Nachträglicher Schallschutz von innen für Dach mit PUR-Aufsparrendämmung

10.12.2014



Hallo liebe Community-Mitglieder- und Leser,

hier kurz meine Informationen zu unserer Ausgangssitutation:

Wir haben einen optisch sehr schönen Wohnbereich im DG mit sichtbaren Sparren (ca. 14cm), darüber eine PUR-Aufdachämmung, Baujahr 2006. Auch ein Kaminofen und ein (alter) Schornstein sind im Wohnbereich integriert.(Weitere Details gerne auf Anfrage; Fotos könnte ich bei Bedarf hochladen) Das Problem: Der Verkehrs- und sonstiger Umgebungslärm haben in den letzten Jahren stark zugenommen, so dass es bei uns im Wohnbereich jetzt relativ laut ist. In den letzten Monaten kam auch noch vermehrter Fluglärm durch Wegfall einer Flugverbotszone dazu. Kurzum: Was anfangs und bisher noch relativ gut erträglich war, ist jetzt definitiv zu laut. Leider hat der Architekt uns beim Bau nicht über die Nachteile der Aufdachdämmung aufgeklärt. Wegen Ablauf der Verjährungsfristen können wir ihn aber lt. Erstauskunft eines RA nicht mehr haftbar machen.

Nun zu meiner Frage:

Ich möchte den Schallschutz nachträglich von innen wirksam verbessern und suche nach geeigneten Lösungen bzw. Lösungssystemen. Am liebsten würde ich dabei natürlich die Optik erhalten bzw. später zumindest mit Attrappen wiederherstellen. Alternativ wäre aber auch eine reine Gipskarton-Oberfläche oder Gipskarton zwischen den Sparrenattrappen denkbar. Wichtig ist aber natürlich in erster Linie ein bauphysikalisch fehlerfreier und einwandfreier Aufbau (Stichwort: Dampfbremse etc.), damit es später nicht zu massiven Problemen kommt.

Da ich die Maßnahme aus Kostengründen am liebsten in Eigenleistung erbringen würde, wäre ich für möglichst detaillierte Lösungsbeschreibungen sehr dankbar.

Für alle Antworten und sonstige konstruktiven Beiträge schon jetzt vielen Dank im Voraus!



Dach- Schalldämmung



Hallo
Ich würde mich noch einmal bei einem im Baurecht versierten RA erkundigen, ob hier nicht ein verdeckter Mangel mit 30 jährigem Verjährung zum Tragen kommt.
PU Dämmung ist zur Schalldämmung völlig ungeeignet, auch vom Hitzeschutz her suboptimal.
Nicht die Aufdachdämmung sondern das Material ist das Problem.

Wie groß sind die Sparrenabstände und wie groß ist die Fläche?
Schreib doch am Besten eine Mail, dann kann ich den genauen Materialbedarf ermitteln und ggf eine Zeichnung dazu machen.
Schreibe auch genau den Dachaufbau mit Materialangabe.
Fotos wären günstig
Andreas Teich



Ich glaube nicht



dass ich da eine Chance habe hinsichtlich der Argumentation mit den versteckten Mängeln. Siehe auch hier: http://www.haustechnikdialog.de/SHKwissen/2030/Verdeckter-Mangel-30-Jahre-Gewaehrleistung-. Wen sollte ich dafür haftbar machen? Den Architekten wohl eher nicht. Wenn überhaupt den Handwerker. Und dann müsste man wahrscheinlich nachweisen, dass er von den Nachteilen der PUR-Dämmung damals Kenntnis hatte. Ich glaube leider, das wird nix.

Du sagst, das Material wäre das Problem. Kann man das Material eventuell von außen einfach so gegen schalltechnisch besseres Material austauschen (Stichwort Dachanschlüsse am Haupthaus, Dachrinnen, Schieferblenden rundum)? Das wäre natürlich die sauberste, vielleicht aber auch teuerere Lösung. Hast Du da eventuell grobe Preisangaben/qm?

Zu Deinem Angebot (ich nehme an Du meintest damit aber die Verbesserung von innen): Eine einfache Beschreibung, wie man den Aufbau nach innen machen müsste + Materialangabe würde mir genügen. Die Fläche ist ca. 70qm. Den Aufbau kenne ich leider nicht genau. Ich nehme an, dass es in etwa so ist (von innen nach außen): Sparren | Sichtbretter | Dampfsperre | PUR-Dämmplatten (die Übeltäter?) | Latten | Unterspannbahn | Latten | Dachziegel.



