Holznägel

05.10.2011



Hallo Zusammen!

Ich möchte zwanziger Holznägel(Eiche) verbauen,bin mir aber über die Bohrlochgröße sehr unsicher,meist werden sechzehn millimeter empfohlen,scheint mir aber sehr spak zu sein,Albtraum wäre das ,das Holz reißt.
Wie sind Eure Erfahrungen?

Grüße Martin



Präziser



Fachwerk ist 14x14cm Eiche ,Zapfen länge 6,5 ,Nägel rund,waren auch vorher verbaut,18cm lang 22-20 ,gespalten und zu geschniztzt.Bohrlochgröße???

Grüße Martin



Nagelprobe



Hallo Martin,

bin kein Fachwerker, aber habe mal in einem Zimmermannbuch gelesen, daß man die Nagellöcher besser nur mit wenig Untermaß bohrt (die Frage bleibt wie viel), die Bohrung in Balken und Zapfen dafür um ca. 2mm Versatzt zueinander anordnet. Hierdurch läßt sich dann etwas Zug auf den Zapfen geben, und evl. vorhandene Spalte ließen sich damit besser schließen.

Soweit die Theorie. ... Mir wären 16mm auch zu wenig, aber vermutlich kommts auf die Holzfeuchte an. Würde sagen maximal 2mm Untermaß ohne Angst dabei zu haben, das der Holznagel rausfällt. ... Doch wie gesagt! Bin kein Fachwerker!

Gruß aus Berlin



Nagellaien



Hallo Stephan

Hab jetzt gelesen,bei runden 20er Nägeln,19,5er Loch,was mir wieder zu wenig erscheint....Nägel und Holz sind trocken(Altholz)...ich ärgere mich so oft das ich nicht auf Erfahrung zurück greifen kann,wenn ie Hütte mal fertig ist ,wirds hoffentlich anders aussehen.
Bohrlöcher versetzt zu bohren ,ist geplant!

Grüße Martin



Alt/Neu



Die Nägel wurden ursprünglich aus frischem Holz gespalten und angespitzt. Ebenso war das verwendete Bauholz frisch. Ungetrocknetes Holz wird niemand mehr verbauen, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, für die Holznägel nach kurzer Rücksprache mit dem örtlich zuständigen Förster frische Eicheäste aus dem Wald zu holen und neue Nägel herzustellen. Dann kann je nach Balkenquerschnitt eine Differenz von 1-2mm angebracht sein. Die Nägel sind ja nie kreisrund, sondern haben eine unregelmäßige Oberfläche und verlaufen leicht konisch. Die Beschaffenheit der Oberfläche ist letztendlich für die Stabilität/das Spiel verantwortlich. Wenn man trockene Nägel in altes Holz treibt, dann spleisst sich der Nagel auf oder der Zapfen reißt - je größer der Versatz der Löcher oder die Durchmesserdifferenz ist, umso größer die Gefahr. Den Nagel aus frischem Holz treibe ich nie komplett hinein, sondern erst max. zu 3/4. Nach ein paar Wochen ist er schon wesentlich trockener und geschrumpft, dann "schlage ich erst richtig zu"! ;0)

Das sind meine Erfahrungen nach 3 1/2 Jahren Fachwerksanierung am eigenen Objekt, bin also absolut kein Fachmann.

Grüße, Olli



Prototyp



Der unterste Nagel ist von mir gemacht,durchmesser ca 20mm,200mmlangund halbewgs achteckig,läuft konisch aus,die oberen beiden Nägel waren im organisierten Altholz(Deckenbalken) und sind völlig quadratisch,der nächste war im Bestandfachwerk und ist mehr oder weniger rund.Loch mach ich zwei millimeter kleiner,ich hoffe es klappt.Im alten Fachwerk,war jeder zweite Zapfen gerissen....
Werde das Fachwerk verspannen und dann in einem durchbohren.

Danke für eure Antworten und Anregungen!

@Olli ,nicht kleiner machen als Du bist,nach dreieinhalb Jahren Sanierung,bist bestimmt Fachmann,wenn auch ohne Titel.
Grüße Martin



Fachwerk



wurde früher auf dem Richtboden aufgelegt, angerissen und danach abgebunden. Dadurch gab es genaue Verbindungen, auch bei stark gekrümmten Hölzern.
Nach dem Abbund wurde das Fachwerk liegend auf dem Boden zusammengebaut, verspannt und abgebohrt.
Die früheren Holznägel sind nicht nur konisch, sondern auch leicht gekrümmt. Diese wurden mit der Krümmung Richtung Zapfenloch eingeschlagen, um den Zapfen (mind. 6 cm lang) kraftschlüssig mit dem Zapfenloch zu verbinden.
Die Form des Holznagels war quadratisch, die Kanten leicht angefast.
Der Bohrdurchmesser bei einem 20er Holznagel betrug 20 mm.
In der heutigen Zeit werden meist maschinell hergestellte Holznägel (z.B www.dieckmann-bauenmitholz.de) verwendet.
Hier wird die Bohrung gleich dem Innenkreisdurchmesser des Holznagels ausgeführt.

Viele Grüße



Rissboden



So sah das aus (gesehen in einem Freilichtmuseum im Elsass).

Viele Grüße



Serienproduktion



Kernholzklotz 15x15 in 2,5 x2,5 aufgeteilt und dann mit dem breiten Stemmeisen gespalten,anschließend mit der Stoßaxt auf Maß gestochen.



Das achteckige muss ins Runde



Und hier kommen die dann rein.



Mein erstes mal...



ich hab s geschafft ,die Hütte steht fast wieder auf eigenen Füßen.Für mich eine tolle Erfahrung das alles allein hinbekommen zu haben,für viele hier ,täglich Brot ,für mich Herausforderung....

Grüße Martin



Detail..



Eingebautes grades Blatt mit schrägem Versatz,,,steht leider auf m Kopp ;-)





Und noch eins