Welche Verfüllung für Dielen

01.12.2010



Hallo,

aufgrund eines Wasserschadens mussten wir das Laminat im Wohnzimmer entfernen. Wir dachten erst zu fliesen, jett sind wir doch wieder bei den Dielen angekommen. Unter dem Laminat war eine Spanplatte verlegt. Da die wegen der Bauhöhe der Dielen weg mußte, habe ich die Platte herausgetrennt. Dabei kamen alte Dielen zum Vorschein. Meine Frau will die alten krummen Dinger behalten. Es soll halt nach "alt" aussehen. Nun meine Frage, ob ich etwas größere Zwischenspalte mit z.B. Kunstharz verschließen kann. Diese etwas größeren Spalte waren vorher auch schon da, wurden durch die Bewohner mit Lehmerde verschlossen. Das muss dann ja auch nicht sein.



Wasserschaden,



Laminat und Spanplatte?? Bei der Kombination würde ich empfehlen, die alten Dielen auszubauen und bei dem Unterbau nach dem Rechten zu gucken. Da wird sicherlich ebenfalls Reperaturbedarf bestehen.
MfG
dasMaurer



Moin Kuddenberg,



hört sich ja gemein an, aber darf ich dich zu deinem Wasserschaden beglückwünschen? Wenigstens is der Schiet jetzt draussen!

Bei uns wars ähnlich (nur ohne Wasserschaden): Teppichboden bzw. Laminat / Spanplatte und drunter die alten Dielen. Vermutlich knarren die bei dir auch ein wenig und das bedeutet sie liegen nicht "ruhig". Was auch immer du in die Fugen einbringst wird also bei jeder Dielenschwingung so nach und nach wieder rauskommen - mit ein paar offenen Fugen solltest du also leben können.

Es gibt wasserbasierten Fugenkitt (z.B. von Pafuki) den musst du passend mit Pigmenten einfärben, ausser du magst den Pyjama-look.

Dann gibt es furchtbar stinkende Fugenkittlösung, die du mit dem vorletzen Schleifmehl passend einfärbst - der Gestank ist aber nach 10 Tagen erledigt.

Wenn du den Boden ölst gäbs noch Leinölkitt/Fensterkitt, passt nicht ganz im Farbton, wär aber die billigste und ökologischste Lösung.

Gruss, Boris





Neue Dielen verlegen, die Trauer um den alten Boden legt sich nach einiger Zeit.
"Wenn Du das alte Gelump willst, dann kümmere Dich auch drum" - vereinfacht nach einiger Zeit die Entscheidung.



@ Boris



Was für ein Unsinn!

Nichts von allem funktioniert. Bei alten Dielenböden mit Brettern größerer Breiten ist mit 5-10mm großen Fugen zu rechnen.

1. Von Pafuki? Soll das ein Hersteller sein? Das Produkt "Pafuki" kommt von Berger Seidle. Der Hersteller empfielt es für Fugen von max.2mm Breite.

2. Die "stinkende Fugenkittlösung" ist als sehr hart werdende Substanz dem Arbeiten des Holzes nicht gewachsen, und bröselt früher oder später 'raus.

3. Der Leinölkitt hätte vermutlich seine Premiere im Holzboden. Er trocknet über Monate aus, und wird später knochenhart, fällt ebenfalls zwischen arbeitenden Brettern heraus. Was der Ahnungslose als harten "Leinölkitt" in alten Holzböden identifiziert, ist üblicherweise Kreide mit Knochenleim gebunden.

Diese 3 Varianten wären also für das Ehegespons zur Selberausführung vorzusehen, um Ihr den Dielenboden abzugewöhnen.

@ Kuddenberg

Was funktioniert stattdessen?

4. Auffräsen oder -sägen der Fugen auf gleiche Breite, ausleimen mit leicht keilförmig geschnittenen Fugenleisten. Leimangabe nur an einer Seite der Fuge!

oder

5. Fugenflanken sehr gut reinigen. Ausstopfen der Fugen bis ca. 10mm unter Niveau OK mit Stängen aus Schaum-PE, Auffüllen mit PaFuDiMa von Berger-Seidle. Das Material bleibt etwas elastisch, und kann so die Holzbewegungen aufnehmen.

ES mag weitere Möglichkeiten geben, mit 4. und 5. habe ich bisher reklamationsfrei gearbeitet.

Grüße

Thomas





Hallo,

irgendwie ist mein Beitrag von gerade nicht im Forum angekommen.

Also die Balken sind 20-25cm x 35cm dick. Die liegen auf dem Gewölbe vom Keller auf und sind wasserwagengerecht. Ich habe keine Feuchtigkeit oder Mehl von Schädlingen entdeckt.Bis auf einige Dielen sind die Teile auch noch top. vielleicht nehme ich hier und da neue Dielen und Beize die auf "alt".

Eine harte Verfugung wird bestimmt nicht passend sein, weil auch die alten Dielen zu jeder Jahreszeit sich bewegen.


Vielen Dank für die Tipps.

Gruß
Kuddenberg


Ich denke., dass ich Variante 4 oder 5 mal angehen werde.
Die Variante "ne" fände ich auch recht gut, allerdings hat die Chefin sich da anders entschieden. Und das "Design" des Bodens kostet hier beim örtlichen Dielendealer 130 € pro m². Bei einem 24 m² Raum doch etwas teuer.



Dann...



