Bodenplatten Dachboden - Asbest?

27.11.2010



Hallo zusammen,

ich bin zwar kein Bewohner eines Fachwerkhauses, aber als besorgter Bewohner eines "normalen" Altbaus auf dieses Forum gestoßen - Es geht um Folgendes: Auf unserem Dachboden befinden sich die auf dem anhängenden Foto gezeigten Bodenplatte (das graue obere). Da hier bereits einem anderen User bei der Identifikation geholfen wurde: Sieht das nach Asbest aus, und würdet ihr sicherheitshalber eine Probe (auf eigene Kosten) einsenden? Hab diesbezüglich etwas Angst und würde mich freuen, wenn jemand weiterhelfen könnte... (Am besten natürlich Entwarnung geben - aber nur, falls wirklich angebracht.

Ich würde mich über eine Antwort freuen. Falls weitere Nahaufnahmen hilfreich sind, bitte Bescheid geben. Vielen Dank im voraus und ein schönes Wochenende!

Peter





Das sollte wohl eher ein ganz normaler Zementestrich sein.

Grüße aus Schönebeck



Ergänzung



Eine größere Version des Fotos findet ihr hier:

http://img14.imageshack.us/i/img0098tp.jpg/





Hallo Oliver,

Danke für Deine schnelle Antwort (hatte sie noch nicht gesehen, bevor ich noch mal eine größere Version des Fotos gepostet habe). Wenn dem so ist, wie Du sagst, bin ich sehr beruhigt, dann hast Du mir das Wochenende gerettet. Falls jemand anderes noch Bedenken anzumerken hat bezüglich möglichem Asbest, kann er/sie ja noch mal posten. Ansonsten spare ich mir das Einsenden einer Probe und Danke Dir, lieber Oliver, für Deine Auskunft und Hilfe ganz herzlich!!!



Also,



nach Zementestrich siehts nicht aus. Der wär auf dem Dielenboden mit Sicherheit zerbröselt. Sieht irgendwie 2-lagig aus, obere Nutzschicht könnte PVC sein, darunter vielleicht eine Art Fermacellplatte.
Hilfreich wär eine Zeitangabe über das Alter des Belags.
MfG
dasMaurer





Das wird sicher kein originaler Bestand sein.
Man sieht noch Abdrücke von Abziehlehren also ist es dort als Mörtel eingebracht und darunter schimmert Mineralwolle vor.
Eventuell auch Anhydritestrich oder so was,
Auf jeden Fall “beste” Heimwerker Qualität.

Grüße aus Schönebeck





Hallo zusammen,

vielen Dank für die weiteren Antworten. Über das Alter des Belages weiß ich leider nichts, jedoch noch die kurze Nachfrage an euch beide: Ändern die neu geäußerten Vermutungen (Fermacell, Andryhit) etwas an der Asbest-Wahrscheinlichkeit? Sollte ich doch eine Probe einschicken? (Bin diesbezüglich ehrlich gesagt so ängstlich, daß ich mich bei berechtigtem Asbest-Verdacht nicht mal trauen würde, da was abzukratzen, aus Sorge, genau dadurch was einzuatmen...)

Sorry für die Unbeholfenheit, bin auf diesem Fach leider wirklich völlig unbewandert und kann daher auch nicht die genannten Stoffe einordnen. Ich kann Euch auch gerne noch weitere Fotos machen, falls das weiterhilft. Das unter dem Grauen ist in der Tat Mineralwolle oder Glaswolle oder wie auch immer das korrekt heißt.

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, daß ich mir keine größeren Sorgen machen muß. Falls doch, gebt doch bitte noch mal Bescheid. Ist halt direkt bei mir nebenan (wohne Dachgeschoss) und da stehen auch mein Feudel etc.

Vielen Dank für Eure Mühe, weiß ich wirklich zu schätzen!





Wie gesagt sieht es mir so aus als das der Belag dort vor Ort draufgegossen wurde.
Asbest im Bauwesen kenne ich nur als fertige Plattenware für Dach- oder Fassadenbekleidungen bzw. auch Dämmstoff z.B. alter Nachtspeicheröfen.
Wenn Sie eine Probe abbrechen wollen sollten sie den Bereich vorher gut nässen, so verhindern Sie das Aufwirbeln der Fasern.
Von Anhydrit oder Fermacell geht keine Gesundheitsgefahr aus.

Grüße aus Schönebeck





Hallo Oliver,

vielen Dank, dann bin ich beruhigt!



Mehr schärfe bitte ...



