Muss das Gefache verputzt werden?




Hallo liebe Forumsgemeinde,

Da wir gerade am sanieren einer Fachwerkwohnung sind und demnächst die Gefache der Wetterseite neu ausgemauert werden müssen, fragen wir uns, ob es zwingend notwendig ist diese von außen zu verputzen. Es ist kein Sichtfachwerk. Das komplette Haus ist mit Dachpfannen verkleidet.
Die jetzigen Gefache sind mit Porenbetongstein ausgemauert, welche durch weichgebrannte Feldbrandsteine ersetzt werden sollen. Zusätzlich war auf der Innenseite Styropor zwischen Stein und Strohlehmputz, welchen wir komplett entfernt haben.


Mit freundlichen Grüßen

Oliver



Gefachausmauerung



Aus welchem Grund wollen Sie die Gefachausmauerung austauschen?



Das Verputzen



erzeugt die winddichtigkeit.

Sehr wichtig!

Grüße Gerd



Gefachausmauerung



Halo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Man hat uns dazu geraten, weil Porenbetong wohl nicht gut für das Fachwerk wäre und weiterhin, beim späteren Wandinnenaufbau, Probleme geben könnte.

Des Weiteren weisen die Gefache teilweise kleine Lücken auf, so dass dort keine Winddichtigkeit gegeben ist.

Geplant ist ein ca 3cm dicker Lehmausgleichsputz, dann 60mm Holzfaserdämmplatte und eine Wandheizung.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Süß



Das Verputzen



Hallo Herr Meurer,

ich dachte bisweilen, dass die Winddichtigkeit durch die Ausfachung bzw die zusätzlichen Dreikantleisten oder ähnliches hergestellt bzw gewährleistet ist?

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sichtfachwerk mit Backsteinen nicht Winddicht ist?
Oder bin ich auf dem Holzweg?



Richtig Oliver



Dein Umkehrschluss ist richtig. Die Ausfachung erzeugt keine Winddichtigkeit.
Die Dreiecksleiste, die ja auch meist nicht umlaufend ist, hält das Gefach. Lehmgefache reißen oben, auch wenn gut gemacht, schon mal 2 - 3 mm ab vom Riegel/Rähm. Das kann ja nicht winddicht sein.
Winddichtigkeit erzeugt ein Innenputz, Innendämmung, Außenverkleidung mit Winddichtigkeitsebene (Unterspannbahn Fassade)o.ä.



Hallo Oliver,



ja das ist richtig. Nicht winddicht bedeutet nicht das es zieht, das kann natürlich auch sein, aber gravierender sind Feuchteschäden die da dran hängen.

Grüße Gerd



Gefachausmauerung



"Man hat uns dazu geraten, weil Porenbetong wohl nicht gut für das Fachwerk wäre und weiterhin, beim späteren Wandinnenaufbau, Probleme geben könnte."

Wer solche Ratgeber hat braucht keine Feinde.
Durch die äußere Wetterschale sind die Nachteile die bei Porenbetonausmauerungen auftreten können eliminiert.
Irgendwelche statischen oder verarbeitungstechnischen Gründe (wackelnde Felder) gibt es wohl auch nicht. Beim Abbrechen wird mit Sicherheit die äußere Wetterschale beschädigt. Wozu also die Felder auswechseln?
Das mit der Winddichtigkeit wird durch den Innenputz geregelt.
Noch ein Tipp zum Schluß:
Lassen Sie sich mal vorrechnen wieviel der Abbruch und die Neuausmauerung kosten würden.
Sinnlos rausgeschmissenes Geld, wohlgemerkt.

Ich muß noch was zum "Betong" loswerden. Der Ursprung des Wortes kommt wohl aus dem Keltischen, so was wie "Betyn" oder "Becton". Aufgetaucht ist der Begriff erstmals in einem Fachbuch eines französischen Militäringenieurs im 18. Jahrhundert. Deshalb heißt es heute "Beton". Im englischen Sprachgebrauch verwendet man den Begriff "concrete", der geht auf den lateinischen Begriff "concretuum" zurück. Damit bezeichneten die Römer die Betonvergußmasse die in zweischalige Wände als Füllung eingebaut wurde.
Also bitte nicht mehr "Betong" verwenden.
Woher ich das weiß?
Habe ich im Internet gelesen:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Beton.pdf



Gefachausmauerung



Einen guten Tag,

Winddichtigkeit bei Gefache kann man erhöhen wenn man aus dem Fachwerkholz eine Nute austemmt ca. 1,5 cm tief und 1 cm breit.
Gleichzeitig habe ich auch die Haltetchnik für die Lehmsteine -Dreikantleiste umgekehrt im Holz.

Bei Trennwände erhöht sich der Schallschutz extrem wenn das Fachwerk beidseitig sichtbar bleiben soll.

Beste Grüße
Waldemar Eider