...erfreue Deine bessere Hälfte durch besonderen Einsatz und beschaffe alte Dielenbretter als Ersatz für die kaputten. Am "Nachälteln" neuen Holzes sind schon viele hauptberufliche Parkettleger gescheitert.

Im Historischen Baustoffhandel wirst Du fündig. Wichtig: Die Bretters sollten in Ruhe auf der Baustelle nachtrocknen dürfen, da sie selten klimatisiert gelagert werden.

Grüße

Thomas



Nummer 4 lebt



Herr Böhme hat vollkommen recht, wobei ich 4. gegenüber 5. vorziehen würde. Aber auch dabei und auch bei Verwendung von Altdielen zum Austausch von zerstörten Bereichen, mußt Du mit unterschiedlich aussehenden Oberflächen rechnen, was bei der Verleistung durch die regelmäßige Abfolge richtig gut aussehen kann. Wie immer je nach Geschmack. Beim austauschen von einzelnen Dielen oder Flächen von 2-3m2 sehen verbleibende Farbunterschiede richtig Sch.. aus.
Wenn Du irre genug bist und goldene Hochzeit feiern willst:
Alte Dielen vorsichtig ausbauen, dann weißt Du auch ganz genau welche Dielen noch zu gebrauchen sind. Diese kannst Du dann hobeln, schleifen, abrichten usw., aber auch neu besäumen und falzen oder nuten und mit eingelegten Federn verbinden. Auch die Unterseite nach oben legen ist dann möglich, sollte die bisherige Oberseite den visuellen Anforderungen nicht mehr genügen. Dann liegen sie zwar "verkehrt" herum, aber mit Entspannungsschnitt und Nutung kann man damit leben. Fehlende Quadratmeter können durch einen paralell mit den Wänden rundumlaufenden Rahmen aus zugekauften alten Dielen ersetzt werden.
Dafür braucht man aber viel Enthu...äh... Begeisterung.
Also Nummer 4 lebt.
Viel Spaß



Es stellt sich...



...natürlich immer die Sinnfrage:

Wenn ich alte Dielen ausbaue und hobele, dann mit dem vollen Aufwand, wie schon beschrieben, wieder einbaue - dann habe ich eine Oberfläche, wo von der alten Optik nichts überblieb, und einen mehrfachen zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Zudem: nicht alle Dielen haben eine Anfangssträrke, die dieses materialabtragende Procedere zulässt.

Also vorher alles bedenken, oder einen Profi einbeziehen.

Grüße

Thomas



Ergänzung



der von mir beschriebenen weiteren Möglichkeit.
Dieser Aufwand ist natürlich zeitlich und finanziell nur möglich, wenn Du Dich selbst um Deinen Fußboden kümmerst; davon bin ich ausgegangen.
Nur besäumen ohne falzen oder nuten ginge natürlich auch.
Abrichten und/oder hobeln war nicht als "muß" gemeint.
Ich hätte aber darauf hinweisen müßen, das diese Möglichkeit gar nicht immer besteht.
Das von der alten Optik nach dem hobeln nichts mehr überbleibt, liegt wohl im Auge des Betrachters. Meiner Meinung nach unterscheidet sich der Farbton eklatant von dem einer neuen Diele.
Womit ich beim "umdrehen" bin, das ich nur unter visuellem Gesichtspunkt erwähnt habe, was aber gerade auch bei fehlender Anfangsstärke Sinn machen kann, da man keine 2-4 Farbschichten Abschleifen muß.
Ich habe diese Möglichkeit, die ich auch schon zu aller Zufriedenheit durchgeführt habe, vor allem deshalb ins Forum gestellt, um Dich vor einer möglichen Dreifarbigkeit zu warnen, wenn Du zu der Ausleistung auch noch einzelne Dielen oder Dielenbereiche austauschst.
Damit bin ich bei der Sinnfrage/-antwort:
Ihr müßt Euch den Fußboden nacher jeden Tag angucken.

@Thomas
Damit behaupte ich nicht, das das bei Dir auch so aussieht. Als Profi kriegst Du das natürlich hin und außerdem ist und bleibt Nummer 4 die billigste, schnellste und damit effektivste Beseitigung der Schwundfugen.

Grüße
ollerich



Das Alter



" Meiner Meinung nach unterscheidet sich der Farbton eklatant von dem einer neuen Diele."

Das stimmt natürlich, aber: Nadelholz, zudem geölt, altert im Licht sehr schnell. Bei einem Boden, den ich täglich betrete, habe ich's immer vor Augen: Die Fugenleisten aus neuer Fichte sind von den 105 Jahre alten Dielenbrettern farblich schon nach einem Jahr nicht mehr zu unterscheiden.

Grüße

Thomas



Doch etwas Arbeit gemacht



Hi,

also die alten Dielen sind jetzt vollständig herausoperiert worden. Dann wurden die alten Nägel entfernt und die Dielen sanft abgeschliffen.

Die Laufspuren (Materialverdünnung) sind so gewollt. Hier und da war / ist es nicht möglich eine ebene Oberfläche zu schaffen. Hier wurde dann ganz sanft ein wenig gehobelt.

Die Dielen wurden mit diesen kopflosen Schrauben befestigt. Hier und da noch ein Dekonagel rein. Das sieht schon einmal ganz gut aus. Die reparierten Dielen sind etwas mit Antikbeize versorgt worden.

Wenn die weiteren Renovierungen fertig sind, dann wird geölt.

Gruß
Kuddenberg



Na denn...



große Erfolge !

Stell doch zum Schluß ein Foto ein.

Grüße

Thomas