Luftfeuchtigkeit im Moorhaus über 70 Prozent

11.09.2011



Hallo! Hoffe auf ein wenig Hilfe. Wir sind vor einigen Jahren in ein Haus (BJ 1954) ins Moor gezogen. Dort ist es naturgemäß immer etwas kälter und feuchter als in anderen Gebieten. Leider trifft das auch auf das Haus zu: Im Spätsommer liegt die Luftfeuchtigkeit im Haus bei über 70 Prozent. Vermutlich kommt das Wasser direkt durch den Boden, da das Haus auf Pfählen gegründet wurde und unter der Balkenlage das blanke Wasser steht. Was können wir tun, damit die LF sinkt? Wie funktioniert ein Bodenaufbau auf Moor, ohne die Gefahr einzugehen, dass das Haus absackt? Wäre für jede Info dankbar. Gern auch Hinweise, an wen wir uns konkret mit der Baubeauftragung wenden könnten!!



Moin,



70% rel. Luftfeuchtigkeit hatten wir die Tage hier auch ohne Moor.....is durchaus normal.

Dass man im Moor nach ein paar Jahren Schwimmhäute zwischen den Zeh'n kriegt anscheinend auch.....;-))


Gruss, Boris





Hallo Boris,
stimmt wohl und wäre auch okay, solange sich kein Schimmel einstellt. Habe aber leider schon Stockflecken entdeckt. Was nun? LG, Ines



Moin Ines,



meine damaligen Freunde in Ostfriesland haben auch im Hochsommer den Kaffee morgens auf dem Küchenherd gemacht.....einfach um die Feuchtigkeit ein wenig zu dämpfen.

Was deine Stockflecken angeht: Lad doch bitte ein paar Bilder hoch (vorher hier kostenlos im Forum anmelden) und versuch' den Wandaufbau so genau wie möglich zu beschreiben.

Gruss, Boris



Gründung im Moor



Da gibt es eine Reihe von Verfahren wie man auf eigentlich nicht tragfähigem Moorgrund bauen kann. Die wichtigsten Verfahren basieren auf dem Prinzip der Pfahlgründung. Pfähle werden in den Boden getrieben und auf diesem Pfahlrost wird das Fundament gesetzt. Die Pfähle können gerammt, eingerüttelt, eingespült oder gebohrt und vor Ort betoniert werden, das Material kann Holz, Stahlbeton, Stahl sein.
Die Pfähle werden entweder bis in tragfähigen Grund getrieben (Spitzendruckpfähle) oder stehen frei im Moor (Reibungspfähle).
Die Last wird über die Außenflächen der Pfähle und über den durch das Rammen verdichteten Boden übertragen (Mantelreibung).
Man kann den nicht tragfähigen Baugrund auch durch Auskoffern oder Verdrängen austauschen. Eine weitere Möglichkeit ist ihn durch Entwässern oder Einmischen anderer Körnungen mechanisch zu stabilisieren. Dann kann man ihn noch chemisch durch Einmischen von Bindemitteln (Kalk, Zement) verfestigen.
Das zweite Prinzip ist eine Flächengündung mit entsprechender Übertragungsfläche (Floßfundament).

Viele Grüße