Schalldämmung



Hallo
Meines Wissens nach kommt es nicht auf die Kenntnis des Planers oder Verarbeiters von möglichen Mängeln an, sondern auf die Einhaltung der zum damaligen Zeitpunkt geltenden Bestimmungen, in diesem Fall zum Schallschutz.
Ich könnte mir dabei eine überwiegende Haftung des Architekten/Planers
vorstellen, der für die Materialvorgaben zuständig wäre- ein normaler Handwerker ist für schalltechnische Beurteilungen nicht unbedingt qualifiziert und kann ja auch nicht wissen, wie der Innenausbau geplant ist.

Das wäre zu überprüfen.
Es wäre natürlich wichtig, die verarbeiteten Materialien zu kennen, insbesondere Sd- Werte zu ermitteln, damit nicht zusätzlich noch Feuchteschäden entstehen, die die Substanz gefährden, Schimmeleintrag fördern etc.
Hast du keine Rechnungen mehr von damals und auch Pläne und Verträge des Architekten?
Man müßte diese sichten, um Genaueres herauszufinden.

Das Dämm-Material auszutauschen wäre die letzte und teuerste Lösung, techn wohl die zuverlässigste.
Fast sämtliche Kunststoffe sind schalltechnisch sehr ungünstig.

Durch Materialkombinationen von schweren und elastischen Baustoffen läßt sich aber sicher auch von innen eine erhebliche Verbesserung erzielen.
Nur müßte dabei sichergestellt werden, daß die Dachkonstruktion keine Schäden durch Feuchtigkeit erleidet- dies verhindert leider das einfach -von -innen -etwas -auftragen ohne genaue Überlegungen und Berechnungen.
Dazu benötigt es Informationen.

Du kannst mir was du dazu hast inkl Bildern von innen und außen mailen und ich kann dann Lösungsmöglichkeiten herausfinden.
Ich würde meinen früheren Bauphysik- Professor, der speziell Akustik als Fachgebiet und entsprechende Gutachten erstellt hat, dazu befragen.

Leider ist deine Situation aufgrund der zusätzlich zu beachtenden Feuchteproblematik komplex -nur die Schalldämmung zu verbessern wäre relativ einfach zu lösen.
Wenn ich entsprechende Infos bekomme melde ich mich zur weiteren Vorgehensweise.
Andreas Teich



Genau darum geht es mir:



Erst einmal danke für Deine erneute Antwort.

Leider kann ich Dir Daten wie SD-Werte (der Dampfsperre) nicht liefern, da diesbezüglich nichts aus unseren Unterlagen hervorgeht. Ich habe lediglich zur Unterdeckbahn (Permo light von Klöber) genaue Angaben, da ich damals ein Muster dazu bekommen habe. An Bildern in meinem Besitz kann ich höchstens den aktuellen Zustand anbieten, nicht aber vom Aufbau in der Bauphase. Das bringt Dich/uns also nicht wirklich weiter, was das grundsätzliche Problem und meine Frage angeht.


Du schreibst:

"Nur müßte dabei sichergestellt werden, daß die Dachkonstruktion keine Schäden durch Feuchtigkeit erleidet- dies verhindert leider das einfach -von -innen -etwas -auftragen ohne genaue Überlegungen und Berechnungen.
Dazu benötigt es Informationen."

Genau darum geht es mir ja, wie ich ganz oben geschrieben habe. Ich brauche Informationen, wie ich das bauphysikalisch von innen richtig durchführen kann, OHNE später ein Feuchte- bzw. Schimmelproblem zu bekommen. Den Dachaufbau habe ich Dir/Euch oben bereits so gut ich konnte beschrieben. Geh bitte davon aus, dass der Aufbau so ist. Im übrigen "funktioniert" das Dach seinen Zweck voll und ganz, bis auf den Schallschutz eben.

Genügen diese Angaben wirklich noch nicht für eine erste Beurteilung und mögliche Lösungsvorschläge auf Basis der gemachten Angaben? Die Statik kann auch erst einmal außen vor bleiben.



Schalldämmung



Hallo

Weißt du auch nicht welche Dampfsperre innen verbaut wurde ?
Das müßte eigentlich aus den Rechnungen hervorgehen.

