wie kann man alte Dielung aufnehmen?

10.01.2006



Die Dielen in unserem neuen alten Haus sehen zwar größtenteils gut aus, es gibt aber ein paar angefressene darunter und zur Fußbodenisolierung muss im Erdgeschoss eine Dämmung daruntergebracht werden. Die Dielen sind genagelt. Wie können sie ohne weiteren Schaden aufgenommen werden, so dass sie wieder verwendet werden können?
Wir sind für jeden Tip dankbar.
Judith und Markus (noch ganz am Anfang)



Nageleisen



Eine oft bewährte Methode ist, die Dielen mit einem Nageleisen (Kuhfuss) einzeln leicht anzuheben, sodass die Nägel ein Stückchen (etwa 1cm) mit herausgezogen werden. Dann schägt man die Diele zurück auf die Balken und die Nägelköpfe ragen um eben diesen 1cm aus der Diele heraus.
Dann kann man sie leicht mit dem Nageleisen greifen und ziehen. Vorsicht: Zulage zwischen Nageleisen und Diele legen, um Druckstellen zu vermeiden.
So können die Dielen einzeln Stück für Stück gehoben werden.
Wenn sich einzelne Nägel nicht ziehen lassen, sondern sich durch die Diele ziehen, ist das auch nicht so schlimm, das kann man am Ende reparieren.
Die erste Diele geht meistens verloren, da man hier noch nicht mit dem Nageleisen ansetzen kann.

Gutes Gelingen wünscht
jh



Auch noch hilfreich



vorher auf die Nagelköpfe 2-3 mal mit dem Hammer draufschlagen. Dann lösen sich die Nägel etwas und man kann sie leichter ziehen.

Wenn die Lagerbalken allerdings aus alter Eiche und die Nägel ebenfalls alt sind, hilft das auch nix. Verrostete Nägel halten im Holz als wären sie einbetoniert - vor allem in Eiche. Ich bin augenblicklich am verzweifeln, bin gerade dabei einen teilweise erhaltenen Eichedielenboden aufzunehmen :-(



Materialschonender Ausbau



Mit der bewährten Methode wär ich sehr vorsichtig! Zwar ist das Nageleisen bei Forderungen jetweder Art sehr hilfreich, aber für ein zerstörungsfreien Ausbau von Altdielung eher nicht! Wir verwenden den Dexel oder das Hammerbeil! Die Druckfläche beim hochdrücken ist nicht unmittelbar an der Kante der Diele, sprich keine Gefahr der Zerstörung von Nut und Feder. Hilfreich und von Vorteil bei der Aufnahme der Dielung sind auch lange Hartholzkeile, die zwischen Auflager und Dielung getrieben werden!

Bitte vor Beginn der Arbeiten, wenn vorhanden,die Fugen freikratzen;-)

Viel Erfolg

Micha



Fugen freikratzen



Micha, genau das kam mir auch in den Sinn ;-)
Es ist einfacher, die Dielen nach dem Aufnehmen zu säubern. Ich habe das mit dem Stechbeitel gemacht.

Zurück zum Ernst :-)
Ich habe es mit dem Nageleisen geschafft - allerdings musste ich schon sehr!!! viel Fingerspitzengefühl anwenden. Aber Frauen sind hartnäckig, wie jeder Mann weiß :-)

Den Tipp mit den Keilen werde ich anwenden. Ich habe mir auch die genannten Werkzeuge angeschaut.

Wichtig ist, dass man, egal welches Werkzeug man nimmt, immer dafür sorgen muss, es nicht an Nut oder Feder anzusetzen. Dazu habe ich ein Nageleisen angesetzt und erst mit dem Hammer flach unter die Dielen getrieben. Danach vorsichtig nach oben gedrückt, ein zweites Nageleisen an der nächsten Verbindung untergetrieben und etwas hochgedrückt, das erste entfernt und weiter vorne angesetzt, usw.

Es ist mir gelungen, die Dielen (bis auf die erste Reihe) zerstörungsfrei aufzunehmen. Am besten geht es, wenn man entgegen der Verlegerichtung vorgehen kann. Und wenn der Hebel richtig lang ist, ist es nochmal einfacher. Frau muss nicht so irrsinnig viel Kraft einsetzen ;-)

Herzlich grüßt
Ulrike



Fugen freikratzen



@Ulrike

Fast immer haben alte Dielenböden die "Besonderheit", dass Sie im Nut/Federbereich mit der Zeit etwas zusammenkleben!
Um einer Abscherung beim Heben der Dielen entgegenzuwirken, war mein Einwand mit freikratzen angedacht;-)

Die eigentliche Säuberung ist natürlich nach der Bergung viel praktischer!

Gruß

Micha





Hört sich ja alles sehr interressant an. Aber ist Euch allen schon mal der Gedanke gekommen, die vorhandenen Nägel mit einen Körner vollständig durchzuschlagen. Ich mache es regelmäßig und es ist die beste Methode Dielen auszubauen ohne sie zu beschädigen.



