Multipor als Fassadendämmung

14.05.2021 solocan


Hallo,

wir sanieren gerade ein verputztes Fachwerkhaus Bj. 1909. Die Fassade soll außenseitig gedämmt werden. Dafür woll(t)en wir eigentlich Holzfaserdämmplatten nehmen. Nun wegen der aktuellen Liefersituation suchen wir nach Alternativen und sind auf Multipor aufmerksam geworden. Es soll auch sorptionsfähig sein und feuchteregulierend wirken. Wir sind auch mit dem Vertrieb im Kontakt und die behaupten auch, dass die Diffusions- und Sorptionseigenschaften gleichauf sind wie Holzfaserplatten und bestens für Fachwerk geeignet sei. Eigentlich findet man im Internet nichts schlechtes darüber. Als Innendämmung fürs Fachwerk sind die ja wohl beliebt. Aber als Außendämmung sehe ich da kaum Infos.

Hat jemand Erfahrung damit? Kann es wirklich eine Alternative zu Holzfaserdämmplatten sein?



Warum



könnt ihr nicht warten? Ich habe aktuell das gleiche Problem und muss unnötig lang auf alle möglichen Baustoffe warten,- auch auf Holzfaserplatten.

Multipor sind meines Erachtens nicht für FW im Außenbereich geeignet,- vielleicht kann da einer der Lehmbauer was zu sagen?

Multipor ist, anders als eine flexible HFplatte, vollkommen starr. Ihre FW-Wand wird aber relativ uneben sein, oder? Mit anderen Worten da bleiben überall Hohlräume, die dann wiederum den Dämmeffekt zunichte machen.



Genau



Das Problem mit der Starrheit vom Multipor ist mir bekannt und das hält mich eben davon ab. Also ja, du hast Recht.

Nur, die Wartezeit ist aktuell als halbes Jahr beziffert. D.h. Ausführung in einem Jahr im Frühling. Das Gerüst steht schon. Vor allem aber sind Teile der Wand schon offen und wird ebenso mit Holzfaserdämmmatten gefüllt (an die kam ich), die aber offen an der Fassade stehen, alle Fenster werden ausgetauscht etc. Also mein Problem ist, dass meine ganze Fassade so nicht winterfest ist. Wenn die Fassade nicht gemacht werden kann, muss ich für paar Monate verputzen, vorübergehend Fensterfugen schlagregendicht machen und sonstige aufwendige Sachen unternehmen... Deshalb suche ich halt nach Alternativen..



Schilfplatten



... sind eine gute Alternative für eine Außendämmung auf Fachwerk.
Was die Feuchteresistenz angeht sind sie sogar besser als HWF-Platten, sie verrotten wesentlich schlechter. Schilf ist halt eine Wasserpflanze.
Allerdings haben sie einen schlechteren Dämmwert als HWF oder Mineralschaumplatten (0,055 W/m2K).
Wenns von den örtlichen Gegebenheiten her passt, kann man die Schilfplatten aber auch zwei-/dreilagig übereinander montieren, um den geforderten U-Wert zu erreichen.
Mehr dazu z. B. hier: https://www.hiss-reet-shop.de/naturbaustoffe/

Gruß,
KH



Wir haben unser



Fachwerkhaus, welches auch grad ganz offen dasteht,- also ohne Fenster und teils leere Gefache daher mit grünen Planen abgedeckt: oben Dachlatten, unten Dachlatten dran und das hält durchaus einen Winter aus.

Innen ist es selbst bei starkem Schlagregen erstaunlich dicht. Kann man über das Web selbst in 3x6 Meter Maßen bestellen.