Zwischensparrendämmung mit Bimsstein, zusätzlich Untersparrendämmung möglich ?

27.10.2009



Hallo zusammen,

nach unzähligen Stunden hier im Forum möchte ich unsere Situation doch mal schildern und um Rat fragen.

Wir haben ein Sandsteinhaus BJ 1906 gekauft und z.Z.entkernt. Im Obergeschoss beginnt der Kniestock bei ca.1,20 und die gesamte Dachschräge bis zum Speicher ist zwischen den Sparren mit Bimssteinen ausgemauert (11,5cm). Die Fugen sind teilweise gerissen und die Steine locker.Gehalten werden die Steine durch einen Lattung auf der Innenseite der Sparren.

Dachaufbau von außen nach innen:

- Tonziegel
- Lattung einfach
- Sparren, ausgemauert mit Bimsstein
- Lattung einfach.

Aufgrund des Aufbaus ist vermutlich mit ausreichend Zugluft /Hinterlüftung zu rechnen.

Nun zur Frage der Dämmung. Ein Abdecken des Daches mit Aufbringen von Unterspannbahn etc.ist leider nicht im Budget.

Es bliebe also nur eine Untersparrendämmung von innen.
Wie könnte die bei uns aussehen und macht diese überhaupt Sinn ? Wenn man sich die Wärmeleitfähigkeit von Bimssteinen anschaut, ist diese auch nicht zu vernachlässigen, bleibt nur das Problem von Kältebrücken und Zugluft aufgrund der beschädigten Fugen.

Wir wären für jeden Vorschlag zum Aufbau der Dämmung dankbar.

Zügige Grüße

Timo



Dachdämmung



Hallo,

verschiedene Möglichkeiten der Ausführung.
Ich empfehle Ihnen zweilagig versetzt, mit viertelplatte anfangen,, je 4 cm Holzweichfaserplatte zu montieren. Die erste Platte verdübelt und verschraubt, die 2. geklebt.
Dann dürfte die Rissgefahr minimiert sein, die man sonst aufgrund der Bewegungen des Dachstuhl erwarten muss.

Es gibt noch eine Methode ausßerhalb der Bauordnung, die ungleich effektiver ist: multifoil-insulation.
www.LPS-gmbh.de
Ich mach hier ausdrücklich keine Werbung dafür, weil die Anwendung im Bauwesen nicht geregelt ist. Das Prinzip ist aber überzeugend und schließlich in der Luft- und Raumfahrt und im Maschinenbau bewährt. Nur wir Bauleute sind da ein wenig eigen.

Grüße vom Niederrhein



Dämmvorschlag



Völlig so aus der Ferne lässt sich das nicht klären. Bestimmt ist das eine oder andere Detail noch nicht bedacht. Auch die Statik will gefragt werden.

Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass derzeit folgender Ansatz richtig wäre:

- Die Masse "Bimssteine" würde ich erhalten wollen - vorausgesetzt die Lattung, die diese Steine halten, ist in Ordnung.

- Ich würde zwischen den Latten mit Flachs ausstopfen.

- Anschließend eine 35 - 50mm Holzdämmplatte mit Nut-u. Feder durchgehend auf diese Lattung heften.

- Ein Dampfbremse (proClima DB+) anbringen und das alles mit Konterlatten auf den Sparren fixieren.

- Anschließend Schalung oder Querlattung für Fermacellplatten.

Wenn dann das Budget wieder gewachsen ist, kann von Außen die Dämmung ergänzt werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Habt ihr das Temperaturverhalten des Hauses



denn mal in den verschiedenen Jahreszeiten beobachtet?

Vielleicht sind die Bimssteine doch schon volkommen ausreichend als Isoliermasse. Frei nach dem Motto: Putzt kaputte Fugen wieder zu, dann habt ihr Ruh.

Anders gefragt, guckt ihr direkt auf die Steine? Käme ein Verputz oder eine einfache Holzverschalung in Betracht? Das wäre doch die einfachste Lösung.