Diese Angabe braucht man natürlich, da der gesamte Aufbau eingegeben und dann berechnet werden muß.

Oder kannst du die Dachdeckerfirma fragen- mußt denen ja nicht sagen, daß du ein Problem hast.

Sonst maile mir doch die Rechnungen der Firma-
ich kann mich dann nach fehlenden Angaben erkundigen.

Ohne das genau ermittelt und danach berechnet zu haben kann niemand halbwegs sichere Auskünfte dazu machen.

Bei Fehlauskünften oder -berechnungen besteht ein erhebliches Schadensrisiko für deine Dachkonstruktion, daher muß das ausgeschlossen werden können.

Sich im Rahmen eines solchen Forums auf völlig unverbindliche Vorschläge zu verlassen wäre völlig unmöglich und viel zu riskant- da wäre dann deine schlechte Schalldämmung das kleiner Problem.

Statische Probleme würde ich ohnehin erst einmal nicht annehmen, wenn nicht die Dachkonstruktion zusätzlich belastet werden würde.

Du kannst aber vorsichtshalber die Sparrendimensionen und Abstände und Länge von Auflager zu Auflager angeben.

Andreas Teich



Okay dann: Welche Angaben genau



benötigst Du?

Schreib mir bitte am besten eine kurze detaillierte Liste, die ich abarbeiten kann. So können wir auch Missverständnisse und unnötige Rückfragen weitestgehend vermeiden.

Die Dachdeckerfirma kennt das Problem bereits, scheint aber etwas ratlos zu sein. Deshalb möchte ich die Anfrage lieber selbst machen.

P.S. Nur kurz zur Klarstellung: Ich finde es toll, dass Du Dich da so reinhängst. 1000 Dank. Ich kann Dir aber nichts versprechen, was eine eventuelle Beauftragung betrifft. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass mir durch unseren Schriftwechsel und Deine Hilfe und Informationen ohne klare schriftliche Vereinbarung keinerlei Kosten entstehen. Ist vielleicht ein bisschen spießig jetzt. Es wäre aber nett, wenn Du mir das der Vollständigkeit halber noch kurz bestätigen kannst. (Nichts für Ungut)



Schalldämmung



Im Rahmen eines solchen Forums können NIE Kosten entstehen-

das ist ja gerade der Sinn, daß man sich vorher erkundigen kann, hoffentlich neue Erkenntnisse gewinnt und sich dann in Ruhe die weitere Vorgehensweise überlegen kann.

Eine solche Kostenberechnung wäre übrigens rechtlich nur bei Informationen von Rechtsanwälten möglich(die auch in unverbindlichen Gesprächen gegeben werden können)
Ich habe dazu schon völlig abstruse Urteile gesehen, die man kaum für möglich halten würde.

Zum Glück ist dies hier und in anderen Foren völlig anders gelagert.

Dafür bekommt man jedoch nur völlig unverbindliche Vorschläge, die sich nicht selten widersprechen können und teils auch fachlich grob falsch sind.

Die Entscheidung wie man diese abwägt ist dann jedem selbst überlassen.

Du kannst mir das Fabrikat der Dampfsperre noch angeben.

Also soweit alles Gratis !!!!!!!!!!!!!!

Ist ja auch viel netter wenn man sich (gegenseitig) weiterhilft

Andreas Teich



Weitere Infos:



"Du kannst mir das Fabrikat der Dampfsperre noch angeben."

Ist das alles? Dann ruf ich die Firma mal morgen an. Mal sehen ob der Dachdecker/Zimmerer das noch weiß bzw. in seinen Unterlagen hat.

Sonst brauchst Du wirklich keine weiteren Angaben?



Schalldämmung



hallo
Am Besten wäre natürlich eine mögl. genaue Skizze mit dem Gesamtaufbau und den Maßen der Sparren,Konterlattung, Lattung, Bedachungsmaterial und den Innenverkleidungen.

Andreas Teich



Habe mit dem Dachdecker gesprochen,



er will mir die Infos bis Anfang/Mitte nächster Woche zusammenstellen.



Der Dachdecker



kann leider keine Angaben zum Fabrikat der Dampfsperre machen. Dazu müsste er das Dach aufmachen und nachsehen. Leider kann ich für den Moment also keine weiteren Daten liefern. Ich hoffe, dass das dennoch zunächst mal ausreicht.