Hallo Peter,

bin kein Asbestexperte aber ich glaube der Ruf nach mehr Schärfe in deinem Foto, sowie einer genauen Lagebeschreibung ist wie auch immer angemessen um eine annähernd gerechte Aussage treffen zu können. ...

Falls Du mit deiner Frage auf die etwas dunklere Schicht zwischen Oberbelag und Dielung abzielst, besteht zumindest Hoffnung, daß Du es hier nicht mit Asbest zu tun haben wirst, sondern eher mit einer naßgewordenen Mineralwolle oder dergeleichen. Das ist aber wie gesagt auf Grund der fehlenden Schärfe nur eine Mutmaßung und vermutlich auch mit Olivers Aussage hinsichtlich “beste” Heimwerker Qualität gemeint.

Soweit mir bekannt wurde und wird Asbest in Baustoffen in der Regel als Zuschlagsstoff, und nicht in Reinform verwendet (z.B. zementgebunden). Daher erstmal keine Sorge um freiligende Fasern und so! Das gefährliche an Asbest ist vor allem der Staub, der bei der Verarbeitung entsteht. Vom Ansehen fällt man also nicht gleich um, oder wird unheilbar krank. ...

Falls es sich aber am Ende doch um Asbest handeln sollte würdest Du auch dann immer noch nicht zuerst an Ansbest, sondern vermutlich eher an den anfallenden Endsorgungskosten sterben! ... Sorry für den blöden Humor! ... Wollt Dir nur erstmal die Furcht nehmen, denn alles Jammern würd dann auch nicht helfen. Ich drück jedenfalls erstmal die Daumen, daß es nicht das ist, wofür Du es häst!


Gruß,
Stephan





Hallo Stephan,

vielen Dank für Deine Antwort. Hast Du die größere Version des Fotos gesehen? Hatte eigentlich gedacht, daß das scharf genug ist, könnte aber sonst, falls es zur Bestimmung deutlich hilft, morgen sonst notfalls noch mal ein näheres Foto machen. Vor der herausguckende Mineralwolle hatte ich übrigens keine Angst, ich hatte als ängstlicher Laie wirklich die grauweißen Platten darüber im Auge. Es ist also, damit kein Mißverständnis entsteht, kein kompletter Überzug aus einem Stück, sondern in Form einzelner Platten. Ich kann Asbest leider null identifizieren, wahrscheinlich könnte jeder Experte, der davor steht, mit großer Gewissheit allein durch den Anblick sagen, daß man solche Bodenplatten nie mit Asbest gemacht hat.

Zur Lagebeschreibung kann ich halt nur sagen, daß es der Bodenbelag vom Dachboden ist und das Foto am Eingang gemacht wurde. Ist ja dort auch angebrochen, wie man sieht, keine Ahnung, wie sehr so was im Nachhinein noch staubt und was da fliegt ...

Lange Rede, kurzer Sinn: Vermutlich bin ich einfach zu überängstlich in Sachen Asbest. Mir ist natürlich klar, daß keiner hier anhand des Fotos mit letzter Gewissheit sagen kann, daß da kein Asbest drin ist. Wenn jedoch der Tenor dorthin geht, daß das vermutlich nicht der Fall ist, werde ich mir die Kosten (und Nerven beim "Abpulen" einer Probe) eine Untersuchung sparen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich laß meine Angst vor Asbest ruhen. (Sofern es jetzt nicht doch heißt: "Vorsicht, nein, mach lieber doch eine Probenanalyse!")

Vielen Dank noch mal für die Hilfe und Eure Mühe.



In



den 70er Jahren wurden PVC-Beläge mit Asbestzusatz hergestellt, speziell wegen der hohen Abriebfestigkeit. Durchaus möglich, dass es sich hier um eine "exotische" Variante handelt, mit untergesetzter Mineralwolle als Trittschalldämmung. Wobei der Feinstaub von Mineralwolle durchaus lungengängig sein kann und somit auch nicht zu verachten ist. Wohingegen Asbestfasern in fest gebundener Form recht unbedenklich sind, erst bei Zerstörung durch schneiden oder brechen werden Fasern freigesetzt.
MfG
dasMaurer



...



Hallo Peter,

man kann nie wissen, auf welche Ideen ein Häuslebauer alles kommen kann, insbesondere wenn er ein Sparfuchs ist! ... So ne Leute können auch aus billig gefundenem Recyclingmaterial viele Probleme für den Nachfolger hinterlassen.


Trotzdem! Denke, daß Puzzle setzt sich langsam zu einem Ganzen zusammen. Wir haben Mineralwolle und Du sprachst von Plattenware!? ...