@Wolfram



ist mir.

Leider sind die Lagerhölzer in fast allen Zimmern aus fast 200 jähr. Eiche - da schlägt frau keinen Nagel mehr ein. Jedenfalls ist mir das bis jetzt noch nicht gelungen.

Herzlichst
Ulrike Nolte



Genau Ulrike;-)



Und jeder wie er es für richtig hält!

Übrigens, wer zieht Sie dann aus der Balkenlage?
Vorallem wenn es sich um gute alte handgemiedete handelt!



Viel schlimmer



Michael
- wie bekomme ich die alten Nägel überhaupt aus der alten Eiche?
Kuhfuß = niente
Kuhfuß spezial = niente

Nur manchmal hats draufgehauen geholfen. Vom Rest reißt es nur die Köpfe ab. Unser Zimmermann ist ratlos :-(



Ganz lange und -



sehr schlanke Hartholzkeile zwischen Diele und Lagerholz
treiben, daß sich die Diele um ca. 2 mm anhebt.
Dann ein Eisensägeblatt hernehmen, welches an einem Ende dick mit Klebeband umwickelt ist. ( Griff )
Und dann ritzeratze voller Tücke die Nägel durchschneiden.
- Ich weiß, es ist etwas mühsam.
Irgendetwas muß dran glauben - entweder will man die Nägel
retten - oder die Dielen.
Mir wären die Dielen lieber.
-
A. Milling



Unprofessionelle Bastlerlösung, funktioniert aber ,



soweit zwischen Dielen und Lagerholz mind. 0,5 mm (gegebenenfalls ein my hochhebeln) Platz ist.

Hilfsmittel Tigersäge (= elektrischer Fuchsschwanz z.B. Black und Decker o.ä.) mit Metallsägeblatt. --> in den Spalt zwischen Diele und Lagerholz flach einführen und je Brett Nagel für Nagel trennen. Sägeblatt ist in gewissen Grenzen federnd biegbar.

Eventuell Diele leicht immer wieder anhebeln.

Diele abheben :-)).

Haben wir nicht bei Dielen probiert sondern bei 40iger-Bohlen 25cm breit die wir so trotz unlösbarer Nägel im Bereich einer Dachverglasung von den Dachsparren (waren dort Höhenausgleich für die Dachlatten) gelöst haben. Unsere Nägel waren ca. 5 mm stark und verzinkt. Das Sägeblatt ging problemlos durch. Dürfte bei alten Stahlnägeln nicht anders sein.

Reststumpf, soweit vorhanden versenken/Nagelkopf aus der Diele ausschlagen.

Gruß Eckard

Edit: Da hat einer weniger Text als ich zur gleichen Zeit gebraucht ;-)



Nachtrag zu dem vorletzten Beitrag



Ein elektrischer Pendelfuchsschwanz mit Eisensägeblatt
könnte die Arbeit sicherlich erleichtern.
- Zumindest bei den vorderen Nägeln.
Es kommt auf die Sägeblattlänge und die Dielenbreite an.
--- Sonst Handbetrieb !
- Habe gerade festgestellt, daß Eckard schneller als ich
geantwortet hat. - Gruß an Eckard Zöllner !
A. Milling



Dielen abhobeln oder abschleifen???



Vielen Dank für die vielen Hinweise und Tips. Werden alle nacheinander ausprobieren. Mal sehen, was am besten funtioniert.
Eigentlich wollten wir die Dielen nach dem Aufnehmen mit einer Abrichte abhobeln. Ist das eine gute Idee, oder sollte man sie lieber nach dem Neuverlegen abschleifen?
Danke im Voraus für alle Hinweise
Judith und Markus



Dielen auf neu trimmen



Punkt 1: Dielen abhobeln und dann einbauen geht, aber es wird Höhenunterschiede zwischen den Dielen geben,weil der Abstand von der Brettoberfläche zur Feder und Nut nicht einheitlich gehobelt werden kann, außer ihr stellt die Maschine für jedes Brett neu ein.Das dürfte zuviel Arbeit sein.
Punkt 2:Manchmal ändert sich die Richtung der Holzmaserung in einer Diele, z.B. an den Stellen, wo Äste durchs Holz gewachsen sind. Hier hobelt die Abrichte manchmal gegen oder mit der Maserung und reißt etwas aus. Das " kann gut aussehen" im fertig verlegten Boden, muß aber nicht. Oder ihr macht auf rustikal und die paar Dellen stören dann auch nicht weiter.
Punkt 3: Ich würde erst verlegen, dann schleifen. Dann sieht auch die Oberfläche einheitlich gut aus.Nach ein paar Jahren hat sie eh genug Kratzer und Scharten für eine ehrliche Patina. Ab und zu mal nachölen oder -wachsen und zur Unterhaltspflege am besten eine gute Holzbodenseife (z.B. von TripTrap)benutzen. Wer das nicht tut, hat in kurzer Zeit einen astrein aussehenden grauen Kneipenboden. Aber das geht ja auch.
Vielleicht berichtet ihr mal über das Ergebnis, damit die "Ratgeber" wissen, ob ihre Tipps erfolgreich und fundiert sind.
Viel Glück,
Gerald



