Fußbodenheizung im Altbau im Hochwassergebiet

10.08.2008



Wir haben ein schönes Ziegelfachwerhaus (Fachwerk beginnt ab erster Etage)Baujahr ca. 1847 (Denkmalschutz) gekauft.Die Außenwände sind aus 40 cm Ziegeln gemauert.Der Fußboden ist eine sogenannte Preußische Kappe. Das Haus steht zur Hälfte in einem Teich, es ist also kein Keller vorhanden. In den letzten 20 Jahren ist es dreimal zu Hochwassersituationen gekommen. Im letzten Jahr (Recordhochwasser, Jahrhunderthochwasser an der Innerste, die ganze Gegend stand unter Wasser) stand das Wasser 70 cm im Haus.
Wir möchten das Erdgeschoss dennoch als Wohnraum nutzen und hier schließen sich unsere Fragen an:
1.Erscheint es sinnvoll dieses alte Haus mit bröseligen Mauern wasserdicht zu machen (Eine Innenwanne war der Vorschlag eines Architekten)oder sollen wir das Wasser kommen lassen und enzsprechend geeignetes Dämm-Material zur Dämmung, Fußboden etc verwenden, wir hatten an Schilfmatten, unglasierten Fliesen und Kalkputze gedacht.
2.Als Heizungsanlage hatten wir vage an eine Wärmepumpe gedacht (nebenher werden wir zusätzlich mit Kaminöfen heizen. Nach unseren Informationen sind diese Wärmepumpen aber nur in Verbindung mit einer Fußbodenheizung sinnvoll. Ist es möglich eine Fußbodenheizung im Erdgeschoss trotz Hochwassergefahr zu Verlegen oder gibt es Alternativen?



Organische Materialien...



...wie Schilfrohr würde ich in dieser Situation meiden. Vermutlich ist es auch ohne Hochwasser immer ein bisschen feuchter als anderswo.

Im FB- Bereich würde ich den Fußboden mit Foamglasplatten dämmen, die gegen das Aufschwimmen im Extremfall mit dem Untergrund vollflächig verklebt werden sollten (z.B. Bitumenkleber). Darauf der Heizestrich und unglasierte Fliesen bzw. Cotto. Wärmepumpen arbeiten nur effektiv im Niedertemperaturbereich. D.h. eine ergänzende Wandheizung ist ebenfalls sinnvoll, zumindest in den unteren 100cm des EG, würde die Heizfläche vergrößern, die erforderliche Vorlauftemperatur senken und somit den Wirkungsgrad der Pumpe erhöhen. Mithilfe von Wärmeverteilblechen aus Aluminium könnte noch mehr in dieser Richtung getan werden.

Schaut dazu mal hier 'rein: www.ripal.de

Generell sollte die FBH/WH im Hochwasserfall technisch unkritisch sein und fördert die schnelle Austrocknung. Pumpe und Regeltechnik (Ihr habt es sicher schon geahnt) sollten freilich nicht im EG platziert werden. Auf Lehmputze freilich müsst Ihr wohl verzichten, aber Kalkputze funktionieren auch auf einer Wandheizung.

Ob Ihr im Falle einer partiellen WH noch die Ziegelwand dämmen müßt, sollte geprüft werden.

Gutes Gelingen

Thomas





Hallo Frau Frankenberg,

das Beste wäre es m. E. tatsächlich das Wasser möglichst aus dem Haus heraus zu halten. Das ist aber eine kniffelige Sache mit viel Detailarbeit => aber möglich. Das mit der Wanne kann funktionieren, doch was sagt da der Denkmalschutz dazu?

"Das Wasser kommen lassen" würde ich auf keinen Fall.

Eine Außendämmung im Hochwasserbereich bringt dauerhaft nichts. Eine nasse Dämmung dämmt nicht und vergammelt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Halo



unser mittlerweile fast fertig renoviertes Haus steht direkt am Rhein im Hochwasserbereich. Im Erdgeschoß haben wir Büro und Austellungsflächen.

Das mit der Wanne funktioniet nur mit sehr hohem finaziellen Aufwand.

Wir habe die Innedämmung im Hochwasserbereich mit Schilfrohr, das kurzfristig sehr gut mit Feuchtigkeit umgehen kann gedämmt. Wichtig ist das die Konstruktion zeitnah wieder trocknen kann. Also der Geamtaufbau muss stimmen. Klakputze Astriche...., auch eine Wandheizug kann sehr hilfreich sein.
Die Wärmepumpe ist nur in Kombination mit eine Flächenheizung (Wand- oder Fußbodenheizung, weil Niedertemperturtechnik) sinnvoll, auch sollte das Haus über eine gute Dämmung verfügen.

Grüße aus Koblenz Gerd Meurer





Hallo Frau Frankenberg,

ergänzend zum vorherigen Beitrag sind auch Dammbalken, Schraubplatten, Klappen usw denkbar, der Markt ist da inzwischen gut bestückt.

Ich habe das einmal gerochen, wenn Nachbars Heizöltank durchs Wohnzimmer geflossen ist .... danke. Wasser draußen halten.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Haus im Überschwemmungsgebiet



Guten Tag,

Ich würde mal über einen mobilen Hochwasserschutz nachdenken und evtl. die Versicherung daran beteiligen.
Eine Innenwanne ist gefährlich und unsinnig:
Sie haben sofort ein Hausboot, das von den Versorgungsleitungen abreißt, wenn es aufschwimmt. In jedem Fall müßte, damit das nicht passiert, der Nachweis der Auftriebssicherheit geführt werden. Die Außenwände wären trotzdem hin.

Wie schon geschrieben wurde, ist Schaumglas, in Bitumenkleber vollflächig aufgeklebt, auch noch bei Wasserandrang dämmend und verrottungsfest.

Grüße vom Niederrhein, heute mal bei niedrigem Wasserstand



Der Einwand mit dem Ölfilm ist ernstzunehmen.



Öl schwimmt aber immer oben, eine Folie außen provisorisch umlaufend befestigt sollte das Gros eines eventuellen Ölfilmes abwehren.

Mit einer Wanne könnten vielleicht wieder andere Probleme entstehen, beträchtliche Kosten sicher. Ohne das fachlich fundiert begründen zu können, würde ich mich wohl nicht dafür entscheiden. Meine Werkstatt ist jetzt so gebaut, daß ich beim Pumpen keine Unterspühlungen befürchten muss, und ein paar Zentimeter Wasser gut verkraften kann.

Bin 2002 an der Elbe landunter gewesen, und immer noch erstaunt, wo das Wasser überall Wege findet. Ich hatte viele Fontänen in der Werkstatt, und die Sandsäcke innen an die Außenwände gestapelt, fleißig gepumpt und glücklicherweise nichts bedrohlich genug unterspült.

So sah mein Holzlager danach aus - Feuerholz zum Durchschnittspreis von 800 EUR/m³.

Grüße

Thomas