Vernagelter Dielenboden

06.01.2011



Liebe Community,
in meinem Haus wurde vermutlich in 70ern der gesamte Dielenboden mit Spanplatten abgedeckt und mit verdrillten 45er Nägeln im 15cm Abstand vernagelt. Nun möchte ich die alten Dielen wieder freilegen. Hat jemand eine Idee für das effiziente und vorsichtige entfernen der Nägel aus den Spanplatten? Derzeit lege ich jeden einzelnen Nagelkopf mühsam frei und ziehe diesen dann mit der Zange...



Moin Nils,



und herzliches Beileid, hoffentlich lohnt sichs.

Das einzige was mir da einfällt ist, zu versuchen die Platte nach und mit nem Kuhfuss am Stück samt Nägeln rauszuhebeln. Das wird unterschiedlich gut gelingen, aber ein paar Ausrisse mehr lassen sich auch noch verkitten.

Wenn dir deine Arbeit was Wert ist, und es jetzt nicht der Patina-Look sein muss, würde ich aber auch über einen neuen Boden nachdenken, der dann besser gedämmt ist, nicht knarrt und eben liegt......

Arbeitsaufwand dürfte ungefähr derselbe sein....

Viel Erfolg, Boris



Hallo Boris,



habe ich auch schon versucht, dies führt leider zu deutlichen Spuren auf den Dielen, da es sich um weiches Pitch-Pine handelt (die sind bisher klasse erhalten, ich glaube es lohnt). Eigentlich brauche ich eine Möglichkeit zum Freilegen der Nagelköpfe, das Ziehen geht dann schnell...

Danke im Voraus!





Wenn Du ein Stück Holz unter das Hebeisen legst, sollte dem Boden nichts passieren. Ansonsten: Mit einem Stechbeitel links und rechts vom Nagelkopf ein Stück ausbrechen, dann sollte der Nagel freiliegen. Geht relativ schnell, das Ganze dauert bei der schieren Anzahl Nägel aber doch ne Weile.





... und allenfalls die Nägel mit einem Durchschlag durch's Brett treiben. Die Nägel dann auch im alten Dielenboden versenken.



Nägel



Hallo Nils,

Besorgen Sie sich einen Hohl-oder Kernbohrer und bohren Sie die Nagelstellen damit frei.
Dann die Pfropfen ziehen ;-))

Viel Glück



Japanische



Nageleisen sind für solche Aufgaben gut geeignet. Die lassen sich mit dem Hammer in die Spanplatte treiben und greifen den Nagel sicher. Dann läßt er sich leicht ziehen. Ist ne` Schweinearbeit, aber besser als "freilegen und mit Zange".
ZB: Bakuma 360 oder Dogyu 300, gibts bei Fa. Dick, auch im Netz, oder im gut sortierten Werkzeughandel oder Baumärkten(da eher selten).
Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Schöne Arbeit



ich bin gerade an einer ähnlichen Arbeit. Allerdings sind die Verlegeplatten bei mir geschraubt. Dein Vorgehen, die alten, Formaldehyd belasteten Platten raus zu schmeißen finde ich vollkommen richtig. Auch wenn nach dieser Zeit nicht mehr viel ausgasen wird. Mein Gedanke war zwischendurch die Hand-Kreissäge zu benutzen. Wenn Die Nägel gut sichtbar sind, Säge mit 2mm weniger als Plattenstärke einstellen und los gehts. Wie gesagt, wurde von mir bisher so nicht praktiziert, da die Schrauben meist zu lösen sind. Aber viele Löcher sind nachher dennoch zu verspachteln.



Ich würde...



eine Tauchsäge mit einstellbarer Tiefe nehmen. 2mm weniger als die Plattenstärke einstellen und dann links und rechts der Nagelreihen schneiden. In den Zwischenraum zwischen Platte und Diele kommt man dann schön mit dem Kuhfuß.

Muh

Thomas



Vielen lieben Dank



für die guten Anregungen!
Ich denke ich werde es mit den japanischen Nageleisen versuchen und hoffen, dass ich ganze Platten mit den Nägeln anheben kann.



@ NILS



Jetzt hast Du glaube ich was mißverstanden.
Die Japanischen Nageleisen sind zu klein, um die Platten mitsamt den Nägeln zu antuheben und Du kriegst genauso wieder Druckspuren.
Dafür brauchst Du ein Gorilla oder Gränsförs oder ähnlich breitflanschiges und trotzdem mußt Du unter den Druckpunkt noch ein Hartholzbrettchen legen oder von einem Holzkeil aus das flache Ende unter die Spanplatte treiben,um die Spanplatte zu lösen, Keil nachschieben usw.
Die Japanischen Nageleisen haben hingegen einen spitzen und scharfen Kuhfuß, den Du über den Schlagknopf direkt in die Oberseite der Spanplatte eintreiben kannst und die Nägel ziehen kannst ohne sie vorher mühsam freizulegen.
Spart Stemmeisen.
Alles klar jetzt?
Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Hallo Ollerich,



danke für den Hinweis, ich werde mal sehen, was der gutsortierte Sushi-Mann von nebenan im Angebot hat. ;-)
Ich denke ein breitflanschiges, scharfes Eisen mit einem Stück OSB-Platte als Unterlage ist die Lösung.

Danke euch!