm (ca. 4 cm) einschütten und verdichten bis ca, 1 cm unter meine Lagerhölzer. Dadrauf kommen dann Lärche-Holzdielen mit ca. 1cm Luft zur Wand, diese werden´dann geölt. Vor meine Dusche leg ich ein Läufer der das meiste Wasser aufnimmt.
Ich hoffe der Bodenaufbau ist OK und macht mir keine Probleme. In 5-10 Jahren kann ich vielleicht mehr dazu sagen.

Viele Grüße
Peter



wenn Sie von anfang an den Fußbodenaufbau mit Lehmfüllung



geplant hatten, weil Sie ja noch Lehm übrig haben,ja dann danke ich Ihnen,Herr Peter für unseren Zeitvertreibs.
Abschließende Kurzinfo für Herrn Böhme: wenn man mineralischen Leichtlehm (eine Mischung aus Liapor F3 und Lehm)im normalen Betonmischer unter Wasserzugabe (Mischzeit ca 2 Minuten) herstellt,das Liapor also zwangsweise naß eingebaut wird und als Fachwerk-Vorsatzschale in Stärke von 15cm einbaut. Frage: was glauben Sie wielange es dauert,bis der 15cm dicke Mineralleichtlehm zu sommerzeiten kerntrocken ist?
Legen Sie bitte mal 1 Liaporkügelchen unters Mikroskop. Dort werden Sie die kapillare Struktur entdecken,die Wasser festhalten kann. Es ist richtig,daß das Produkt seramis erheblich mehr Wasser speichern kann. Es gibt allerdings gute Gründe, Liapor nur in wirklich trockenen Bauteilen anzuwenden, keinesfalls jedoch im Badezimmer-Boden.



Fußbodenaufbau im Bad Obergeschoß



Hallo Herr Schillberg,

ich hab den Lehm erst am Wochenende verarbeitet und dabei festgestellt dass Lehm übrig bleibt.
Nun hoffe ich dass alle Unklarheiten bereinigt sind.

Vielen Dank nochmals an alle.

Viele Grüße
Peter



Genau,



lieber Fragesteller, bauen Sie Ihren Lehm einfach ein. Die im Ernstfall später benötigte Schaufel für Füllung und Balken bekommen Sie bei Hornbach (YippiejajaYippieYippieYeah!)

Und was Sie sonst noch so übrig haben, findet dann sicher auch kurz unter Ihren Dielen Ruhe.

Besonders schön finde ich, daß die Lagerhölzer fast völlig in verdichtetem Lehm liegen. Da hören wir sicher bald von ihnen.

@ Klaus Schillberg

Ich weiß nicht, was ich aus Ihrem Liapor/Lehmtrockenversuch machen soll. Mit Sicherheit sagt er nichts über das Trocknungsverhalten eine Liaporschüttung aus.

Von Lehm ist bekannt, daß er langsam austrocknet.

Kapillaren werde ich im Liapor nicht finden, eher viele mehr oder weniger kugelförmige Hohlräume, die geschlossen sind und deshalb kein Wasser aufnehmen können.

"Eine Kapillare ist eine Bezeichnung für sehr feine, langgestreckte Hohlräume."(WIKIPEDIA).

Genau solche sehr feinen, langgestreckten Hohlräume überleben den Sinterprozess, der ja so etwas wie ein Zusammenschmelzen ist, ganz gewiss nicht.

Grüße

Thomas



@Thomas Böhme:



die mineralische Leichtlehmwand mit Liapor F3 hatte insgesamt 6 Monate Trocknungszeit. Ein vergleichbarer Hanfleichtlehm (mit gleichem Lehmanteil, mit gleichviel Wasser angemischt)war bereits nach 3 Monaten kerntrocken. Der Grund,weshalb der Blähtonlehm so schlecht getrocknet hat ist die lange Mischzeit (2 Minuten) im Betonmischer. Jetzt stellen Sie sich bitte einen üblichen Wasserschaden im Bad-Fußbodenaufbau mit Liapor-Schüttung vor......



@ Klaus Schillberg



Noch immer sehe ich keinen Ansatz, weshalb von einem Lehm-Liaporgemisch auf eine Liaporschüttung geschlossen werden kann. Wenn 2 Materialien zusammengebracht werden, entstehen häufig Eigenschaften, die nicht die Summe entsprechender Kennwerte der einzelnen Materialien sind.

Ob eine Wand aus reinem Lehm auch nach 3 Monaten trocken wäre?

Ihr Schluss ist rein logisch betrachtet unzulässig und auch in der Praxis sehe ich keinen Ansatz dafür.

Grüße

Thomas



Diskussion!



Hallo Herr Böhme, hallo Herr Schillberg!
Mit besten Wissen und Gewissen haben wir damals Liapor zwischen Fehlboden und Dielen eingebaut. Entscheidend war der Hinweis vom Fachmenschen, Liapor würde kein Wasser aufnehmen.
Es gab bis jetzt noch keine Havarie, aber nun bin ich gewarrnt! Wer weiß, vielleicht wirft die superschlaue Hausfrau mal einen Eimer Wasser um und das meiste läuft nach unten heraus oder auch nicht.
Was ich eigentlich sagen wollte: Danke für Ihre Meinungen und Ihre Diskussion! :<)
Marita Kerr