Gruß
Achim Hecke



Bild zur Bimssteinausmauerung



Hallo Achim,

anbei mal ein Bild wie es da oben aussieht, die zweite Lattung habe ich etwas voreilig aufgebracht..

Mit den 35-50 mm Holzweichfaserplatten könnte ich mich eigentlich gut anfreunden. Nur bei einer Sache bin ich mir noch nicht sicher.Die Dampfsperre.
Jeder der Räume hat eine Außenwand aus Bruchsteinen, die nicht verkleidet,sondern nur mit Kalkputz verputzt wird. D.h. dass die Feuchtigekit aus dem Raum sich an den Außenwäden niederschlagen wird (weil kälter) und nicht an den Holzdämmplatten.Sollte dann doch mal etwas kommen, sind die Holzdämmplatten doch diffusionsoffen und können die Feuchtiugkeit abführen, oder liege ich mit meinen Einschätzungen so falsch ?



Dampfbremse nicht Dampfsperre und nur da, wo das Dach gedämmt wird.



Hallo Timo,

Dein Bild gibt mir Mut, meinen Vorschlag noch mal zu bestätigen. Ich würde Deine Latten wieder abnehmen mit Flachs ausstopfen und dann die Holzdämmplatte aufbringen und die Dampfbremse (-bremse, nicht -sperre !).

Deine Latten kannst Du dann als Konterlatten verwenden und musst halt die Befestigung in den Sparren klären.

Es geht hier nicht um die Dämmung der Bruchsteinmauer - sondern nur um die Schräge und der Decke. Die Dampfbremse hat für mich folgenden Sinn:

1.) Du schreibst mit "zügigen" Grüßen - also geht es darum, eine Luftdichtung zu erreichen.

2.) Im Moment hilft die Bremse, dass nicht zuviel Feuchte Luft evtl. an den bereits hinter der 40er-/50er- Holzdämmplatte kälteren Bimssteinen kondensiert.

3.) Wenn Du von außen die Dämmung erweiterst - mußt Du die dann evtl. erforderliche Bremse nicht nachbessern.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Was ist da genau zwischen den Sparren?



Man sieht zusätzlich parallel verlaufende leisten und dazwischen irgend eine mineralische Ausfüllung.
Wie ist von außen nach innen das Dach aufgebaut?
Also Eindeckung, Zwischensparrenfüllung und in welchen Stärken.
Ich könnte mir hier auch eine Aufdopplung der Sparrenfelder vorstellen, innen seitig dann (wie von Frank Lipfert bereits beschrieben!) ein Baupapier anbringen und umlaufend und untereinander winddicht verkleben.
Zellulose einblasen oder eben mit Dämmplatten arbeiten.

Stehe gern zu weiteren Hilfestellungen telefonisch (035936-45398)für Sie bereit.

Handwerklicher Gruß,
Udo Mühle



Viele Wege führen nach Rom.......



Also ich persönlich halte von Dampfsperren oder -bremsen überhaupt nix. Die haben quasi null Fehlertoleranz und sind zudem häufig "havariegefährdet". Im Laufe der Jahre haut mal versehentlich einer ´nen Nagel durch oder es entstehen durch die Bewegung der Holzkonstruktion Risse.

Die Faustregel: "Masse dämmt." Ihr habt mit den Bimssteinen meiner Meinung nach schon ganz gut Masse auf dem Dach.

Ich würde vorschlagen die nachträgliche Lattung noch mal abzunehmen, dann die Zwischenräume der alten Lattung mit Lehm (als Armierung eine Lage Schilfrohr oder ggf. Jutegewebe) Verputzen und fertig. Ihr würdet damit gleichzeitig die offenen Fugen verschließen

Soweit ihr eine dickere Schicht haben wollt und die Holzweichfaserplatten verwendet, dann könnte man diese auch mit Lehm ankleben und darauf z. B. eine Holzverschalung mit Profilhölzern anbringen oder die Platten verputzen (vorher armieren und Kreuzfugen vermeiden - wegen der Rißbildungsgefahr.

Viele Grüße
Achim Hecke