Schau mal hier:
http://www.fermacell.de/de/content/gipsfaser_estrich_mw.php

Unter "Gibsfaser Estrich Element" auf der linken Seite findest Du auch noch ein paar Angaben zu den Maßen. Die Platten bestehen aus einer Unterlage Dämmstoff (hier also MiWolle) und zwei versetzt zueinander verklebten Gibsfaserplatten (Faser heißt hier Zellolose aus Altpapier also kein Asbest). Das Ganze ist eine Einheit, besteht also nicht aus einzelnen losen Lagen.
Die Oberlage sollte demnach mineralisch anmuten! Wenn Du keine Vorstellung davon hast, wie eine Gibsfaserplatte aussieht schau doch einfach mal im Baumarkt (Findet man überall, meist unter dem Markennamen Fermacell. Wenns ein gut sortierter BM ist findest Du dort sogar die Estrich Platte mit MiWo oder neuerdings auch Holzfaser).


... Wenn's aber eher in Richtung Kunststoff geht, solltest Du wohl den Hinweis von Ulrich folgen!

Übrigens! ... Wenn sich die MiWo wirklich nass anfühlen sollte (sieht auf dem Foto eher so aus) stimmt was mit dem Feuchteschutz nicht. Du solltest dann da auf jeden Fall ran, da Dir sonst evl. die Holzdecke wegfaulen könnte.



Gruß,
Stephan





Stimmt,
jetzt wo ich es mir noch mal anschaue sieht das was ich für Abdrücke der Abziehlehren gehalten habe wie eine weggebrochene Stufenpfalz eines Estrichelements aus.

Grüße aus Schönebeck





Hallo zusammen,

vielen Dank noch mal für Euren Einsatz, weiß ich wirklich zu schätzen.

Vorweg vielleicht doch noch mal wichtig zu sagen, falls ich die Beurteilung erschwert bzw. zu stark in die falsche Richtung gelenkt hat: Ich habe ja letztlich keinerlei fundierte Begründung für einen Asbest-Verdacht. Die Angst entstand einfach aus einer (übertriebenen?) Asbest-Sorge in Kombination mit der Annahme, daß dieser Stoff in irgendwelchen Platten früher quasi die Regel war. Ich kann das Alter des Dachbodenbelages nicht richtig einschätzen, es kann genauso gut sein, daß das in den 90ern oder so gemacht wurde. Wahrscheinlich aber schon etwas älter. URALT jedoch wohl nicht.

Was ich sagen will: Vielleicht bin ich einfach nur ein überängstlicher Irrer... :) Da der Tenor ja grundsätzlich scheint, daß bei diesem Verwendungszweck und dem Foto-Anblick wohl keiner von euch auf Asbest-Sorge gekommen wäre, ist das dann sicher auch gefahrlos. Ich möchte also nicht weiter Eure Zeit stehen, wenn Ihr dabei gar nicht erst auf den Gedanken Asbest gekommen wäret und nur eine eventuelle Rest-Wahrscheinlichkeit einräumt, weil ich eben mit dem "Verdacht" gekommen bin. Sollte dem so sein, kann ich, glaube ich, ziemlich beruhigt sein.

Es tut mir leid, daß ich die Art des Belages nicht richtig benennen kann, selbst ein Hobby-Heimwerker bräuchte dafür wahrscheinlich nur einen kurzen Blick. Ich kann nur ziemlich sicher sagen, daß es sich NICHT um PVC handelt. Es sieht wirklich eher aus wie das auf dem geposteten Foto von Stephan vergleiche, würde die herausguckende Mineralwolle vorne ja auch bestätigen. (Auch, wenn die hier nicht so wirkt, als sei die von vornherein fest unter der Platte angeklebt gewesen ...) Wirkt tatsächlich für mich als absoluten Heimwerk-Legastheniker "gipsig".

Die Mineralwolle ist übrigens nicht naß, sondern nur etwas dunkler. Da scheint alles in Ordnung.

Vielen Dank für Euren Einsatz.



Skepsis ist nie verkehrt



... gerade bei den Hinterlassenschaften modernen oder unwissenden Bauens. Somit nicht's für Ungut! ...

Mit "gipsig" liegst Du bei Fermacell genau richtig! Hätte aber auch was zementäres sein können. Wenn die MiWo trocken ist, brauchst Du Dir wohl auch um alles Andere keine Sorgen mehr machen!

Also schönes WE!
Stepan





Alles klar, Stephan, vielen Dank Dir und allen anderen!