Verbesserung Schalldämmung Holzbalkendecke mit Masseschüttung

11.08.2012



Hallo zusammen,

ich bin immernoch am Tüfteln bezüglich meines bodenaufbaues.

Es geht um eine Holzbalkendecke in einem Mehrparteienhaus aus der Gründerzeit (1912) in Österreich.

Originalaufbau v.u.n.o. ist: 3cm Putz auf Schilfrohr, Sparschalung 2cm, Balken 20/12/Abstand 70...90, Sturzschalung 2,5cm, Schüttung Sand/Kies (1700kg/m³) 10cm, schwimmender Schiffboden 3cm auf Lagerhölzern 5/7, Dieser Aufbau hat ca 270kg/m²

Der schwimmende Boden ist bereits entfernt, die Balkenzwischenräume mit Zellulosedämung ausgebalsen. Die Schüttung soll weiterverwendet werden, Ziel ist ein optimaler Luft- und Trittschallschutz.

Die Schüttung als Masseträger ist ok, denke ich. Meine Idee ist eine zusätzliche Entkoppelung durch eine Trittschalldämmung.

Im Sinne eines Zweimassen- Schwingsystems müsste die Federschicht aber zwischen zwei möglichst gleich grossen Massen sein. Also nicht auf der Schüttung, sondern darunter.

Meine Idee:

Einen Teil (3cm) der Massenschüttung zwischen die Balken in neu eingebaute Fächer einbringen, auf die Sturzschalung Mineralfaserdämmplatten mit 7MN/m³ und darauf die restlichen 7cm Schüttung, dann wieder schwimmender Holzboden

Meine Fragen:

Kann man die Schüttung direkt auf Dämmplatten aufbringen, die eigentlich unter Estrich gedacht sind? Ich dachte auch schon an einen OSBA Zwischenboden auf der Dämmung und dann die Schüttung. Wird aber dann fast zu hoch.

Ist ein schwimmender Boden auf Schüttung optimal für meine Anforderungen? Die Schüttung erfüllt auch einen Niveauausgleich von 2-3 cm

Habe ich grundsätzliche Denkfehler? Verhält sich das ganze überhaupt wie ein Zweimassensystem? Die Schalen sind ja in sich nicht steif, wie z.B. Betondecke und Estrich

Gibt es bessere Ideen zur Zielerreichung?

Danke für kompetente Antworten

LG



Schallschutz



Wofür dieser immense Aufwand?
Die Decke hat Jahrzehnte ordentlich funktioniert und BESTANDSSCHUTZ.
Außerdem ist nicht gesagt, das diese ganzen Basteleien wirklich zu einer Verbesserung des Schallschutzes führen.
Es gibt noch andere Übertragungswege für Schall!

Eine Decke zwischen zwei Nutzungseinheiten muß neben Schallschutz auch den Kriterien des Brandschutzes entsprechen.
Haben sie mal daran gedacht das sich hier eventuell durch Ihren Umbau etwas ändern könnte? Der Bestandsschutz ist jetzt futsch. Sie müssen nun die aktuell geltenden Bestimmungen erfüllen die bei ihnen dafür gelten.

Viele Grüße



Danke



für die Antwort.

Die Flankenübertragung habe ich mit entkoppelten Vorsatzschalen minimiert (60mm Homatherm, Silentboard), das funktioniert hervorragend.

Wozu der Aufwand? Weil ich manchmal Musik hören möchte ohne jemand anderen zu stören beispielsweise, oder weil mir der Lärm der Nachbarn auf die Nerven geht.

1912 waren da vermutlich andere Massstäbe angelegt.

Möglich, dass der originale Aufbau der beste ist, aber das hätte ich gerne begründet. Ich habe mich bemüht alle technischen Fakten aufzuzählen und konkrete Fragen zu stellen.

Baurecht war nicht dabei.

LG
Stocki



Moin Stocki,



für die Begründung musst du dir jemand anderes suchen - ich halte solche halbgaren Ausflüge in die Bauphysik für nicht sehr fruchtbar, das macht nur konfus im Kopf. Nicht umsonst studieren Bauingenieure das jahrelang - den kompletten Baukörper kennt hier keiner........

Mal von der praktischen Seite:

Wieviel cm hängen deine Balken in Raummitte durch?

Wieviel cm Aufbauhöhe ab Balkenoberkante hast du zur Verfügung?

Was für einen Bodenbelag willst du?

Welche Bestimmungen gelten bei euch in Österreich (Brandschutz, Schallschutz, Statik)?
Daran solltest du dich wenigstens orientieren ehe du's später nochmal machen musst, bzw. eure Hausversicherung im Schadensfall nicht haftet.

Ohne Werbung machen zu wollen, aber hier werden mögliche Aufbauten ganz gut erklärt:

http://www.fermacell.de/de/docs/VA_Estrich_Elemente_D.pdf

http://www.steico.com/fileadmin/steico/content/pdf/Marketing/German/Bodensysteme/STEICO_Bodensysteme_i.pdf

Gruss, Boris



Hallo Boris,



danke für den Beitrag.

Du hast Recht, aber ich möchte das Maximum rausholen, und hab zumindest eine verwandte technische Ausbildung. Wenn ich einen Bauphysiker wüsste, der sich wegen so einem Pipifatz bewegt, würd ich hier nicht fragen.

Bauvorschriften sind nicht das Problem. Die Decke wird ja nicht schwerer, und der Brandschutz wird auch nicht schlechter.

Zur Sache: Aufbauhöhe von OK Balken bis OKFF sind 17cm
Ohne Schüttung hängen die Balken kaum durch, mit Schüttung ist der Durchhang für mich nicht messbar. Die Unebenheit ist eher in der Querrichtung, weil die Balken unterschiedlich hoch sind (+/- 1cm)

Danke für die Links, mit Internetrecherche bin ich ziemlich durch.

Was sagt die Mineralfaserdämmplatte (z.B.Ursa TSP) zu 170kg/m² Schüttung?

LG
Stocki



Schalldämmung



Sie können einen Bauphysiker/Statiker zwingen sich Ihres Problemes anzunehmen.
Mit Geld.

Viele Grüße



Stocki



....Vertrau keinem Handwerker...
"Möglich, dass der originale Aufbau der beste ist, aber das hätte ich gerne begründet. Ich habe mich bemüht alle technischen Fakten aufzuzählen und konkrete Fragen zu stellen.

Baurecht war nicht dabei."

Jane, und dann hinterher auf ATV in der Baupfuschsendung aufscheinen. Mit der Einstellung funktioniert das so nicht.
Spätestens, wenn Deine Nachbarn Dich nicht mehr mögen, hast Du die Baubehörde am Hals und die Hütte leer.
Es sind wegen geringerer Probleme schon ganz andere Häuser gesperrt worden.

Wenn Du hier Baurecht ausklammerst, wirst Du keine soliden und seriösen Antworten bekommen... da mußt Du dann das Hammerforum beschäftigen...

Der Hinweis mit dem Bestandsschutz kam nicht um Dich zu ärgern sondern deshalb, weil Du in tragende Teile eingreifst...



Andreas