Nächträglicher Bodenaufbau - Dämmung unter oder über Bopla?

25.04.2014



Hallo Zusammen,

ich habe vor einigen Tagen eine Frage gestellt (Fußbodensanierung, keine Bodenplatte), die sehr zügig beantwortet wurde, vielen Dank noch mal an Thomas Böhme und Herrn Böttcher.

Wo ich noch ein Verständnisproblem habe, ist die Dämmung. Bei Neubauten wird ja gerne unter der Bodenplatte gedämmt. Bei den hier empfohlenen Bodenaufbauten fehlt diese Dämmung und es wird gerne über der Bopla mit z.B. 40-80mm Holzfaser gedämmt. Wenn ich den Boden schon mal aufmache, könnte ich ja problemlos noch einige Zentimeter Dämmung unter die neue Bodenplatte bzw. Ausgleichsschicht packen, ohne größeren Aufwand. Warum wird dies nicht gerne empfohlen? Was sind Vor- bzw. Nachteile dieser Art Bodenaufbaus?

Bringt die Dämmung unter der Bodenplatte überhaupt etwas? Oder ist das eher "perlen vor die Säue" bei einem eh schlecht gedämmten Altbau?
Reichen 40-80mm Holzfaser unter Dielen für halbwegs warme Füße?

Ciao, Bastian



Dämmung unter der Bodenplatte



Ich habe keine Ahnung warum das ev. gerne bei Neubauten gemacht werden könnte. Grundsätzlich muß ein Dämmung aber unter der Bodenplatte sicherlich genauso vor Feuchtigkeit geschützt werden, wie über der Bodenplatte. Auf die Bodenplatte kann ich relativ einfach eine Sperrschicht aufbringen, auf Kies oder Schotter ist das ggf. schon schwieriger.



Bodenplatte



Im Neubau ist die Bodenplatte eine Gründungsart, das Fundament auf dem das gesamte Haus steht.
Wenn ich erst die Bodenplatte stelle, dann die Wände mauere und danach anfange zu dämmen stehen die Wände, speziell die Innenwände, auf der UNGEDÄMMTEN Bodenplatte. Das ergibt eine Wärmebrücke. Umgehen kann man das nur wenn die Dämmung unter die Bodenplatte gelegt wird.
Beim Altbau ist das alles nicht relevant. Da gibt es schon eine Gründung- Streifenfundamente; eine Bodenplatte mit Dämmung darunte brauche ich also nicht mehr.
Ein Fußbodenaufbau der Punktlasten aufnehmen kann, darunter eine hohlraumfreie Dämmung, darunter eine Abdichtung- das genügt für Erdgeschossräume.
Die Verkehrslasten aus der Raumnutzung werden vom Estrich oder der Dielung aufgenommen und auf den Baugrund übertragen.
Nur wenn durch bauliche Veränderungen neue statische Lasten abgetragen werden müssen (Stützen, Schornsteine)dann müssen die gesondert fundamentiert werden.



kalte Bodenplatte



Der Punkt ist eben, wenn die Bodenplatte neu gemacht wird, dann ist der Mehraufwand minimal. Eine ungedämmte Bodenplatte ist oft der kälteste Punkt im Raum, und zieht dementsprechend Kondensation an. Auch oder gerade wenn darüber noch eine diffusionsoffene Dämmung liegt.

Wegen den Wärmebrücken am Anschluss zum Fundament kann sich für einen Dielenboden eine beidseitige Dämmung lohnen.

Die Dämmung unter der Bodenplatte kommt AUF die Ausgleichsschicht aus Splitt, XPS muss eben verlegt werden.