@Ulrike: Es gibt Möglichkeiten



* Nr.1 Den Zimmermann austauschen;-)
* Nr.2 Den Klauenhammer(mit Ledergriff) von Estwing oder die gute alte echte Knipex in Anspruch nehmen!
* Nr.3 Meine Logistikprobleme , zweckz Altholz von A nach B zu bewegen, auf die Reihe zu bekommen!
Im Gegenzug gebe ich eines meiner kleinen Geheimnisse, inkl. Anfertigungsanweisung, preis:-)

Erstellungskosten inkl. Umarbeitung >10,50€
Kommt natürlich auf den Stundenlohn den Zimmerer's an bzw. wie lange er für den Einkauf brauch ;-)

Handelnde Grüße

Micha



@Micha



1) Zimmermann austauschen - niente
sogar die angehenden Zimmerinnen sind nicht ohne - ich möchte sie alle nicht mehr missen ;-)

2a) Der Klauenhammer ist ja (preislich) eine ziemliche Wucht - obs damit tatsächlich funktioniert?

2b) Ich denke, Du meinst hier die Kneifzange
Mit meiner Uralt-Kneifzange aus Uropas Beständen gings auch nicht

3) Ich nehm das Altholz untern Arm und schaff es aus dem Haus, bzw. bringe es zwecks Entsorgung im Container unter ;-)
Definitiv unbehandeltes Holz landet nach einer "scharfen" Behandlung im Ofen, zwecks äußerlicher Erwärmung von Leib und Seele ;-)

Unsere Zimmerleute würde ich mit der Entnagelung nur ungern beschäftigen. Aber was soll er beschaffen?

grübelnde Grüße
Ulrike



alte dielen sind hinüber



nochmals vielen Dank für die vielen Tips. Leider können wir die Dielen nur rausreißen (da bis auf die Lackschicht morsch) oder drinlassen und z.B. Laminat darüberverlegen. Schade, die Dielen hätten uns besser gefallen.
Etwas traurig
Judith und Markus



Wirklich ALLES morsch?



Hallo Judith und Markus,

... das kann ich nicht glauben. Wir haben auch einige morsche Dielen, aber nur punktuell. Diese Stücke haben wir rausgeschnitten und durch neue Bretter ersetzt. Nach dem Überschleifen und der Behandlung mit Wachs wird man vermutlich schon ganz genau hinschauen müssen, um den Unterschied zu sehen.

Ich würde die Dielen keinesfalls durch Laminat ersetzen. Wenn sie überhaupt komplett ersetzt werden müssen, dann nur durch Holz. Dielen aus Nadelholz gibt es schon sehr günstig.

Grüße aus dem verschneiten Lipper Land
Ulrike



holzwurm am werk



leider sieht es ganz so aus, als ob der Holzwurm das haus im griff hat. es sind noch nicht alle dielen draußen, aber die raus sind, sind beim aufnehmen geradezu zerbröselt. betroffen sind auch Treppe und wohnungstüren. wenn man da neues holz (womöglich mit Restfeuchte - die üblichen 9 %) einbringt, freut sich nur der holzwurm.
das laminat (oder korkparkett) käme auch über die dielen in einigen zimmer.
trotzdem danke
und grüße aus dem matschig regnerischen potsdam



Nur nicht aufgeben



heißt die Devise.

Den Holzwurm haben wir auch im Haus. Ob er noch aktiv ist? Keine Ahnung, im Moment hält er sowieso Winterschlaf.

Wir haben nun schon sehr viel "frisches" Holz im Haus und niemand (auch die Zimmerer nicht) macht sich darum Sorgen, dass der Untermieter sich dadurch ausbreiten könnte. Warum? Weil das Haus nun wieder bewohnt wird, geheizt und gelüftet. Bei so viel Aktivität fühlt sich das Viechzeugs nicht mehr wohl.

Und ob das bröselige Holz überhaupt von einem Befall stammt, muss man auch erst noch klären. Womöglich ist auch Feuchtigkeit im Spiel. War denn das Haus über längere Zeit unbewohnt?

Fragt doch erst mal einen Experten, bevor Ihr Euch mit Laminat eindeckt. Ein erfahrener Zimmerer, Tischler, Schreiner wird sicher weiter helfen können.

Unser Zimmerer sagte kürzlich einmal, dass man sich nicht verrückt machen lassen soll. Schon gar nicht von ein paar Käfern. Wenn es danach ginge, müssten wir fast alles altes Holz entfernen, es gibt viele Spuren. Aber bisher wurde kein lebender Befall gesichtet ...

Mir könnte man jedenfalls viel Geld geben, ich würde mir kein künstliches Zeug auf den Boden legen.

Liebe Grüße
Ulrike
aus dem im Regen und Tauwasser versinkenden Hummersen