Bauernhaus Bj. 1800 - Wie richtig sanieren/modernisieren (Rat/Adressen)?

03.05.2009


Wir suchen fachmännischen Rat/Hilfe. Wir haben letzten Sommer ein altes Bauernhaus (Bj 1800) gekauft, leider im Charme eines 80er -Jahre Einfamilienhauses (z.B. Einfach-Isolierglasfenster aus Holz mit Bj. 82, Scheune wurde zur selben Zeit als ELW integriert ...). Alte Elemente (Gefach), Dielen, Balken gibt es nur noch partiell und verdeckt. Das Haus liegt halbschattig in einem Tal; Grundstück verläuft entlang eines Bachs. Die anstehende energetische Sanierung und Modernisierung (z.B. der Bäder) möchten wir unter Berücksichtigung des ursprünglichen Baustils durchführen: atmungsaktive Oberflächen wegen Temperatur-Feuchte Kopplung, z.B. wieder Lehmputz statt Vinyl-Tapete, Dielen statt Fließen bzw. Sperrholz plus Teppich, und für den Stil wieder Biberschwanz satt Frankfurter Pfannen, Sprossenfenster, ... . Dabei ist jedoch am dringendsten die Erneuerung der Küche/Bad (Hauptwohnung). Alles andere ist bewohnbar, sollte aber ebenfalls saniert/modernisiert werden. Allerdings muss dies im laufenden Betrieb erfolgen (vierköpfige Familie mit zwei Kleinkindern ...).

Unsere Fragen(n) an die Community:

1) Macht es Sinn mit der Küche (EG) und dem Bad (OG) zu beginnen - qua Versuchsprojekt ?

Sofern die Grundsubstanz der (verdeckten) Balken im Boden bzw. Decke es erlaubt, würden wir gerne die alten Dielen Aufarbeiten und Balken Freilegen (bzw. diese erneuern soweit nötig bzw. bezahlbar), und die Wände wieder mit Lehm Verputzen und Lehm- (ggfs. Kalk-?) Farbe streichen. Ein zeitgleicher Austausch der Fenster mit Isolation(?) der Wände (innen/aussen?) wäre wünschenswert, sofern sich dies realisieren ließe.

2) Wer hat Tipps zum Vorgehen bzw. kennt entsprechende Adressen im Raum Freiburg in Breisgau für Beratung und Umsetzung (in Ergänzung zur Eigenleistung)?

Vielen Dank für jeden Rat!!!

Gruß, Swen



Mutige Leute braucht das Land!



Hallo Swen!
Dein Text hat mich angesprochen, wir hatten vor drei Jahren nämlich den selben Zustand bei unserem Bauernhaus (allerdings im Mühlviertel - Oberösterreich), Baujahr lt. Tram in der Stube 1819...

Wir haben uns unsere Adressen weitgehendst in Österreich zusammengesucht, aber zufällig sind wir auch vor Jahren auf einen sehr netten ökologischen Energieberater namens Karl Holzapfel gestoßen, er ist zwar auch ein Stückerl weg vom Schwarzwald, aber vielleicht kann er euch weiterhelfen? Sein Hof ist jedenfalls sehr interessant saniert und wenn man in der Umgebung von Wurmannsquick ist eine kleine Reise wert - Kontakt: karl.holzapfel@vr-web.de

Unsere "Lehmputzler" sind zwar aus dem Innviertel, aber sie sind auch nur zu empfehlen: im Internet zu finden unter www.baunatur.at, da gibts vielleicht zusätzliche Info zu Kastenfenster und Strohdach usw.

zur Heizung: wir haben auf die Sonnenwärme in Kombination mit Pufferspeicher (5000 l) und Mauertrockenlegung gesetzt - neben dem Bach ist das vielleicht auch was für euch, da ist es ja eh meistens sehr feucht... bei uns gibts da eine Firma mit lauter guten Leuten namens Solarier

Mehr fällt mir jetzt spontan nicht mehr ein ausser euch alles Gute zu wünschen und: denkt manchmal auch an die Familie!

Grüße aus dem Mühlviertel





Hallo,
erstmal viel Mut und viel Ausdauer! Ein "saniertes" Objekt umzusanieren ist noch aufwendiger, als etwas nur altes herzurichten.
Was die Kinder betrifft, so halten die meistens mehr aus als die Eltern (eigene Erfahrung). Eine liebe Oma am Ort wäre allerdings eine feine Sache.
Zum Thema: Ihr solltet Euch erst einmal ein paar Stunden Zeit nehmen, um grob zu überdenken, was "irgendwann" einmal wie werden soll. Nachher sollte man z.B. wissen, wo welche Leitungen durch- oder hin sollen (Strom, Wasser, Abwasser, Kamine). Auch die Heizung sollte im Detail bekannt sein.
Dann sollte man zuerst das machen, was mehrere Räume betrifft, also Wände entfernen oder aufstellen, Böden ganz, d.h. inklusive Statik, erneuern, weil 'im laufenden Betrieb' sonst gleich zwei Räume unbenutzbar werden.
Wenn man so weit ist, dass man Zimmer um Zimmer erneuern kann, spielt die weitere Reihenfolge keine so grosse Rolle mehr. Ob es Sinn macht, mit Küche und Bad zu beginnen, ist dann persönliche Entscheidung.
Uns war eine funktionierende Dusche sehr wichtig, die Küche ist als bald das letzte immer noch provisorisch. Seit nunmehr 8 Jahren ...
Im Bad würde ich viel Aufwand mit der Abdichtung nach unten und zur Seite treiben. Bei uns hat sich ein kleiner Wasserablauf in der Mitte des Bodens bewährt, weil bei den Kindern das Wasser in grossem Mengen überall ist.

Gut wäre es, wenn Sie bald einen Elektriker finden, der bereit ist, die Eigenleistung zu betreuen, so dass er das Material liefert und dann nur noch verkabeln und abnehmen muss.
Ganz wichtig, auch wegen der Kinder, die sicher immer "helfen" wollen: Unfallverhütung; also überall Geländer, keine begehbaren Gerüstbretter lose aufliegen lassen, alles Holz ausnageln, keine offenen Kalksäcke herumstehen lassen, provisorische Elektro-Installationen für Kinder unerreichbar anbringen, auf der Baustelle auch während der Pause Strom ausschalten, wenn man nicht arbeitet, usw. Das ist am Anfang ganz schön anstrengend.
Und: Kaufen Sie sich gleich am Anfang einen guten, grossen, kräftigen baustellentauglichen Staubsauger einer Qualitätsmarke!



Dürften wir unterstützen?



Hallo Herr Metzger,

da wir bereits in fast allen Teilen von der Republik herumgekommen sind und unsere Leistungen erbringen durften, haben wir auch den einen oder anderen guten Fachmann in den jeweiligen Ecken kennen gelernt.
Und so eben auch im Freiburger Raum.
Wenn es für Sie von Interesse sein sollte, dann würde ich Ihnen gern zu einem guten Fachplaner für Sanierungsfragen weiterhelfen wollen.

Wir hatten damals am Raben in Horben mit einanderb zu tun.

Grüße in die Südregion,
Udo Mühle