Sofortige Entsorgung und Infektiösität

12.01.2007



Hallo Fach- und Werkleute,

ich stehe jetzt vor der Aufgabe, abgebeiltes Holz, Lehmschüttung und Mauerziegel, die mit mutmaßlich Echtem Hausschwamm in Kontakt standen und teilweise Myzel tragen, vom Dachboden schaffen zu müssen. Die nun offenen Holzbalkendeckenfächer muß ich rasch provisorisch isolieren, um mit den meinigen darunter den Winter zu überdauern.

Wie infektiös ist das Material? Gerade der Lehm staubt unwahrscheinlich stark, aber auch das abgebeilte Bohrmehl. Macht es Sinn, Staub und Myzel mit dem Staubsauger zu entfernen oder verteilt der alles fein in der Luft (kein Fruchtkörper/Sporen gefunden)?

Sprießen Myzelstückchen dort weiter, wo sie günstigen Nährboden finden, reichen unimprägniertes Altholz und Holzfeuchte auf dem Dachboden etwa aus?

Gruß, Ingo



sie sollten



sich wirklich von einem fachmann beraten lassen.
genau das myzel ist doch das gefährliche und genau dabei geht es bei der bekämpfung: dieses mit stumpf und stiel zu entfernen bzw. endgültig abzutöten. und zwar nicht nur das oberflächlich sichtbare, sondern auch das tiefenmyzel. das myzel ist es, was die zellen des holzes auf der der steten suche nach nach nahrung zerstört (dabei Mauerwerk durchwähst), so dass am ende nur Mehl über bleibt.
denken sie mal an den wald und die eigene pilzsuche: was sie da ernten, ist nur der fruchtkörper, der eigentliche Pilz - das myzel - verbleibt im boden. der gute pilzsucher sieht zu, dass er dem myzel keinen schade zufügt - damit er oder andere in wochen oder über jahre an der gleichen stelle noch mal freude haben.
in trockenstarre kann das myzel lange verbleiben, um unter günstigen bedingungen weiterzuwachsen und unter günstigsten dann auch mal einen Fruchtkörper zu bilden und für echten nachwuchs nicht nur über zellteilung zu sorgen. natürlich reichen dafür auch reste des myzels, so es noch nicht endgültig abgestorben ist - was sich ihrer Beurteilung aber entzieht. vor allem gefährlich hier das tiefenmyzel, was nicht sehen und nicht abkratzen, weshalb tiefenbehandlung unbedingt erforderlich ist, um rstloseste entfernung zu gewährleisten.
auch die Entsorgung des konaminierten materials hätte eine fachfirma vornehmen sollen, da es dazu wohl auch vorschriften gibt. soweit mir erinnerlich, war das Sondermüll und kein normaler bauschutt, die sporen sind ja auch ein gesundheitliches problem.
staubsauger funktionieren ja üblicherweise so: vorne rein, hinten raus. sicher gibts da heute besseres, aber bis zu welcher partikelgröße die filer funktionieren...? und so eine spore ist vermutlich sehr klein. vermutlich haben sie das zeug aber schon während ihrer abrißarbeiten im ganzen haus verteilt, so eine spore ein hübsches zuhause finden wollte, hat sie das längst getan.



Glückwunsch,...



...an Bettina, trotz linker Hände ;-), genau die richtigen Dinge angesprochen. Sporen des EHS sind größer als die z. B. von Schimmel und setzen sich normalhin auch nicht in der menschlichen Lunge fest. Befallene Bauteile sind in geschlossenen Behältern ohne Zwischenlagerung von der Baustelle zu entsorgen. Es ist dann nicht unbedingt Sondermüll, es sollte jedoch möglichst verbrannt werden. Irgendwie behandelte Hölzer sind gemäß Altholzverordnung entsorgt werden. Mit Verlaub, lieber Ingo Heymann, sieht es mir bei Ihren Fragen schon danach aus als würden Sie mehr an Eigenleistung bringen, als sie zunächst rechtlich dürfen. Ich will hier nicht den Moralapostel spielen, aber sie laufen in Gefahr ohne fachlich Hilfe wichtige Faktoren zu übersehen, zu unter- oder überschätzen, die ein zugeschalteter Fachmensch ggfs. vermeiden würde.
Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig
Martin Malangeri



"mutmaßlicher" Befall !!!



... das ist vorrangig wie schon vorher angegeben SICHER durch einen Sachverständigen oder Fachmann AUFZUKLÄREN!
Die Fachleute benennt zB die Liste der Ingenieurkammer.
Bei uns in S.-A. ist der Befall beim Bauordnungsamt anzeigepflichtig; in Br. sicher auch.
Wäre es EHS, dann ist wohl mehr als nur ein Bebeilen erforderlich. Einschlägige Erfahrungen und das Vorschrif-tenwerk verlangen dann die Beseitigung der Substanz!
Alle tangierenden Maßnahmen erläutert in diesem Fall das Gutachten. Ich wünschte Ihnen, dass Sie sich geirrt haben!
-Das Material ist infektiös und wird durch Feuchtekontakt bei ca. Raumtemperatur revitalisiert;
- evtl. Vorhandene Sporen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar, es sei denn am Fruchtkörper als rostrote Staub- schicht konzentriert;
- Ein Neu- Einbau von Holz-/-werkstoffen im BEFALLSBEREICH ist untersagt und für Sie teurer Leichtsinn;
- den Befallsbereich benennt der Untersuchungsbericht.
Ich wünsche Ihnen, dass all das erspart bleibt: Gruß M. L.



guckst du :



www.holzfragen.de beim netten Herrn Rüpke !
Gruß Jürgen Kube